Datenschützer klagen an
RFID-Chips in Kleidung: Protestaktion gegen Gerry Weber (Update)
Das Fernsehmagazin "Markt" des WDR berichtet über eine Protestaktion von Datenschützern gegenüber einem Bielefelder Gerry Weber-Warenhaus. Grund: In den Kleidungsstücken des Unternehmens befinden sich RFID-Chips, die eine eindeutige Identifizierung der Kunden aus mehreren Metern Entfernung ermöglichen. Update: Pressesprecher von Gerry Weber nimmt Stellung zu den Vorwürfen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Erschrockene Kunden
- 2Hohe Frequenz
- 3Update von 14:55 Uhr: Stellungnahme von Gerry Weber
Das Update von 14:55 Uhr finden Sie am Ende des Artikels.
Bekannt ist der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) vor allem durch die Ausrichtung der Big Brother Awards. Mit diesen werden Unternehmen, Institutionen und Personen bedacht, die nach Meinung der Jurymitglieder eklatant gegen Grundsätze des Datenschutzes verstoßen. 2011 bekam die italienische Modemarke Peuterey den Negativpreis, deren Kleidung ebenfalls mit einem RFID-Chip versehen ist.
Erschrockene Kunden
Die Radio-Frequenz-Identifikationschips (RFID), die in den Kleidungsstücken enthalten und - wie der FoeBuD im Bericht des WDR demonstrierte - auch aus einiger Entfernung auslesbar sind, helfen Gerry Weber zufolge bei Lagerprozessen und der Inventur. Die Datenschützer betonen jedoch, dass die Technik durch die Vergabe einer eindeutigen Identifikationsnummer auch verwendet werden kann, um den Käufer der Kleidung zu ermitteln.
Wie in dem Bericht des WDR zu sehen ist, positionierten sich die Aktivisten mit einem Lesegerät und einem Laptop vor dem Laden der Modekette und lasen aus mehreren Metern Entfernung die Chipnummern der Kleidung aus. Passanten und Kunden reagierten erschrocken auf die einfache Identifizierungsmöglichkeit.
Hohe Frequenz
RFID-Chips kommen bereits an diversen Stellen zum Einsatz wie zum Beispiel auch im neuen elektronischen Personalausweis. Den Aktivisten zufolge bestehe der Unterschied zu den Gerry Weber-Chips jedoch darin, dass diese nicht mit einer ultrahohen Frequenz arbeiten würden und daher maximal auf eine Entfernung von einem Meter auslesbar seien.
Der Verein forderte das Unternehmen dazu auf, die Chips nicht nur zu kennzeichnen, wie es teilweise bereits der Fall sei, sondern sie nach dem Kauf direkt an der Kasse zu entfernen. Unter dem Link auf der rechten Seite finden Sie den Bericht des WDR.
Update von 14:55 Uhr: Stellungnahme von Gerry Weber
Christian von Grone, Pressesprecher von Gerry Weber, nimmt in einem Brief gegenüber netzwelt zu den Vorwürfen der Datenschützer Stellung. Von Grone betont darin die Legalität des Umgangs mit den RFID-Chips: "Es ist uns wichtig, Ihnen zu versichern, dass Gerry Weber keine personenbezogenen Daten im RFID-Transponder speichert. Sie werden weder erhoben, noch verarbeitet, noch genutzt." Die Technologie werde lediglich zur Effizienzsteigerung der Unternehmenslogistik verwendet.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 8 Beiträge
Zitat: ... RFID ... Aus diesem Grund haben wir ja auch die Pressesprecherin von Gerry Weber im Artikel zu Wort kommen lassen, um deren Sicht der Dinge formulieren zu...
Viele die über RFID berichten verstehen überhaupt nicht um was es geht. Selbst wenn ich über einige Meter den Chip auslesen kann, was fange ich mit der Nummer an. Sie referenziert nicht auf persönliche Daten und...
Ich finde es eine echt kranke Richtung, bald hat jeder so scheiße unter der Haut und hörste nicht dann auf Wirtschaft und die Banken, WIRST DU offline geschaltet und wer glaubt das die immer zum positiven nutzen...
Zitat: Es müßte Geldbörsen mit einer eingearbeiteten Metallfolie geben, dann wären die Schnüffler schnell kaltgestellt. Gibt es meines Wissens nach. Ich habe soetwas...
Zitat: Aber bis dahin ist es ein weiter Weg und bis dahin haben wir bestimmt gelernt, wie man so einen Chip unschädlich macht :dow: Der Chip läßt sich durch etwas Alufolie...