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Videoüberwachung: Set aus NAS, Videodekoder und IP-Kamera im Test
Das ganze Haus im Blick

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Das Haus vor Übergriffen schützen: Netzwelt hat sich eine kleine Videoüberwachung, bestehend aus einem Netzwerkspeicher, einem IP-Kamera und einem zentralen Videorenderer, zusammengebaut.

Moderne Netzwerkspeicher ermöglichen auch das Zusammenspiel mit IP-Kameras im Heimnetzwerk. Damit stellt man sich schnell eine Videoüberwachung für Haus und Garten zusammen. Netzwelt testete eine solche Lösung, die sich auch für Privathaushalte lohnt.

NAS-Systeme eignen sich nicht nur als zentrale Speicherzentralen im Heimnetzwerk. Viele Geräte arbeiten auch mit IP-Kameras zusammen, sodass sich recht einfach ein kleines Set zur Videoüberwachung zusammenstellen lässt. Netzwelt hat sich hierfür die vor kurzem getestete DiskStation 212+ genommen und mit der IP-Kamera M1054 von AXIS verbunden.

Als Video Decoder schlossen wir die VS80 an - eine Überwachungsstation von Synology, die bis zu neun IP-Kameras synchronisiert und den Datenstrom per VGA an einen Fernseher weiterleitet. Der Vorteil der alles in allem rund 900 Euro teuren Überwachungslösung: Ein zentraler Rechner ist zur Live-Ansicht nicht mehr nötig; über Synology-Apps lassen sich die Videosignale auch geschickt über mobile Endgeräte abrufen.

Zur Installation der Videoüberwachung gilt es zunächst, das NAS-System auf den Einsatz vorzubereiten. Im Falle der DS212+ ist das Aufspielen des Synology-eigenen Serverbetriebsssystems DiskStation Manager (DSM) und gegebenenfalls eine Formatierung der Festplatten notwendig, wofür insgesamt rund zehn Minuten eingerechnet werden müssen. Bei anderen Netzwerkspeichern mit Schnittstellen zur Videoüberwachung geht die Installation bisweilen etwas schneller.

Viele IP-Kameras werden unterstützt

Die Betriebssysteme der NAS-Systeme unterstützen eine Vielzahl an gängigen IP-Kameras, worüber die Herstellerseiten Aufschluss geben sollten. Synology selbst teilt mit, dass der DSM in der Version 3.2 mehr als 800 IP-Kameras von 46 Marken unterstützt. Die im Test verwendete feste Netzwerkkamera M1054 von Axis dient ab Version 3.0 des Synology-OS zur Übertragung von Live-Bildern übers Netzwerk.

Zur Inbetriebnahme muss das Gerät zunächst per Ethernet-Kabel über Router oder Switch mit dem Netzwerk verbunden werden. Ein Anschluss eines Netzteils ist dank Power-over-Ethernet-Unterstützung hinfällig. Per DHCP wird der Netzwerkkamera in der Regel eine gültige IP-Adresse fürs Zusammenspiel mit NAS und Überwachungsstation geliefert.

NAS, Dekoder, Netzwerkkamera: Videoüberwachung im Test

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Mit einer IP-Kamera und NAS lässt sich leicht eine Videoüberwachung mit Aufnahmemöglichkeit einrichten. Per Videodekoder gelangen die Bilder auf ein Fernsehgerät. (Bild: netzwelt)

Aktivierung der Überwachungsstation

Zur manuellen Konfiguration dient die beiliegende Software AXIS IP Utility oder AXIS Camera Management, wenn Adressen an mehrere Geräte vergeben werden sollen. Dafür sollte das Gerät direkt an den Rechner angeschlossen werden. Ein erster Aufruf der Kamera-Homepage ist anschließend direkt aus dem Programm möglich.

Um per NAS auf die Überwachungsstation zuzugreifen, ist zunächst eine Aktivierung im Serverbetriebssystem nötig. Den Menüpunkt Surveillance Station findet man in den Systemeinstellungen. Darüber ist auch ein direkter Start der Überwachungsstation aus dem Interface möglich.

