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Stein des Anstoßes: Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test
Breiterer Rahmen, neue Lautsprecher-Position

von Jan Kluczniok
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Ein breiterer Rahmen, eine neue Position für die Lautsprecher sowie die Android-Version 3.2 - das sind die Änderungen, die Samsung nach gerichtlicher Auseinandersetzung mit Apple beim Galaxy Tab 10.1N vorgenommen hat. Des Weiteren hat der Hersteller am Ökosystem gefeilt. Am Gesamteindruck des Tablet-PCs ändert dies aber wenig.

Samsung bringt mit dem Galaxy Tab 10.1N die nunmehr dritte Variante des Galaxy Tab 10.1 auf den deutschen Markt. Nachdem der Hersteller das erste Modell als nicht konkurrenzfähig erachtete und Apple gegen das zweite Modell ein Verkaufsverbot erwirkte, soll das Tab 10.1N dem iPad 2 nun endlich in Deutschland Marktanteile abgraben.

Neues Design

Ob sich das Tablet nun durch den breiten Metallrahmen und die anders platzierten Lautsprecher stark vom iPad-Desgin abhebt, will netzwelt an dieser Stelle nicht beurteilen. Eines steht aber fest: Der breitere Rahmen lässt das Tab 10.1N deutlich dicker wirken, dabei ist die Tiefe von 8,6 Millimetern unverändert. Der neue Platz für die Lautsprecher an der Oberseite bringt den Vorteil mit sich, dass der Nutzer diese nicht mehr so schnell beim Halten des Tablets verdeckt.

Durch die räumliche Nähe entsteht zudem ein deutlich wahrnehmbarer Stereo-Effekt. Die Klangqualität ist aber erwartungsgemäß nur durchschnittlich. Im Test schepperten die Lautsprecher. Um Musik wirklich zu genießen, sollte der Nutzer daher Kopfhörer verwenden. Eine weitere Schwäche des Designs ist die Rückseite. Sie besteht aus Klavierlack und zieht Schmutz magisch an, zudem wirkt sie billig und ist sehr rutschig.

Die geriffelte Rückseite des Galaxy Tab 10.1V oder das Metallgehäuse des Galaxy Tab 7.7 gefielen netzwelt im Vergleich deutlich besser. Mangelhaft ist die Ausstattung mit Schnittstellen. Das Tablet weist lediglich eine propritäre Schnittstelle auf. Die entsprechenden Adapter, beispielsweise für den Anschluss an einen Fernseher, kosten bei Samsung zwischen 30 und 40 Euro.

Erweitertes Ökosystem

Der späte Verkaufsstart hat für Samsung aber nicht nur Nachteile: Seit der Veröffentlichung des ursprünglichen Galaxy Tab 10.1 ist das Android-Tablet-Ökosystem deutlich gewachsen. So bietet beispielsweise die Welt-Gruppe ihren Welt Reader mittlerweile auch für Android und nicht mehr nur für iOS an. Auf dem Testgerät selbst war zudem nun auch der Readers Hub von Samsung verfügbar. Er bietet Zugriff auf Zeitungen, Bücher und Magazine. Allerdings werden diese von verschiedenen Anbietern bereitgestellt. Leseratten müssen sich also mit drei Diensten (Zinio, Kobo und PressDisplay) vertraut machen und sich jeweils ein Konto einrichten, um den Dienst dauerhaft nutzen zu können.

Hier zeigt sich beim Galaxy Tab 10.1N ein Nachteil von Android-Tablets gegenüber dem iPad: Inhalte sind noch vergleichsweise rar und nicht so unkompliziert zu erwerben wie bei Apple, das neben Musik, Büchern, Apps und Spielen auch Filme über seinen iTunes Store vertreibt. Beim Tab 10.1N beschränkt sich das Angebot dagegen auf Apps, Musik und Bücher. Die versprochenen Hubs Movie und Games fehlen dagegen weiterhin. Sie sollten bereits beim ursprünglichen Modell per Software-Update nachgereicht werden. Zumindest erkennen die meisten Webseiten jetzt das Galaxy Tab 10.1N als Tablet-PC und wechseln nicht mehr wie bei den ersten Honeycomb-Tablets auf die Smartphone-Version der Webseite.

Android 3.2 und TouchWiz

Ab Werk läuft das Galaxy Tab 10.1N mit Android 3.2. Davon profitieren Nutzer, da sie Smartphone-Apps beispielsweise nun auch ohne Umwege im Vollbildmodus laufen lassen können. Die TouchWiz-Oberfläche ergänzt das Betriebssystem zudem sehr gut. Der über die Taskbar aufzurufene Task Manager beschleunigt etwa das Schließen von Apps.

