Freies Büropaket für Linux und Windows
Calligra Suite: Die erste Windows-Version im Kurztest
OpenOffice beziehungsweise LibreOffice ist nicht das einzige Büropaket der Open-Source-Gemeinde: Das KDE-Projekt kann mit KOffice aufwarten, das derzeit zur Calligra Suite umgebaut wird und neben Linux auch für Windows erhältlich sein soll. Netzwelt hat sich die erste Beta-Version angesehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Auch für Windows
- 2Beta-Version im Test
- 3Hohe Geschwindigkeit
- 4Fazit
Microsoft beherrscht zwar mit seiner Office Suite den Markt für Büroanwendungen, jedoch haben die Konkurrenten aus dem Open-Source-Umfeld ebenfalls einen nennenswerten Marktanteil erreicht. Neben OpenOffice beziehungsweise LibreOffice entwickelt sich besonders Calligra Suite bestens.
Auch für Windows
Dabei sah die Zukunft der Anwendung nicht immer so rosig aus: Lange dümpelte KOffice vor sich hin, obwohl es ein integraler Bestandteil der Desktop-Oberfläche KDE war und in vielen Distributionen zum Lieferumfang gehörte. Grund für die schleppende Entwicklung war die Zersplitterung der Software in fast ein Dutzend unabhängige Programme, die nicht wirklich gut miteinander harmonierten.
Seit einiger Zeit arbeiten die Entwickler des Projekts nun daran, KOffice wieder voranzubringen: So soll es nicht nur unabhängiger vom KDE-Desktop werden, was die Umbenennung zur Folge hatte, sondern auch auf Windows laufen. Damit tritt es in direkte Konkurrent zum beliebten Open-/LibreOffice.
Beta-Version im Test
Nachdem es schon länger eine Testversion für Linux-Systeme gab, trägt nun auch die Arbeit an einer Windows-Variante erste Früchte: Anfang Januar haben die Verantwortlichen Calligra Suite in Version 2.3 für Windows XP oder neuer freigegeben. Trotz des experimentellen Status kann jeder interessierte Anwender das Programm herunterladen und bequem über einen Setup-Assistenten einrichten, ohne dass er dazu ein IT-Studium benötigt. (Mit 155 Megabyte ist Calligra Suite 2.3 ähnlich groß wie das aktuelle LibreOffice ohne die deutschen Sprachdateien.)

Derzeit ist es noch nicht möglich, bei der Installation einzelne Komponeten an- und abzuwählen. Der Nutzer bekommt also unweigerlich alle Bestandteile des Büropakets untergeschoben, auch wenn er zum Beispiel nur die Textverarbeitung nutzen möchte. Calligra Suite 2.3 stellt im Moment die vier Programme Words, Tables, Stage und Krita unter Windows bereit.
Hohe Geschwindigkeit
Die Oberfläche der Anwendung wirkt auf den ersten Blick sehr einfach, beinhaltet aber bereits alle für einen sinnvollen Betrieb notwendigen Funktionen. Besonders die Auslagerung von Werkzeugen aus der Symbolleiste in eine Optionsspalte am rechten Rand des Fensters tut dem Bedienkomfort gut. Schade ist, dass die Oberfläche noch nicht auf Deutsch übersetzt wurde, sodass sich die Nutzer im Moment noch mit englischen Beschriftungen abfinden müssen.
Dafür glänzte Calligra Suite im Kurztest schon mit einer sehr hohen Geschwindigkeit: Obwohl sich die Software noch in einem sehr frühen Stadium befindet, startet sie rasend schnell. Die Ladezeit war auf unserem Testsystem (virtuelle Maschine mit Windows 7 SP1 und einem Gigabyte Arbeitsspeicher auf VMware) halb so lang wie beim aktuellen LibreOffice. Auch stürzte das Programm im Test bislang kein einziges Mal ab. Der Import von Office-Dokumenten funktionierte reibungslos.

Fazit
Sofern die Entwickler die Stabilität und Geschwindigkeit halten können und den Funktionsumfang der Calligra Suite noch etwas ausbauen, hat das Büropaket exzellente Erfolgsaussichten. Wer LibreOffice zu überfrachtet findet und umsteigen möchte, findet in Calligra Suite den perfekten Ersatz.


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