Kostenloses Windows-System aus der Wolke
Praktisch: Der kostenlose Windows-PC aus der Wolke
Amazon bietet im Rahmen seines sogenannten Free Usage Tier seit einiger Zeit Linux-Systeme an, die über das Internet gebucht werden können. Nun haben die Entwickler endlich das Betriebssystem Windows ergänzt, dessen Server-Variante auch für Privatpersonen einen Blick lohnt. Netzwelt erklärt, was hinter dem Angebot steckt.

Inhaltsverzeichnis
- 1Free Usage Tier
- 2Die Konditionen
- 3Die Anmeldung
- 4Zugriff per RDP
- 5Fazit
Es gibt kaum noch ein Startup im IT-Bereich, das schon bei seiner Gründung in teure Server investiert. Anstelle klassischer Server buchen sich Foursquare und Co. lieber Rechenleistung aus der Cloud, die wie der Strom- oder Wasser-Anschluss nach Verbrauch berechnet wird. Besonders Amazon ist gut im Geschäft mit solchen Diensten.
Free Usage Tier
Der IT-Konzern, der bei Surfern rund um den Globus fast ausschließlich für seinen Online-Shop bekannt ist, nennt das hauseigene Angebot im Bereich Cloud Computing "Amazon Web Services". Unter dem Namen sind zahlreiche Dienste zusammengefasst, die spezielle Bedürfnisse abdecken: Die Palette reicht von einem Server (Amazon EC2) über Lastverteilung bis hin zu Datenbanken (Amazon SimpleDB). Bisher waren die Amazon Web Services nur für IT-Experten interessant, was sich mit dem Free Usage Tier aber grundlegend ändern dürfte: Er ermöglicht es jedem Nutzer, kostenlos ein Cloud-System zu bestellen. Bisher wurde nur Linux im Free Usage Tier angeboten, ab sofort steht aber auch Windows Server 2008 R2 zur Auswahl. Eine Einführung in das Betriebssystem gibt es hier auf netzwelt.
Die Konditionen
Mit dem kostenlosen Nutzungskontingent für Amazon EC2 möchte der US-Konzern neue Kunden anlocken und Entwickler von seinem System begeistern, die nur gelegentlich einen Windows-PC benötigen - etwa für den Test eines bestimmten Programms. Die Konditionen des Free Usage Tier sind schnell erklärt: Jeder angemeldete Teilnehmer der Amazon Web Services erhält ein Jahr lang das Recht, EC2-Instanzen mit maximal 613 Megabyte Arbeitsspeicher für 750 Stunden monatlich zu nutzen. Das reicht aus, um eine virtuelle Maschine ohne Unterbrechung laufen zu lassen. Neben 30 Gigabyte Speicher bei Amazon Elastic Block Storage (kurz EBS) gibt es fünf Gigabyte Speicher im S3-Dienst, der zum Beispiel mit dem Programm Cyberduck genutzt werden kann.

Die Anmeldung
Es gibt keine besonderen Einschränkungen, wie der Windows Server 2008 R2 genutzt werden darf - auf dem Amazon-Server laufen alle Programme, die auch auf einem PC mit dem gleichen Betriebssystem zu Hause laufen würden. Wer unter Mac OS X oder Linux nur gelegentlich ein Windows-System benötigt, bekommt mit dem Free Usage Tier genau das richtige Angebot an die Hand. Die Anmeldung bei den Amazon Web Services funktioniert analog zum Erstellen eines neuen Kontos im Online-Shop von Amazon. Schade ist, dass auch Kunden eine Kreditkarte hinterlegen müssen, die eigentlich nur den Free Usage Tier verwenden möchten. Sofern Sie die gesetzten Grenzen des Angebots, zum Beispiel den festgelegten Speicher, überschreiten, wird das eigene Konto automatisch in einen kostenpflichtigen Tarif umgewandelt und abgerechnet.
Zugriff per RDP
Hat der Anwender sich erfolgreich durch die Registrierung bei Amazon Web Services gekämpft, kann er in der sogenannten AWS Management Console seine erste kostenlose EC2-Maschine mit Windows Server 2008 R2 anlegen. Die Verbindung zu dem System selbst erfolgt idealerweise über eine RDP-Verbindung, sodass die grafische Oberfläche des Systems problemlos aus der Ferne angesprochen werden kann. Ein entsprechendes Programm für die RDP-Steuerung gibt es hier zum Download.
Fazit
Der Free Usage Tier ist bei Weitem nicht nur etwas für Spezialisten, sondern auch für ambitionierte Nutzer, die ein Windows-System unkompliziert und ohne Installation über das Internet nutzen möchten. Allerdings müssen sie dabei aufpassen, die von Amazon gesteckten Grenzen nicht zu überschreiten, da sonst ohne erneute Bestätigung hohe Kosten entstehen können.
