Digitaler Vandalismus
Sabotage bei OpenStreetMap: Google feuert zwei Auftragnehmer
Es klingt skandalös: Zwei Auftragnehmer von Google sollen OpenStreetMap, einem Mitbewerber im Bereich kostenloser Straßenkarten, sabotiert haben. Unter anderem sollen sie die Richtung von Einbahnstraßen verändert oder an anderer Stelle ein nicht existierendes Olympiastadion eingefügt haben. Medienberichten zufolge hat sich Google von den beiden Auftragnehmern getrennt.
Auf der Webseite OpenStreetMap können Nutzer, ähnlich wie bei Wikipedia, selbst Karteneinträge vervollständigen und erstellen. Die Manipulation ging von einer Google-IP-Adresse in Indien aus, wie OpenStreetMap in einem Blog mitteilte. Besagte Personen hätten Daten gelöscht und verändert. Karten von London, New York und anderen Orten seien von dem digitalen "Vandalismus" betroffen gewesen.
Über 100.000 Seitenaufrufe aus dem Google-Netzwerk
Im vergangenen Jahr habe es über 100.000 Klicks auf OSM von mindestens 17 Konten dieser Google-IP gegeben. Das Unternehmen äußerte sich überrascht, weil das Verhältnis zu Google in der Vergangenheit gut gewesen sei.
Der Suchmaschinenriese Google reagierte indes umgehend: "Die beiden Menschen, die diese Änderungen vorgenommen haben, waren Auftragnehmer, die eigenständig im Google-Netzwerk gehandelt haben. Sie arbeiten nicht mehr an Google-Projekten", schrieb Google dem amerikanischen Blog "ReadWriteWeb".
Erst vergangene Woche hatte es bei einer Datenbank in Kenia einen Vorfall gegeben, bei dem jemand vom Google-Netzwerk die Datenbank Mocality angegriffen haben soll. Dabei sollen Kunden von Mocality angerufen und Premiumdienste angeboten worden sein. Es seien indes nicht dieselben Auftragnehmer gewesen, von denen sich Google jüngst getrennt habe.


Bei Google werden wöchentlich bis zu 334.000 Urheberrechtsverletzungen gemeldet. In 97 Prozent der Fälle löscht der Suchmaschinenriese die betreffenden URLs, wie aus dem aktuellen Transparency Report hervorgeht.
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insgesamt 2 BeiträgeDanke für den Hinweis. Wir haben die Angaben ergänzt. Die Bildquelle - der OSM Blog - war übrigens rechts am Seitenrand verlinkt.
Kostenfrei heißt nicht bedingungsfrei: Auch in diesem Beitrag muß die OSM Lizenz korrekt angegeben werden. "Screenshot" ist keine CC-BY-SA 2.0-konforme Angabe.