Einstellungsparameter

Dort fügt man dem System abschließend die jeweilige Netzwerkkamera zu, die wir im Testszenario AXIS-2 betitelten. Ist die Surveillance Station per VGA mit einem Fernseher verbunden, lässt sich das Live-Bild der Kamera auch auf dem TV-Gerät verfolgen. Als Anzeigemodus stehen 2x2, 3x2 oder 3x3 Felder für die integrierten IP-Kameras im Heimnetzwerk zur Verfügung. Für aufgenommene Bilder und die Live-Ansicht stehen verschiedene Optionen für die Bildqualität, Auflösung (bis 1.280 x 800) und Bildrate (bis 30) zur Verfügung. Als Videocodecs sind MPEG oder H.264 wählbar.

Das Synology-Betriebssystem ermöglicht einige interessante Einstellungen für die Überwachungsstation. So lassen sich Aufnahmen gezielt nach Wochentag und Uhrzeit programmieren - sinnvoll, wenn man unterwegs ist und im Ernstfall auf Überwachungsdaten zugreifen möchte. Die Kamerastreams landen als avi-Dateien in einem vordefinierten Ordner auf dem NAS. Zur Skalierung stehen verschiedene Parameter zur Verfügung, darunter die Dauer der Vor- und Nachaufzeichnung. In der Live-Ansicht ist auch eine manuelle Aufnahme möglich. Über eine Zeitachse lassen sich aufgenommene Ereignisse gezielt auswählen und abspielen.

HF-Modulator als Ergänzung

Ist die Überwachungsstation mit einem USB-Speicher verbunden, können dort auch Schnappschüsse von Live-Bewegtbildern hinterlegt werden. Sinnvoll ist eine Benachrichtigungsfunktion, die bei entdeckten Bewegungen oder anderen Aktionen einen Alarm per E-Mail oder SMS an eine angegebene Adresse sendet.

Eine intelligente Erweiterung der getesteten Überwachungslösung ist mit einem HF-Modulator möglich. Diese Adpater sind meist günstig für um die 50 Euro erhältlich und dienen zur Einspeisung von Videosignalen von DVD-Rekordern und anderen Geräten bei Fernsehern ohne Composite-Anschluss. Im Betrieb mit unserer Überwachungslösung kann die VS80 per VGA-Cinch-Kopplung zuzsätzlich zum SAT- oder Antennenkabel mit dem HF-Modulator verbunden werden. Auf dem Fernseher liegt das Live-Signal der Netzwerkkamera dann auf einem festen Kanal, was einen einfacheren Zugriff auf die Aufnahmen ermöglicht.

Einsatz ohne Surveillance Station

Die beschriebene Überwachungslösung lässt sich natürlich auch ohne Surveilance Station betreiben. Sinnvoll vor allem für Haushalte, in denen zur Live-Ansicht kein Fernseher, sondern lediglich Desktop-Rechner, Notebooks, Tablet-PCs oder Smartphones zur Verfügung stehen. Dann können Videostreams über die Live-Ansicht der AXIS-Kamera oder via Synology-App auf Smartphones abgegriffen werden. Per DynDNS ist auch ein Zugriff von unterwegs möglich, wenn das mobile Geräte mit 3G-Netzen oder Hotspots verbunden ist.

Eine Alternative ohne Surveillance Station wäre auch eine rein IP-basierte Lösung, etwa mit Video-Disk-Recordern (VDR) und weiteren IPTV-Plugins. Der VDR dient dann als Zentrale zur Weiterleitung der von den Netzwerkkameras gesendeten Signale an IP-fähige Geräte, etwa Fernseher mit Ethernet-Anschluss. Der Vorteil: Im Gegensatz zur Surveilance Station, die nur über einen VGA-Anschluss verfügt, wäre die parallele Weiterreichung an mehrere TV-Geräte im Haushalt möglich.

