Robert S. Bennett verteidigt Kim Dotcom
Megaupload: Filesharer setzen auf Clinton-Anwalt (Update)
Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom beteuert nach seiner Verhaftung in Neuseeland seine Unschuld und hofft auf einen Freispruch. Helfen soll dabei Medienberichten zufolge Star-Anwalt Robert S. Bennett, der schon den früheren US-Präsidenten Bill Clinton verteidigte. Update: Robert Bennett übernimmt nun doch nicht die Verteidigung des Megaupload-Teams.

Inhaltsverzeichnis
- 1Hoffen auf Kaution
- 2Widerstand bei Verhaftung
- 3Update 24. Januar: Bennett zieht sich zurück
Das Update vom 24. Januar 2012 finden Sie am Ende des Artikels.
Der renommierte Anwalt Bennett bestätigte gegenüber der US-Tageszeitung Washington Post, dass er das Unternehmen Megaupload in der Sache vertrete. Er wolle Dotcom und die weiteren Beschuldigten "energisch" gegen die Vorwürfe verteidigen, sich derzeit aber nicht im Detail zum Fall äußern. Bennet hatte unter anderem US-Präsident Bill Clinton in der Lewinski-Affäre verteidigt.
Hoffen auf Kaution
Unterdessen mussten in Neuseeland vier Megaupload-Mitarbeiter zu einer ersten Anhörung vor Gericht erscheinen. Neben Kim Dotcom hörte der Richter auch Bram van der Kolk, Finn Batato und Mathias Ortmann an. Die vier Beschuldigten sitzen derzeit in Untersuchungshaft, hoffen aber, bis zum Prozessbeginn auf Kaution frei zu kommen. Eine Entscheidung wird laut der neuseeländischen Tageszeitung The New Zealand Herald noch in dieser Woche erwartet.
Die Tageszeitung offenbarte auch neue Details zur Razzia auf Dotcoms Anwesen in der vergangenen Woche. Unter anderem soll die Polizei Luxusautos im Wert von sechs Millionen US-Dollar beschlagnahmt haben. Darunter 15 Mercedes, ein Cadillac aus dem Jahr 1959 und ein Rolls Royce Phantom. Ebenso wurde bei der Verhaftung eine Waffe sichergestellt, die sich laut Behörden illegal im Besitz von Dotcom befand.
Widerstand bei Verhaftung
Der Megaupload-Gründer soll sich seiner Verhaftung im Übrigen massiv wiedersetzt haben. Als die Polizisten auf seinem Multimillionen-Dollar-Anwesen eintrafen, habe Dotcom dem New Zealand Herald zufolge elektronische Sicherungssysteme im Haus in Gang gesetzt und sich selbst mit einer Waffe in einem Sicherheitsraum verschanzt.
Der Megaupload-Konkurrent FileSonic hat nach der Razzia bei Schmitz seinen Dienst inzwischen selbst abgeschaltet.
Update 24. Januar: Bennett zieht sich zurück
Das Megaupload-Team muss sich einen neuen Anwalt suchen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, legt der US-Staranwalt Robert S. Bennett sein Mandat nieder. Die Entscheidung fiel nicht freiwillig, vielmehr sollen andere Klienten Bennetts Kanzlei Hogan Lovells dazu gedrängt haben, sich aus dem Fall zurückzuziehen. Als Grund werden Interessenkonflikte zwischen den Klienten angeführt, die bei einer Kanzlei in der Größe von Hogan Lovells nicht unüblich sind.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
Links zum Thema
- Bericht Reuters (Quelle)
- Bericht The New Zealand Herald (Quelle)
- Bericht Washington Post (Quelle)
- Weiter Bericht New Zealand Heral (Quelle)
