Bessere PDF-Unterstützung und neue Textwerkzeuge
Software-Update: Open-Source-Programm Scribus in Version 1.4
Scribus ist eines der beliebtesten Open-Source-Werkzeuge und perfekt dazu geeignet, anspruchsvolle Dokumente wie Flyer oder Broschüren am PC zu erstellen. In der neuen Version 1.4 wartet die DTP-Anwendung mit höherer Stabilität und zahlreichen neuen Funktionen auf, sodass ein Wechsel sehr zu empfehlen ist.

Inhaltsverzeichnis
- 1Die Qt4-Bibliothek
- 2PDF in Version 1.5
- 3Die Feinheiten
- 4Fazit
Der Markt für DTP-Anwendungen wird von zwei Programmen bestimmt: Adobe Illustrator und QuarkXPress. Beide sind zwar sehr ausgereift und haben sich seit Jahren bewährt, sie sind jedoch auch sehr teuer. Für solche Nutzer, die nicht mehrere Hundert Euro für ein Programm ausgeben möchten, wurde Scribus entwickelt.
Die Qt4-Bibliothek
Das Programm ist quelloffen und für jeden Nutzer kostenlos erhältlich. Mit der kürzlich freigegebenen Version 1.4 setzt Scribus auf die Qt4-Bibliothek, während bisher Qt3 zum Einsatz kam. Das sorgt dafür, dass endlich auch der Macintosh als Zielplattform offiziell unterstützt wird und noch mehr Linux- und Unix-Betriebssysteme genutzt werden können - darunter auch exotische Plattformen wie die eComStation. Qt4 soll außerdem sicherstellen, dass Scribus auf allen Computern gleich stabil und schnell läuft. Im Kurztest erwies sich die Bedienung auf den ersten Blick tatsächlich als etwas flüssiger. Scribus 1.4 kann wie gewöhnlich von der offiziellen Website oder hier bei netzwelt geladen werden. An der Installation hat sich seit der Version 1.3 nichts geändert.

PDF in Version 1.5
Es ist zu erwarten, dass Scribus 1.4 schon bald in alle wichtigen Linux-Distributionen einziehen wird. Spätestens mit Ubuntu "Precise Pangolin", das im April 2012 erscheinen soll, dürfte das DTP-Programm auf breiter Front ausgeliefert werden. Eine Neuerung springt den meisten Nutzern nicht sofort ins Auge, ist aber sehr wichtig: Scribus erzeugt nun Dateien nach dem PDF-Standard 1.5 und zieht so mit anderen Produkten im DTP-Bereich gleich. Sofern Nutzer fertige PDF- und EPS-Dokumente in ein neues PDF einbetten möchten, werden diese nicht mehr als große Bilddatei integriert, sondern als Vektorgrafik - das spart eine Menge Speicherplatz. Auch die Import-Funktion haben die Scribus-Entwickler verbessert: Die Software kommt jetzt besser mit Illustrator-, Kivio- oder Calmus-Dokumenten zurecht, als es bisher der Fall war.
Die Feinheiten
Zwar hat sich an der Grundstruktur der Anwendung nichts geändert, jedoch haben die Entwickler an zahllosen Details geschraubt: Sichtbar sind die Ergebnisse zum Beispiel bei der Textformatierung. Hier stehen den Nutzern nun einige neue Optionen zur Verfügung, um etwa schneller mit Schriftarten zu arbeiten. Zusätzlich kommt Scribus nun mit EXIF-Daten zurecht, sodass bei der Übertragung eines Fotos aus Adobe Photoshop und anderen Bildbearbeitungen keine Informationen mehr verloren gehen. Die Farbverwaltung mithilfe von LittleCMS sorgt dafür, dass sich selbst anspruchsvolle Nutzer mit Scribus leichter anfreunden können.

Fazit
Scribus 1.4 ist die erste stabile Version des Programms seit über vier Jahren. Trotzdem bleibt der große Bruch mit der 1.3er-Serie aus, sodass sich Nutzer nicht umgewöhnen müssen. Scribus ist weiterhin eine der besten Lösungen im DTP-Bereich - gerade, wenn Nutzer keine teuren Gebühren bezahlen wollen.

InDesign, nicht Illustrator..