Teeniestar stiehlt tanzenden Roboter die Show
CES 2012: Justin Bieber sorgt für Messe-Tumult
Die CES garnierte sich dieses Jahr auch mit einigen Prominenten: Neben Dennis Rodman und Rapper 50 Cent sollte auch Justin Bieber Besucher locken. Der Auftritt des Teeniestars verwandelte die Consumer Electronics-Fans in kreischende Bieber-Anhänger. Der Roboter, den der Sänger auf seinem Messebesuch vorstellte, ging dabei fast unter.
Für einen Technikjournalisten kommt es nicht oft vor, dass er sich durch eine Traube von jungen Mädchen kämpfen muss, um einen Blick auf eine technische Enthüllung zu werfen. Doch auf der CES war es soweit.
Urplötzlich verwandelten sich harmlose Messehostessen, Pressesprecherinnen und Verkäuferinnen in kreischende "Belieber", wie sich die Fans des kanadischen Popsängers nennen. Aus allen Richtungen des Messegeländes strömten seine Anhänger, um sich schon eine Stunde vor der eigentlichen Veranstaltung einen Platz vor der Bühne des vietnamesischen Herstellers Tosy Robotics zu sichern.
Alles für den Roboter
Doch die meisten Teenies, Frauen und Männer wurden zunächst enttäuscht, denn auf der Technikmesse hatten die Medienverteter Vorrang. So sahen sich die Bieber-Fans einer Schar von Journalisten - schwer bepackt mit Foto- und Videokameras - gegenüber, die sich ebenfalls die besten Plätze sichern wollten.
Das zu bewerbende Produkt ging in dem ganzen Tumult jedoch sang- und klanglos unter. Der mRobo Ultra Bass hatte der geballten Starpräsenz des ungefähr eine Stunde lang wortlos vor der Fotografenwand stolzierenden Teeniestars nur wenig entgegenzusetzen. Manch einer erwartete vielleicht ein kleines Ständchen oder zumindestens ein paar Tanzschritte des Sängers, doch Justin Bieber blieb stumm und regungslos. Dem Gemurmel der Fans war jedoch zu entnehmen, dass es ohnehin wichtiger war, wie groß der 18-Jährige ist, wo sich seine Freundin gerade aufhält und wie er es schafft, "so unglaublich heiß zu sein".
Justin Bieber präsentiert den mRobo Ultra Bass
Verstanden hat wohl niemand, was Justin Bieber zum mRobo zu sagen hatte. (Bild: netzwelt)
Der mRobo Ultra Bass ist ein Lautsprecher, der gleichzeitig auch tanzen kann. (Bild: netzwelt)
Genauso wie der Sänger interessierten sich nur wenig Anwesende für die Fähigkeiten des Roboters. (Bild: netzwelt)
Der mRobo tanzte auf der Präsentation nicht zu einem Bieber-Hit, sondern zu Michael Jackson. (Bild: netzwelt)
Mit Informationen über den Roboter hielt sich Tosy Robotics zurück. (Bild: netzwelt)
"Spice up your party"
Und der Roboter? Hersteller Tosy Robotics zog es vor, nicht unnötig viele Details über den Prototypen zu verkünden. Der mRobo Ultra Bass ist ein Lautsprecher und Musikplayer mit fünf Gigabyte Speicherplatz. Erklingt Musik, beginnt der Roboter zu tanzen - ein "Hingucker auf jeder Party". Dem Hersteller war die Vorstellung zusammen mit dem Teeniestar nur recht: Kreischende Mädchen, drängelnde Fotografen und genervte Kameramänner richteten all ihre Blicke und Kameras auf den mRobo Ultra Bass, um auch ein Bild vom Sänger zu bekommen.
Nach etwa zwei Stunden war der Spuk vorbei, die "I love you" Rufe ebbten ab und der Roboter wurde wieder eingepackt. Die "Belieber" wurden wieder zu Messehostessen. Die Pressesprecherinnen und Verkäuferinnen gingen wieder zu ihren Ständen zurück. Justin Bieber verschwand. Es kehrte wieder Ruhe ein in der Welt der Consumer Electronics.

Zitat: und wie er es schafft, "so unglaublich heiß zu sein" Was um alles in der Welt ist an dem Typ denn so unglaublich heiß? Na ja, er sieht einigermaßen...