Fazit

Mit ein wenig Geld im Portemonnaie lässt sich schnell eine kleine Überwachungslösung für Zuhause zusammenbasteln - ideal vor allem für Nutzer, die bereits ein NAS mit einer Schnittstelle für Netzwerkkameras besitzen. Auch für Tankstellen oder andere Dienstleister könnte die Lösung interessant sein: Der dort häufig zum Einsatz kommende Mini-Fernseher lässt sich ohne Probleme an die VS80 anschließen. Zudem wird kein Rechner benötigt.

Ein Manko hat die Lösung allerdings: Die Surveillance Station VS80 ist mit einem Straßenpreis von rund 240 Euro recht teuer. Einige Nutzer dürften jedoch bereits mit Netzwerkkamera und NAS eine tragfähige Lösung zusammenstellen können.

Kommentare zu diesem Artikel

Das Haus vor Übergriffen schützen: Netzwelt hat sich eine kleine Videoüberwachung, bestehend aus einem Netzwerkspeicher, einem IP-Kamera und einem zentralen Videorenderer, zusammengebaut.

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  • Techfreak schrieb Uhr
    AW: Videoüberwachung: Set aus NAS, Videodekoder und IP-Kamera im Test

    Bei Synology gibt es eine Lizenz-Beschränkung auf z.Z. maximal eine Kamera. Will man mehrere Kameras anschließen, fallen zusätzliche signifikante SW-Lizenzkosten an. Ein Vergleich bei den NAS Anbietern lohnt also. QNAP beschränkt z.Z. auf 4 Kameras und für Thecus gibt es das sogar schon das offene ZoneMinder Paket, was gar ohne Begrenzung der Anzahl Kameras daherkommt. Viele IP-Kameras können direkt auf eine SMB also Windows Freigabe aufzeichnen und sind so intelligent (eigebaute Web-Server), dass sie selber die Bewegungserkennung einschalten und nur dann aufnehmen. Bei entsprechend reduzierter Bildwiederholrate, Auflösung und Komprimierung (H.264) kann das zu speichernde Datenvolumen erheblich reduziert werden. Damit kommen dann auch zB Router/Fritzboxen als NAS in Frage, die oft sowieso schon vorhanden sind und ständig laufen (24/7). An diesen Boxen kann man z.B. einen USB Stick oder eine kleine stromsparende USB-Festplatte(auch SSD) direkt anschließen. Für den Hausgebrauch reicht die Performance, dank guter Komprimierung der Videodaten (H.264). Auch sind die Router geeignet, um von "überall" auf die aufgezeichneten Video und den Kamera Live-Videostream zuzugreifen. In diesem Fall muss ein evtl. vorhandener NAS dann auch nicht extra hochfahren und kann im stromsparenden Stand-by bleiben und auf Anwendungen warten, wo man eine hohe Datenübertragungsrate auch wirklich benötigt. Die Kamerahersteller liefern in der Regel auch SW bei, die für viele Anwendungsfälle im privaten Bereich völlig ausreichend ist. Es gibt auch kostenlose/freie SW-Pakete wie z.B. iSPY. Wichtig ist noch ein rechtlicher Hinweis, dass es Beschränkungen und Regelungen gibt, die zu beachten sind, was und wen man überhaupt aufzeichnen darf. Bin gespannt was es nächste Woche auf der CeBIT dann Neues zum Thema NAS und CCTV gibt.

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Videoüberwachung: Set aus NAS, Videodekoder und IP-Kamera im Test
Videoüberwachung: Set aus NAS, Videodekoder und IP-Kamera im Test
Das Testszenario besteht aus einem NAS, einer IP-Kamera und einem Videorenderer zur Weiterleitung der Bilder auf einen Fernseher.
http://www.netzwelt.de/news/90130-videoueberwachung-set-nas-videodekoder-ip-kamera-test.html
2012-01-10 16:48:08
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Videoüberwachung: Set aus NAS, Videodekoder und IP-Kamera im Test