Belastende Beweise in Kartellklage aufgetaucht
Apple, Google und Co: Angebliche Absprachen zulasten der Mitarbeiter
Wegen mutmaßlicher Absprachen stehen Apple, Google, Pixar, Adobe und weitere große Technik- und Softwareunternehmen diese Woche in San Jose vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, ein gegenseitiges "Nicht-Abwerbe-Abkommen" von Mitarbeitern geschlossen zu haben. Medienberichten zufolge sind nun belastende Dokumente veröffentlicht worden.

Unter den Beschuldigten sind große Namen wie Google, Apple, Pixar, Lucasfilm, Adobe und Intel. Durch ein gegenseitiges "Nicht-Abwerbe-Abkommen" sollen sie die Löhne von Angestellten niedriger gehalten haben. Nun sind erstmals Dokumente des amerikanischen Justizministeriums an die Öffentlichkeit gelangt, wie die US-amerikanische Seite TechCrunch berichtet.
Mail zwischen Adobe-CEO und Steve Jobs
Demnach sollen die beschuldigten Unternehmen abgemacht haben, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Zudem sollten den Mitarbeitern keine Angebote gemacht werden, wenn sie sich freiwillig bewarben. Der derzeitige Arbeitgeber sollte über Mitarbeiter informiert werden, die versuchen zu wechseln.
Die Beschuldigten sollten auch vereinbart haben, keinen Angebotskrieg zu führen und das Potenzial der Angestellten, über höhere Gehälter zu verhandeln, einzuschränken. Als Belege zitiert TechCrunch unter anderem eine E-Mail aus dem Jahr 2005. Darin soll Adobe-CEO Bruce Chizen Apple-Chef Steve Jobs mit dem Betreff "Rekrutierung von Apple-Angestellten" geschrieben haben. Darin heißt es: "Bruce und Steve Jobs haben eine Abmachung, dass wir keinen Apple-Angestellten abwerben - und umgekehrt." Zwischen anderen Unternehmen sollen ähnliche Abkommen bestanden haben.
Nachzahlungen an Angestellte drohen
Die Angeklagten bitten indes darum, dass die Klage fallen gelassen werde. Es gebe keine Beweise für eine übergreifende Verschwörung. Diese bilateralen Abmachungen seien unabhängig voneinander. Sollten die Beschuldigten verlieren, könnten einige Angestellte in Silicon Valley mit Nachzahlungen rechnen. Der Zivilprozess soll am 26. Januar angehört werden.
In der Vergangenheit hatte es zwischen Technikunternehmen, wie Apple und Samsung, häufig Patentklagen gegeben.
