Exklusive Vermarktungsrechte

Apple iBooks Author: Kritik an Lizenzbestimmungen

Apples neue E-Book-Software sorgt für Kritik: Wer das Programm benutzt, darf kommerzielle digitale Bücher hinterher nur über die Cupertino-eigenen Kanäle verkaufen. Ein alternativer Vertrieb ist nur für kostenlose E-Books möglich.

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Apple will das Schulbuch neu erfinden und hat dafür in der vergangenen Woche die iPad-App iBooks 2 und die kostenlose Software iBooks Author vorgestellt. Das Programm zur Erstellung digitaler Bücher löste daraufhin einigen Wirbel aus. Grund dafür sind die Lizenzbestimmungen: Danach erwirbt sich Apple das Exklusivrecht zur Vermarktung kommerzieller E-Books; diese werden über iTunes oder den Apple Bookstore angeboten. Alternative Distributionsmöglichkeiten räumt Apple nur ein, wenn ein Vertrieb kostenloser E-Books vorgesehen ist. 

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Einige Entwickler und Experten kritisieren vor allem, dass sich Apple vorab keine ausdrückliche Zustimmung der Nutzer für diese Exklusivrechte einhole. So kann die Software einfach installiert werden, ohne dass man über die einschränkenden Nutzungsrechte informiert wird. Erst beim Aufruf der Lizenzbestimmungen im Programm selbst ist ein Einblick in den entsprechenden Passus möglich. Der iOS- und Mac-Entwickler Dan Wineman weist in einem Blogeintrag darauf hin, dass der Nutzer von Seiten Apples auf die Nutzungsrechte erst beim Export eines iBooks hingewiesen wird.

Amazon versus Apple

Außerdem besitzt Apple eine weitere Eingriffsmöglichkeit: Wie im App Store für iOS kann das Unternehmen eine Veröffentlichung eines Digitalbuches ablehnen oder alternativ eine Veröffentlichung zurückzuziehen, in dem das jeweilige Werk aus dem Index gelöscht wird. In der Vergangenheit hatte Apple bereits mehrfach iOS-Spiele und andere Anwendungen "zensiert". 

Wer sein Digitalbuch über die Apple-Kanäle kommerziell vermarktet, erhält 70 Prozent des Verkaufspreises, den Rest reisst sich Apple unter den Nagel. Einem Bericht des Apple-Blogs Cult of Mac zufolge kassiert Konkurrent Amazon sogar zwischen 30 und 70 Prozent des Verkaufspreises. Das Unternehmen soll aber weniger streng sein in der Kontrolle, weswegen auch viele qualitativ schlechte Bücher über Amazon vertrieben würden.

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