Arm dran?
Im Kurztest: NeverDead
In "NeverDead" lässt Konami die Körperteile eines unsterblichen, aber glück- und gliederlosen Dämonenjägers zum Gitarre-Geschrammel der Metal-Altmeister Megadeth tanzen. Muss Capcoms "Devil May Cry"-Reihe die schräge Konkurrenz fürchten?
Pro Evolution Soccer 2012 - E3 Trailer von Konami mit PES 2012, Metal Gear Solid, NeverDead: Dieses Video zeigt die Pre-E3-Show von Konami. Es werden verschiedene Spiele gezeigt, die demnächst vom Studio und Publisher Konami veröffentlicht werden und der Spieler erhält einen Einblick in die Arbeit der Entwickler. Dabei kommen verschiedene wichtige Personen aus den jeweiligen Teams zu Wort und stellen Trailer zu Titeln wie Pro Evolution Soccer 2012, Metal Gear Solid und NeverDead vor. Zum Video: Pro Evolution Soccer 2012 - E3 Trailer von Konami mit PES 2012, Metal Gear Solid, NeverDead
"Kopflos herumballern" - das ist eine Phrase, die auf viele Action-Spiele zutrifft, in "Neverdead", dem jüngsten Scharmützel der britischen Spieleschmiede Rebellion, aber eine ganz neue Bedeutung bekommt: Held Bryce Boltzmann ist unsterblich und damit auch nahezu unverwüstlich. Aber glücklich ist er mit diesem verfluchten Segen ganz und gar nicht. Kein Wunder: Ob dämonische Beißer, monströse Klauen, Schwerter oder Kugeln - alles, was normale Menschen zugrunde richtet, das zerfetzt auch den "NeverDead"-Helden. Nur setzt sich der Körperteil für Körperteil wieder zusammen. Dass dieser Vorgang alles andere als angenehm ist, verraten die gequälten Schreie und Ächzer des Dämonenjägers, der wie eine Mischung aus dem "Devil May Cry"-Helden Dante und Shooter-Proll Duke Nukem wirkt.
Kopf, Rumpf, Arme, Beine: Nach beinahe jeder gegnerischen Attacke, die nicht abgefangen wird, muss sich der Monsterjäger von Gliedmaßen trennen, die er erst wieder bekommt, wenn er sich mit einer Ausweichrolle über die abgetrennten Körperteile wälzt. Selbst wenn der Held nur noch aus einem kullernden Kopf besteht, hat er geradezu magnetische Qualitäten: Einmal passiert, finden alle Einzelteile wieder zusammen. Und sollten Letztere außer Reichweite sein, dann beherrscht Bryce noch weiteren Trick: Genug magische Energie vorausgesetzt, lässt er die verlorenen Körperpartien einfach wieder nachwachsen!
Was zunächst nach einem ebenso einfallsreichen wie schrägen Designer-Kammerstück aus Japan klingt, entpuppt sich leider schnell als ausgesprochener Reinfall: Selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad machen die Entwickler derart übertrieben Gebrauch vom Zerstückelungs-Feature, dass man Bryce so gut wie nie in einem Stück zu Gesicht bekommt.
Die meiste Zeit hat man alle Hände, Arm- und Beinstümpfe voll damit zu tun, die über die Level-Landschaft verteilten Gliedmaßen einzusammeln und sich dabei gegen die lästigen bis frustigen Attacken hungriger Glibber-Gestalten zu wehren. Und wirklich unkaputtbar ist das Alter Ego dann doch nicht: Verpatzt man einen gemeinen Geschicklichkeitstest, nachdem der lose Kopf des Dämonenjägers im Verdauungstrakt einer Bestie gelandet ist, heißt es auch für Jahrmarkts-Attraktion Bryce "Game Over!". Gleiches gilt, wenn die durchaus sterbliche Begleiterin Arcadia das Zeitliche segnet.
Im Kurztest: NeverDead
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Bild vergrößern Konami bittet mit "NeverDead" zur schaurig-schrägen Dämonenjagd. (Bild: Konami) - Bild 2 von 14
Bild vergrößern Bryce Boltzmann ist dazu verdammt, unsterblich zu sein. Immerhin kämpft er für das Gute - und das seit 500 Jahren. (Bild: Konami) - Bild 3 von 14
Bild vergrößern Mit Schwert und Knarren zerlegt Bryce nicht nur Heerscharen von Monstern, sondern auch die Umgebung. (Bild: Konami) - Bild 4 von 14
Bild vergrößern Arm ab und weg damit: Bryce kann seine Gliedmaßen auch als Granaten missbrauchen. (Bild: Konami) - Bild 5 von 14
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Schade, dass Rebellion aus der skurrilen Idee und launigen Manga-Inszenierung nicht mehr gemacht hat. Denn auf Dauer ist "NeverDead" ein nervtötendes Scharmützel mit extrem gewöhnungsbedürftiger Nahkampf-Steuerung. Nur selten blitzt so etwas Spielwitz auf - etwa wenn Bryce seinen Arm samt Waffe in ein Gemenge von Dämonen wirft und weiterballert, sich selbst in Brand steckt und sich ins Getümmel wirft oder sich in die Luft jagt, um anschließend durch einen engen Lüftungsschacht zu kullern. Gegen die monotone und chaotische Action haben auch E-Gitarren-Riffs von Megadeth-Frontmann Dave Mustaine, käufliche Special-Moves und eine grafisch durchaus ansehnliche Umgebung, die sich nahezu völlig demolieren lässt, keine Chance. Allein der derbe Humor, das völlig absurde Szenario und die darin auftauchenden skurrilen Gestalten machen die Dämonenjagd für volljährige Xbox-360- und PS3-Spieler interessant.
Datenblatt
| NeverDead | |
| Spielname | NeverDead |
| Hersteller | Rebellion |
| Vertrieb | Konami |
| Genre | Action |
| Erhältlich ab | 02.02.2012 |
| Preis | ca. 60 Euro |
| EAN Code | 4012927054260 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 18 Jahren |
| Multiplayer | 2-8 (WWW) |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | ausreichend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
| System | Xbox 360 |
| System | PlayStation3 |
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