Totalschaden für die einstige Referenz
Im Kurztest: Flatout 3: Chaos & Destruction
"Flatout" - der Name stand im Rennspiel-Genre lange Zeit für unglaublich schöne Boliden und hässliche Blechbeulen, für gewaltige Explosionen und Zerstörungsorgien sowie für halsbrechererische Querfeldein-Ritte und aberwitzige Wettbewerbe wie Crash-Test-Dummy-Dart. Doch nun muss man umdenken. Leider. Seit Kurzem steht "Flatout 3" auf der Online-Plattform Steam zum Download bereit. Und allein die Tatsache, dass der Titel erst eine Woche vor der Veröffentlichung angekündigt wurde, macht stutzig.
Anstelle der finnischen Serienerfinder von Bugbear haben nun der Publisher Strategy First und das niederländische Team 6 ("Taxi Raser") das Steuer übernommen. Mit fatalen Folgen: In einem Akt gnadenloser Selbstüberschätzung und schlampiger Programmierung wurde die "Flatout"-Reihe gegen die Wand gefahren.
Das beginnt beim überbordenden Einsatz von allerlei Wischeffekten, die weniger Geschwindigkeit als vielmehr Rausch suggerieren, erstreckt sich über eine äußerst vertrackte Streckenführung voller unvorhersehbarer Gemeinheiten und endet bei einer Fahrphysik, die schlicht nur eins ist: katastrophal. Was 2008 das Aushängeschild von "Flatout 2" war, sorgt nun dafür, dass sich die über 40 unterschiedlichen und überempfindlichen Boliden kaum auf der Ideallinie halten, dafür aber im Kiesbett problemlos auf 300 Sachen beschleunigen lassen.
Obwohl schon kleinste Unebenheiten ausreichen, um den eigenen Wagen ins Schlingern zu bringen, hetzen die Macher dem Spieler obendrein eine Schar völlig durchgeknallter und übermotivierter Gegner auf den Hals. Keine Runde, in der man nicht mindestens ein halbes Dutzend Mal vom Aggro-Computer in die Pampa katapultiert wird. Wie man unter diesen Voraussetzungen den aus 50 Einzelaufgaben zusammengewürfelten Challenge-Modus bestehen soll, wird wohl auf ein ewig ein Geheimnis von Team 6 bleiben. Einziger Trost: der Stunt-Modus. Dahinter verbergen sich ein paar skurrile Wettbewerbe, wie man sie schon aus den Vorgängern kennt. Doch auch die leiden unter der schludrigen Programmierung.
Im Kurztest: Flatout 3: Chaos & Destruction
Nahezu aus dem Nichts erschien "Flatout 3". Nur: Dem großen Namen wird Teil drei in keinster Weise gerecht. (Bild: Strategy First)
Es kracht gewaltig in "Flatout 3". Unentwegt. Und auch ohne großes Zutun des Spielers. Schuld ist die aggressive KI. (Bild: Strategy First)
Pure Augenwischerei: "Flatout 3" bietet Effekte satt - doch die erweisen sich als hinderlich im Rennalltag. (Bild: Strategy First)
Es braucht nicht viel, um die Boliden ins Schlingern zu bringen. (Bild: Strategy First)
Deshalb die klare Empfehlung: Finger weg von "Flatout 3". Lieber noch einmal den Vorgänger aus der Schublade kramen oder auf "Dirt: Showdown" warten, das im Mai erscheint.
Datenblatt
| Flatout 3: Chaos & Destruction | |
| Spielname | Flatout 3: Chaos & Destruction |
| Hersteller | Team 6 Studios |
| Vertrieb | Strategy First |
| Genre | Rennspiel |
| Erhältlich ab | 13.12.2011 |
| Preis | ca. 30 Euro |
| EAN Code | 1234567890123 |
| Schwierigkeit | Für Profis |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Multiplayer | 2-16 (WWW) |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | mangelhaft |
| Bewertung Sound | ausreichend |
| Bewertung Spielspass | mangelhaft |
| Bewertung Gesamt | mangelhaft |
| System | PC |
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