Hand in Hand durchs Horrorland

Im Kurztest: Amy

Schrecken zum Spartarif: Der rund zehn Euro teure Download-Titel "Amy" kombiniert Survival Horror der alten Schule mit ungewöhnlichen Protagonisten. Statt waffenstarrender Übermenschen müssen sich ein kleines autistisches Mädchen und eine verletzliche junge Frau gegen Zombies und skrupellose Soldaten wehren. Klingt spannend. Wenn doch nur die Technik mitspielen würde...

AMY - Launch Trailer: Der Survival-Horror-Titel Amy setzt nicht auf pure Waffengewalt, sondern fordert vom Spieler sich intelligent mit Situationen auseinander zu setzen. So muss sich die Spielfigur Lana einerseits um die verletzliche Amy kümmern und kann daher keine unnötigen Risiken eingehen und zum anderen sind einige Gegner schlicht übermächtig. Dieser Trailer des Zombie-Survival-Spiels für die PlayStation 3 und die Xbox 360 wurde zum Launch veröffentlicht. Zum Video: AMY - Launch Trailer

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Die böse Vorahnung des titelgebenden Mädchens, ein Leuchten am Himmel, Menschen, die plötzlich zu Zombies werden, ein entgleister Zug ... das ist die Ausgangslage von "Amy", das ursprünglich bereits im April 2011 veröffentlicht werden sollte, erst jetzt aber auf den Online-Plattformen PlayStation Network und Xbox Live zum Download bereitsteht. Der Spieler übernimmt die Kontrolle von Amys Aufpasserin Lana, die nach dem Unglück ihr stummes Mündel erst einmal wiederfinden muss, ehe man die nächsten Stunden gemeinsam im Dunkeln tappt, um das Geheimnis der Göre und Zombieplage zu lüften.

Düster wie die Ausgangslage ist auch die optische Umsetzung des Games. So fühlt sich "Amy" an wie ein virtueller Spaziergang durch eine miserabel beleuchtete und karg ausstaffierte Geisterbahn. Die Spannung nährt sich aus dem Wissen, dass hinter jeder dunklen Ecke ein Infizierter lauern könnte. Lana kreischt zudem im Minutentakt, wenn Fernseher Funken schlagen, Lüftungsrohre zischen oder Bilder von der Wand fallen - was der Atmosphäre zwar zuträglich, auf Dauer aber doch ein wenig nervig ist.

Gelungen ist dagegen die Dramaturgie des Third-Person-Horrors. Warum haben sich die Leute in Zombies verwandelt? Wer hat die kaltblütigen Soldaten geschickt, die alles über den Haufen schießen? Und was hat es mit Amy auf sich? Die Suche nach den Antworten sorgt angesichts der vielen kleinen und großen Nickeligkeiten des Games für die nötige Motivation.

Die Technik ist hingegen der größte Kritikpunkt von "Amy". Mitunter hat man mit der trägen Steuerung, üblen Rucklern und der ungeschickten Kameraführung mehr zu kämpfen als mit den Widersachern. Leider verkommt die Option, sich an Soldaten und Untoten vorbeizuschleichen, zum reinen Glücksspiel. Wird man ertappt, segnet man schnell das Zeitliche - und muss an einem der unglücklich verteilten Kontrollpunkte einen neuen Versuch starten - allerdings mit geleertem Inventar.

Ebenfalls zu bemängeln sind die repetitiven Rätsel. Immer wieder muss Lana die kleine Amy bitten, mithilfe ihrer Inselbegabung Computer zu hacken oder durch Öffnungen zu kriechen, um auf Knöpfe zu drücken und Türen zu öffnen. Andere Aufgaben ziehen die sechs Kapitel (weitere sollen als kostenpflichter Download erscheinen) unnötig in die Länge: Wer etwa einen Lift von einer erhöhten Position aus aktivieren will, muss in einer leidlich animierten Sequenz immer wieder auf Lanas Hintern starren, während diese in gefühlter Zeitlupe die Sprossen einer Leiter hinauf- und hinabklettert - das ist zwar nicht gruselig, aber dennoch nur für starke Nerven erträglich.

Auf der Haben-Seite bietet "Amy" menschliche Charaktere, deren Verletzlichkeit zur Spannung beiträgt. Wenn Lana und Amy Hand in Hand durchs Zombieland spazieren und sich unter Tischen und in Schränken verstecken, weckt das den Beschützerinstinkt. Ebenfalls originell: Lana selbst ist infiziert. Um die Seuche einzudämmen, muss sie immer wieder Amys Nähe suchen, denn das Kind scheint eine heilsame Wirkung zu haben. Entfernt sie sich zu sehr, kann man der Blondine dabei zusehen, wie sie sich zunehmend in einen Zombie verwandelt. Was manchmal aber auch ganz hilfreich ist, weil man dann von den übrigen Untoten nicht mehr behelligt wird.

Im Kurztest: Amy

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Im Kurztest: Amy - "Amy" bietet klassischen Survival Horror, gute neue Ansätze - und eine grauenhafte Technik. (Bild: Vector Cell)
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"Amy" bietet klassischen Survival Horror, gute neue Ansätze - und eine grauenhafte Technik. (Bild: Vector Cell)

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Im Kurztest: Amy - Die stumme Amy hat sonderbare Fähigkeiten. (Bild: Vector Cell)
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Die stumme Amy hat sonderbare Fähigkeiten. (Bild: Vector Cell)

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Im Kurztest: Amy - Lana ist ebenfalls infiziert. Um die Seuche zu stoppen, muss sie sich Injektionen setzen oder in Amys Nähe begeben. (Bild: Vector Cell)
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Lana ist ebenfalls infiziert. Um die Seuche zu stoppen, muss sie sich Injektionen setzen oder in Amys Nähe begeben. (Bild: Vector Cell)

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Im Kurztest: Amy - Entfernt sich Lana allzu lang von Amy, verwandelt sie sich in einen Zombie. (Bild: Vector Cell)
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Entfernt sich Lana allzu lang von Amy, verwandelt sie sich in einen Zombie. (Bild: Vector Cell)

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Im Kurztest: Amy


Fazit: Wer angesichts der vielversprechenden Schlüsselaspekte von "Amy" eine Mischung aus "Resident Evil" und "Ico" erwartet hat, wird von der schwachen Umsetzung enttäuscht. Aber darf man für zehn Euro wirklich ein Spiel auf "Silent Hill"-Niveau erwarten?

Datenblatt

Amy
SpielnameAmy
HerstellerVector Cell
VertriebVector Cell
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab11.01.2012
Preisca. 10 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 18 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerungausreichend
Bewertung Soundbefriedigend
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemPlayStation3
SystemXbox 360

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