Abermals schließt Google eine Reihe von Angeboten
Überraschung: Google lässt Bildbearbeitung Picnik fallen
Google stellt abermals eine Reihe von Diensten ein, die nicht genügend Benutzer angezogen haben oder einfach nicht mehr ins Portfolio des Konzerns passen. Vor allem die Ankündigung, Picnik habe keine Zukunft, dürften die Anhänger der webbasierten Bildbearbeitung sehr bedauern.

Inhaltsverzeichnis
- 1Google+ oder Picasa
- 2Analytics statt Urchin
- 3Fazit
Seit Jahren gehört es zur Strategie des Internet-Konzerns Google, neue Dienste schnell als Beta ins Netz zu stellen und auszuprobieren, wie sie die Surfer annehmen. Sollte ein Produkt nicht genügend Erfolg haben, kann es aber auch schnell wieder eingestellt werden. Nun trifft es Picnik.
Google+ oder Picasa
Mit der Ankündigung, die webbasierte Bildbearbeitung am 19. April 2011 einzustellen, hat Google die meisten Branchenkenner überrascht: Sie haben nicht ansatzweise damit gerechnet, dass Google den Webdienst so schnell dicht macht, da er erst im Frühjahr 2010 zugekauft wurde. Ferner haben die Entwickler die Applikation mit zusätzlichen Werkzeugen, Schriftarten und anderen Dingen soweit ausgebaut, dass Tausende Benutzer sogar für den Premium-Dienst gezahlt haben.
Google verspricht, dass solche Nutzer in den nächsten Tagen eine Rückerstattung ihrer Gebühren erhalten sollen. Dafür ist keine gesonderte Aktion nötig, die Gutschrift sollte in den meisten Fällen automatisch auf der Kreditkarte gutgeschrieben werden, die zum Kauf des Premium-Paketes genutzt wurde. Außerdem empfiehlt der Suchkonzern, bis zur offiziellen Schließung alle eigenen Bilder zu Google+ zu exportieren und für die Bildbearbeitung auf Picasa umzusteigen. Alternativ können die Nutzer mithilfe eines Export-Programms alle Fotos in einem ZIP-Archiv herunterladen.

Analytics statt Urchin
Insgesamt hat sich Picnik nur knapp zwei Jahre gehalten, nachdem es von Google gekauft wurde. Andere Dienste hatten da mehr Glück: Urchin, das im April dieses Jahres ebenfalls eingestellt wird, wurde 2005 von Google übernommen und immerhin als technische Grundlage für "Analytics" genutzt. Nachdem Urchin eingestellt wird, bietet Google keine Anwendung für die Auswertung von Besucherströmen auf einer Webseite mehr an, die der Kunde selbst installieren kann.
Fazit
Neben den beiden großen Produkten Picnik und Urchin beendet Google auch die Social Graph API, Needleblase, Google Sky Map und Message Continuity. Die Schließung der Dienste verdeutlicht abermals, dass Google seine Ressourcen bündelt, um gegen Apple und Microsoft zu bestehen.
