Alles andere als flach

Im Kurztest: Crush 3D

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer "Crush 3D" spielt, bekommt dank der ständigen Dimensionssprünge vom Flachen in die Tiefe eine andere Sicht der Dinge. Segas 3DS-Neuauflage eines beliebten PSP-Knobeltitels profitiert obendrein gehörig von den stereoskopischen Fähigkeiten der Nintendo-Hosentaschenkonsole.

Im Kurztest: Crush 3D - Gedanken- und Dimensionssprünge am Fließband. "Crush 3D" ist eine ausgetüftelte Knobelei. (Bild: Sega)
Gedanken- und Dimensionssprünge am Fließband. "Crush 3D" ist eine ausgetüftelte Knobelei. (Bild: Sega)

Die Geschichte vom Jungen Danny, der für den befreundeten Dr. Doccerson als Versuchskaninchen herhalten und nach misslungenem Experiment aus seinem Unterbewusstsein ausbrechen muss, ist nur simples Mittel zum innovativen Zweck. "Crush 3D" ist ein äußerst skurriles Gedankenspiel, bei dem die zweite und dritte Dimension lediglich einen Knopfdruck voneinander entfernt liegen. Gewaltige Blöcke werden durch das muntere Perspektiven-Hopping flugs zu Flächen, Ebenen zu Turmbauten und scheinbar unüberwindbare Abgründe zu einer sicheren Passage. Das alles klingt zunächst ziemlich irre und unverständlich, erschließt sich einem aber nach dem witzigen Tutorial, das in die herrlich verschrobene Spielmechanik einweiht.

Werbung

Dannys Hirnwindungen und Gedanken sind eine Ansammlung von Klötzchen vor Großstadtkulisse, die sich aus allen möglichen Perspektiven betrachten lässt. Doch irgendwann kommt der Morgenmantelträger mit seinem Gehopse nicht mehr weiter. Dann sollte er "Crushen", sprich: die Szenerie im jeweiligen Blickwinkel einstampfen. Und plötzlich liegen des Rätsels Lösung, der Level-Ausgang oder eine vorher unerreichbar scheinende Murmel zum Greifen nahe. Ein konkretes Beispiel: Stapeln sich neben Danny mehrere große Blöcke, kann der Spieler mit dem Digi-Kreuz schlicht in die Vogelperspektive wechseln und die Welt plattdrücken. Schon ist der Höhenunterschied verschwunden ...

Video: Crush 3D

Puzzle-Profis fühlen sich unwillkürlich an Sonys Escher-inspirierte Schatten- und Blickwinkel-Spielerei "Echochrome 2" erinnert, bei der man weit voneinander entfernte 3D-Elemente durch die Regulierung des Licht-Einfalls auf eine gemeinsame Schatten-Ebene eindampft. Anders als "Echochrome 2" wird das Spielgeschehen bei "Crush 3D" aber nicht künstlerisch-medidativ, sondern vielmehr schrill, bunt und kindgerecht präsentiert. Trotzdem machen zusätzliche Rätselbausteine wie besondere Blöcke mit unterschiedlichsten Dimensionseigenschaften (manche werden durchlässig, andere existieren nur in der Tiefe des Raums), verschiebbare Objekte und sogenannte Gedanken, die Denny beispielsweise weiter springen lassen, die launige Knobelei auch für erwachsene Gehirnakrobaten interessant. Der zunächst handzahme Schwierigkeitsgrad steigt innerhalb der über 50 Level rasant an.

Im Kurztest: Crush 3D

Bild 1 von 6
Im Kurztest: Crush 3D - Gedanken- und Dimensionssprünge am Fließband. "Crush 3D" ist eine ausgetüftelte Knobelei. (Bild: Sega)
Bild vergrößern

Gedanken- und Dimensionssprünge am Fließband. "Crush 3D" ist eine ausgetüftelte Knobelei. (Bild: Sega)

Bild 2 von 6
Im Kurztest: Crush 3D - Kommt Danny in der 3D-Perspektive nicht weiter, sollte er vielleicht das Ganze "crushen" - also auf zwei Dimensionen eindampfen. (Bild: Sega)
Bild vergrößern

Kommt Danny in der 3D-Perspektive nicht weiter, sollte er vielleicht das Ganze "crushen" - also auf zwei Dimensionen eindampfen. (Bild: Sega)

Bild 3 von 6
Im Kurztest: Crush 3D - Die gleiche Szene in 2D: Die einstmals in der Ferne liegende rosafarbene Kugel ist nach dem Crushen nun greifbar nah. (Bild: Sega)
Bild vergrößern

Die gleiche Szene in 2D: Die einstmals in der Ferne liegende rosafarbene Kugel ist nach dem Crushen nun greifbar nah. (Bild: Sega)

Bild 4 von 6
Im Kurztest: Crush 3D - Die Level-Aufbauten werden zunehmend ausgefuchster und komplizierter. (Bild: Sega)
Bild vergrößern

Die Level-Aufbauten werden zunehmend ausgefuchster und komplizierter. (Bild: Sega)

Bild 5 von 6
Im Kurztest: Crush 3D
Bild vergrößern

Im Kurztest: Crush 3D

Bild 6 von 6
Im Kurztest: Crush 3D
Bild vergrößern

Im Kurztest: Crush 3D


"Crush 3D" ist wie sein PSP-Vorgänger zweifellos ein Titel, der die Wahrnehmung des Spielers verändert, ihn zum Umdenken zwingt und deshalb einen bleibenden Eindruck hinterlässt - was leider nur noch viel zu selten bei Computerspielen vorkommt. Und obwohl es kein ausgesprochen hübsches Spiel ist, kommen ihm die stereoskopischen Fähigkeiten des Nintendo-Minis zupass, weil sie eine zuverlässige Abschätzung von Dimensionen und Entfernungen zwar nicht entscheidend, aber immerhin angenehm erleichtern. Einziger Wermutstropfen: der Preis. 40 Euro sind für die Knobelei im Zeitalter der Download-Games dann doch ein wenig happig, zumal gegenüber dem PSP-Original nur wenige echte Neuerungen geboten werden.

Datenblatt

Crush 3D
SpielnameCrush 3D
HerstellerSega
VertriebSega
GenrePuzzle / Quiz
Erhältlich ab13.01.2012
Preisca. 45 Euro
EAN Code5055277011780
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 0 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundbefriedigend
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
System3DS

Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst

Links zum Thema

Kommentieren