Neuheit auf der CES 2012
Ausprobiert: Samsung Smart-TV ES 8090 mit Sprach- und Gestensteuerung
Die Bedienung eines Fernsehers wird immer komplexer. Zahlreiche, zum Teil wild verschachtelte Menüs, verteilt über mehrere Ebenen, überfordern nicht wenige Heimkinobesitzer. Auf der CES verfolgen verschiedene Hersteller daher den Ansatz, die Art und Weise, wie wir mit Fernsehern kommunizieren, zu verändern. Der Smart-TV ES 8090 von Samsung etwa lässt sich per Sprachbefehl und Gesten zum Senderwechsel animieren. Netzwelt hat sich das Vorserienmodell angesehen.
Der große Flachbildfernseher im Wohnzimmer kann auch im Internet surfen, Youtube-Videos abspielen, vielleicht sogar via Skype mit entfernten Familienangehörigen kommunizieren. Viele Anwender wissen dies zwar, lassen solche Funktionen aber links liegen. Wer schon einmal versucht hat, mit einer herkömmlichen Fernbedienung eine Internetadresse einzugeben, wird wissen warum.
Die Grenzen beim Design und Formfaktor scheinen langsam erreicht, manche TV-Geräte sind gerade einmal vier Millimeter dünn. Immer mehr Hersteller konzentrieren sich daher auf die Optimierung der Steuerung der Geräte. Mit am weitesten fortgeschritten ist dabei Samsung. Leider wird der auf der derzeit in Las Vegas stattfindenen Elektronikmesse Consumer Electronic Show präsentierte Smart-TV ES 8090 erst "im Laufe des Jahres" auf den Markt kommen.
"Hallo TV"
Das Warten dürfte sich lohnen. In der Präsentation reagierte das Fernsehgerät bereits ausgesprochen sicher auf Eingaben per Sprachbefehl oder Geste. "Hallo TV" - mit diesen Worten aktivierte eine Samsung-Mitarbeiterin wie von Geisterhand das Bildschirmmenü. Wer will, kann das Schlüsselwort, mit dem der Fernseher aktiviert wird, auch einfach ändern. So wird aus "Hallo TV" bei Bedarf beispielsweise einfach auch "Hallo Sammy" oder - noch lustiger - "Hallo Siri". Vor allem die Hauptmenüpunkte, wie das Smart Hub oder gespeicherte Fotos, lassen sich auf diese Art und Weise aufrufen.

Aber auch der Kanalwechsel funktioniert auf Stimmeingabe. Leider reagiert der Fernseher derzeit noch nicht auf das Aussprechen kompletter Sendernamen, auch Deutsch versteht die ES 8090-Serie derzeit noch nicht. Um den Kanal zu wechseln muss der Nutzer also "Kanal rauf" oder "Kanal 2" sagen, statt einfach nur "ZDF". Auf die Frage was passiert, wenn im laufenden Fernsehprogramm zufällig ein im Fernseher hinterlegtes Schlüsselwort fällt, wussten die Samsung-Verantwortlichen leider nur zu berichten: "Das ist bislang noch nicht vorgekommen".
40 oder 55 Zoll Bildschirmdiagonale
Von Microsofts Kinect her bekannt ist bereits die Steuerung per Gesten. Auch dies funktionierte im kurzen Test bereits sehr gut. Einfach den Arm gut sichtbar nach oben ausstrecken und kurz winken, schon erkennt der Smart-TV die Bewegung und öffnet das Menü. Die Fingerspitze steuert den Mauszeiger, das Schließen der Handfläche bestätigt angewählte Einträge. Eine Gesichtserkennung sorgt unter anderem dafür, dass es zwischen mehreren Benutzern nicht zu Verwechslungen kommt.
Samsung Smart-TV ES 8090 wird im Laufe des Jahres mit Bildschirmdiagonalen von 40 und 55 Zoll in den deutschen Handel kommen. Zu Preisen und weiteren technischen Ausstattungsdetails hält sich der Hersteller bislang noch bedeckt.
Ebenfalls auf der CES präsentiert: Den Fernseher per Gedankenkraft steuern.


Samsung und Skype arbeiten zusammen: Auf den neuen LED-Fernsehgeräten des Hardware-Herstellers sollen Kunden die Skype-Software nutzen können. Ein Klick auf der Fernbedienung ermöglicht weltweite Video-und Sprachanrufe.
Auf der CES in Las Vegas kündigte Samsung die neue Kamerareihe Smart Camera 2.0 an. Mit der Kompaktkamera WB250F ist nun das erste Modell im deutschen Handel.
Das Sicherheits-Startup ReVuln hat eine kritische Sicherheitslücke in einem Samsung Smart-TV gefunden. Diese ermöglichte den Zugriff auf sensible Daten des Nutzers.
Mit dem Fernseher sprechen? Das funktioniert mit der neuen LG-Fernbedienung "Magic Remote". Im Kurztest von netzwelt versagte die Fernbedienung allerdings ihren Dienst.
Rundumschlag: Samsung hat für die CES 2013 nicht nur einen Fernseher im komplett neuen Design, sondern auch eine aktualisierte Benutzeroberfläche für seine Smart TVs und die Veröffentlichung des Evolution Kits angekündigt.
Mittels der Techniken Mobile High-Definition Link und Intels WirelessDisplay-Technik will Samsung in 2012 das Zusammenspiel seiner verschiedenen Geräte verbessern. Auf der CeBIT in Hannover gab der Hersteller einen Vorgeschmack.
Bedient der Anwender das TV-Gerät der Zukunft per Sprache? Einige Hersteller haben solche Konzepte auf der CES vorgestellt. Weitere Fernsehertrends: noch dünnere Displays und höhere Auflösungen.