  • Bei der N-Variante hat Samsung unter anderem die Position der Lautsprecher verändert. (Bild: netzwelt)
  • Das Tablet ist unverändert 10,1 Zoll groß. (Bild: netzwelt)
  • An Schnittstellen bietet das Tablet nur einen propitären Anschluss. (Bild: netzwelt)
  • Eine weitere Veränderung gegenüber dem ursprünglichen Galaxy Tab 10.1 ist der Rahmen. Er ist nun deutlich breiter. (Bild: netzwelt)
  • Die Rückseite ist äußerst rutschig. (Bild: netzwelt)
  • Samsung verbaut auf der Rückseite eine 3,2-Megapixel-Kamera. (Bild: netzwelt)
  • Als Betriebssystem kommt Android 3.2 zum Einsatz. (Bild: netzwelt)

Das bereits vom Galaxy S2 bekannte Zoomen über Kippbewegung erleichtert das Lesen - funktioniert aber leider nur bei Webseiten und Bildern, nicht aber bei E-Books oder Dokumenten. Ebenfalls praktisch: Die in die Taskleiste integrierte Screenshot-Taste. Zu bemängeln ist aber, dass auch das Tab 10.1N im Test die Zusammenarbeit mit MacBook und iMac verweigert - trotz installiertem Android File Transfer. Ein Datenaustausch mit dem Mac ist daher nur über Tools von Drittanbietern via WLAN möglich oder über eine parallele Windows-Installation auf dem Mac.

Doppelkamera

Samsung verbaut auf der Rückseite des Tablets eine 3,2-Megapixel-Kamera, die im Test akzeptable Fotos macht. Videoaufnahmen sind in HD-Qualität möglich. Die Qualität ist aber nur durchschnittlich, im Test war ein deutliches Rauschen zu sehen. Störende Nachzieh-Effekte traten dagegen nicht auf.

Auf der Vorderseite des Samsung Galaxy Tab 10.1N ist eine Frontkamera verbaut, die für Videotelefonate ein akzeptables Bild liefert. Mit der Frontkamera aufgenommene Fotos weisen dagegen ein deutliches Bildrauschen auf.

Arbeitstempo und Akku-Laufzeit

Das Samsung Galaxy Tab 10.1N arbeitet flüssig. Zum Teil kam es im Test aber zu kurzen Verzögerungen oder Rucklern. Gefühlt arbeitet Apples iPad 2 flüssiger - was auch an der stärkeren Integration von Hard- und Software liegen mag. Das Display begeistert im Test beim Videoschauen mit einem großen Blickwinkel. Die starken Spiegelungen können aber je nach Lichtverhältnissen die Darstellung trüben.

Der Akku soll laut Samsung bis zu neun Stunden Videowiedergabe und 72 Stunden Musikwiedergabe ermöglichen. Das deckt sich mit den Testeindrücken von netzwelt. Die Akku-Laufzeit liegt in etwa auf dem Niveau des Apple iPad 2, wobei dieses aber gefühlt einen Tick länger durchhält.

Varianten und Preise

Das Samsung Galaxy Tab 10.1N ist in den Farben Schwarz und Weiß sowie in den Speichergrößen 16, 32 und 64 Gigabyte erhältlich. Erweiterbar per Speicherkarte ist der interne Speicher nicht. Nutzer haben zudem die Wahl, ob sie eine 3G/WiFi-Version oder lieber eine reine WiFi-Variante kaufen wollen. Die Preise beginnen bei 539 Euro (WiFi) und 629 Euro (3G/WiFi).

Die reine WiFi-Variante ist damit etwas teurer als der Konkurrent iPad 2, die 3G-Variante dagegen etwas günstiger. Im Netz sind die Geräte aktuell bis zu 100 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers erhältlich. Die Netzbetreiber Base, O2,Telekom und Vodafone führen das Galaxy Tab 10.1N ebenfalls im Angebot.

Ausführliche Testberichte zum Samsung Galaxy Tab 10.1 und zum Samsung Galaxy Tab 10.1V finden Sie auf netzwelt.

Aktuelle Preise
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netzwelt
6.0
Samsung Galaxy Tab 10.1N
Vorteile
  • Leistung
  • Display
Nachteile
  • Verarbeitung
  • Kompatibilität
  • Speicher nicht erweiterbar

Nicht perfekt

Das Samsung Galaxy Tab 10.1N ist unverändert einer der besten Tablet-PCs am Markt. Vor allem die TouchWiz-Oberfläche wusste im Test zu gefallen. Schwächen bei der Verarbeitung und die eingeschränkte Kompatibilität zu Mac-Rechnern verhindern aber, dass das Tablet Apples iPad 2 vom Thron stürzt. Andere Android-Konkurrenten bieten zudem mehr Schnittstellen und einen erweiterbaren Speicher.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Einsortierung
Samsung Galaxy Tab 10.1N von Samsung wurde als Tablet-PC abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, Samsung, Tablet-PC, Samsung Galaxy Tab, Review und Samsung Galaxy .
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