Digitalfotografie leitete das Ende eine Ära ein
Wandel verschlafen: Kodak womöglich vor Insolvenzverfahren
Die Eastman Kodak Company bereitet womöglich ein Insolvenzverfahren vor. Medienberichten zufolge soll dadurch die tragische Talfahrt des Unternehmens gestoppt werden, das einst zu den erfolgreichsten Amerikas zählte.

Noch versuche das 131 Jahre alte Unternehmen ein Verfahren nach Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechts zu verhindern. Dazu sollen Berichten des "Wall Street Journals" und der "Financial Times" zufolge Patente verkauft werden.
Zugleich bereite sich das Unternehmen allerdings auf ein Insolvenzverfahren vor und führe Gespräche mit Banken, um sich circa eine Milliarde Euro zu leihen, um das Unternehmen während des Konkursverfahrens liquide zu halten. Ein Kodak-Sprecher wollte dies allerdings nicht gegenüber der amerikanischen Zeitung kommentieren.
Ungewisse Zukunft für 19.000 Mitarbeiter
Das Verfahren könnte laut "Wall Street Journal" bereits im Januar oder Februar beginnen. Dabei würde Kodak weiter seine Rechnungen zahlen und normal weiter agieren, während es unter Konkursschutz stünde. Dann würde der Fokus darauf liegen, die rund 1.100 Patente in einer gerichtlichen Auktion zu verkaufen.
Dass Kodak angeblich über ein Insolvenzverfahren nachdenkt, zeigt unter anderem, welche Schwierigkeiten der Wechsel zur digitalen Fotografie dem Unternehmen bereitete. In den Achtzigern und Neunzigern versuchte sich Kodak gar mit Chemikalien, Badreinigern und medizinischen Testanlagen, bevor es sich dafür entschied, sich auf Drucker zu spezialisieren. Laut dem Bericht ist Kodak das fünftgrößte Unternehmen am Druckermarkt, der von HP dominiert wird.
Schwierigkeiten eines früheren Marktriesen
Allerdings warfen diese Anstrengungen nicht genug Gewinn ab, um den nötigen Wandel des Unternehmens und die Rentenansprüche früherer Mitarbeiter zu finanzieren. Ein Verfahren nach Kapitel 11 könnte dem Unternehmen helfen, allerdings bleibt die Zukunft der 19.000 Mitarbeiter weiter ungeklärt.
Kodak hatte einst fast das Monopol am Filmmarkt. Frühere Mitarbeiter sagen, das Unternehmen sei das Apple oder Google seiner Zeit gewesen. 2003 verkündete das Unternehmen, seine Investitionen in Filme einzustellen. Die Aktien brachen zuletzt stark ein, wie das "Wall Street Journal" berichtete.
Sollte Kodak sich für das Insolvenzverfahren entscheiden, würde es anderen bekannten Unternehmen folgen, die es verpassten, sich wandelnden Geschäftsmodellen anzupassen, wie Polaroid und Blockbuster.

Traurige Sache. Erst Agfa und jetzt Kodak, beides zur Zeit der Analogfotgrafie blühende Firmen. Für engagierte Fotoamateure wie mich, die wegen der viel besseren Qualität noch gern mit Analogmaterial arbeiten, wird...
Naja, eine Entwicklung oder einen Trend "verschlafen" sieht aber anders aus! Digitalkameras werden seit Mitte/Ende der Neunziger auch von Privatpersonen eingesetzt. Beispiel: " the number of US...