Sprachsoftware: Strokes Englisch International Business Version 5.0 im Test

Praxistauglichkeit: Mit kleinen Schritten zum Ziel

In den 100 Dialogen werden konkrete Situationen geübt. Dies hat den Vorteil, dass kaum eine Sprechsituation nicht zumindest angeschnitten wird. Wer nach groben Kategorien lernen möchte, muss sich jedoch zunächst die passenden Aufgaben heraussuchen. Für die praktische Anwendung ist die Mischung zwischen Sprechen, Verstehen, Hören, Schreiben und Übersetzen gut gelungen. Die Software richtet sich eher an Anfänger als an Fortgeschrittene, da das Sprachniveau das Level B2 nicht übersteigt.

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Die Lerneinheiten sind in 100 kleine Teilaufgaben gegliedert, die stets nach ähnlichem Muster ablaufen. Nach einem einführenden Dialogtext, der durch ein passendes Bild unterlegt wird, werden die gesprochenen Inhalte anschließend mit unterschiedlichen Methoden bearbeitet. Hierzu gehören Übersetzung, Diktat, Sprechen, Training und Anwendung der neuen Wörter.

Im Nachschlagewerk sind umfangreiche Informationen zu Grammatik und Konjugation enthalten. Außerdem ist ein vollständiges Wörterbuch integriert, dessen Inhalte auch als Audiodateien vorhanden sind. Die Inhalte können sowohl wortwörtlich als auch inhaltlich übersetzt angezeigt werden. Nicht immer ist es jedoch möglich, Wörter aus dem Text heraus im Wörterbuch nachzuschlagen. Dafür sind die Verknüpfungen zwischen Wörterbuch, Sprachtrainer und Grammatikteil rundum gut gelungen.

Sinnvoll ist insbesondere der umfangreiche Grammatikteil, in dem so ziemlich alle Sonderregeln der englischen Sprache nach und nach abgehandelt werden. Zusätzlich zu den Überblicksdarstellungen allgemeiner Regeln finden sich hier auch gezielte Übungen zu den Aufgaben. Die Schwierigkeitsstufe bewegt sich zwischen A1 und B2 und ist somit recht niedrig und für Einsteiger geeignet.

Neue Wörter werden systematisch im Kontext des Dialoges erlernt. (Bild: Screenshot)
Neue Wörter werden systematisch im Kontext des Dialoges erlernt. (Bild: Screenshot)

Hervorzuheben ist beim Sprachtrainer insbesondere die Möglichkeit, sich auf problematische Laute zu konzentrieren und ähnlich klingende Wörter gezielt zu üben. Bei intensiver Verwendung dieser Trainingsmethode wird nebenbei auch die Lautschrift erlernt. Allerdings fehlt hier ein systematisches Feedback, um die Aussprache effektiv überprüfen zu können. Die Aussprache einzelner Wörter wird zwar visuell dargestellt, systematische Lernerfolge werden jedoch von der Spracherkennungssoftware nicht erfasst.

Die Software legt im Vergleich zu anderen Programmen einen stärkeren Schwerpunkt auf Übersetzungen. Nutzer können meist zwischen inhaltlicher und wortwörtlicher Übersetzung der Wörter wählen. Negativ anzumerken ist, dass die Unterrichtssprache sich von der gelernten Sprache unterscheidet. Dies ist für den Nutzer zwar deutlich bequemer, jedoch werden hier zusätzliche Chancen des Trainings verschenkt. Der voreingestellte Fokus auf Übersetzungen der englischen Inhalte kommt jedoch nur bestimmten Lerntypen zugute.

Individualisten und Personalisierungsfans profitieren von der Möglichkeit, sich eigene Lernpläne zusammenzustellen, in welchen die Schwerpunkte sowie die Reihenfolge der Übungen selbst gewählt werden. Nutzer können auch zwischen unterschiedlichen Lernprofilen wechseln. So kommen auch unterschiedliche Lerntypen mit der Software auf ihre Kosten. 

Im Lernplan können Nutzer eigene Schwerpunkte setzen. (Bild: Screenshot)
Im Lernplan können Nutzer eigene Schwerpunkte setzen. (Bild: Screenshot)

Der Vokabeltrainer funktioniert nach dem Karteikasten-Prinzip. Wörter werden automatisch auch vorgelesen, wodurch sich die Aussprache einprägen soll. Leider ist hier nur die Standardoption Deutsch-Englisch als Übungsmodus verfügbar. Dies wird allerdings durch den Konversationstrainer wieder ausgebügelt. Hier kann sich der Nutzer alle 100 Dialoge mittels der Methoden Hören und Verstehen, Sprechen, Übersetzen sowie Diktat einprägen. Diese Vielfalt ist zum einen didaktisch überaus wertvoll und zum anderen werden hier unterschiedliche Lerntypen und Lernziele gleichermaßen bedient.

Die Software kostete zum Testzeitpunkt beim Hersteller 89 Euro und bewegt sich damit in der oberen Preiskategorie. 

Fazit: Für Einsteiger gut geeignet

Strokes Englisch International ist sehr gut für Anfänger und Wieder-Einsteiger geeignet. Wissen, das vorausgesetzt wird, kann dank umfangreichem Grammatikteil und Vokabeltrainer nachbereitet werden. Insgesamt ist an der Sprachsoftware von Strokes hervorzuheben, dass die Übungen unterschiedliche Lerntypen bedienen. Der mögliche Fokus des Sprachtrainings auf bestimmte Laute kommt Menschen entgegen, die etwa ihr "TeeEitsch"- Aussprachproblem in den Griff bekommen wollen. Die kleinteilige Aufgliederung der Unterrichtseinheiten ist bei dem Versuch, gezielt bestimmte Situationen zu üben, zwar problematisch, wenn man sich aber regelmäßig ein kurzes Zeitfenster zum Lernen offen hält, passen die Einheiten gut zum Lerntempo und garantieren regelmäßige Erfolgserlebnisse. 

Spezielle Smartphone-Erweiterungen gibt es bis auf die genannte Export-Funktion der Audio-Dateien nicht, ebenso fehlen Online-Inhalte und zusätzliche Features, die in den Kurs integriert werden können. Wem allerdings nicht viel an solchen Extras liegt, dürfte mit dieser Software zufrieden sein.

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