Einführung in das Subsystem für Unix-basierte Anwendungen
Subsystem: Unix- und Linux-Programme unter Windows ausführen
Nur die wenigsten Nutzer bekommen in ihrer täglichen Arbeit mit Windows 7 das sogenannte Subsystem für Unix-basierte Anwendungen zu Gesicht. Dabei hat es die Windows-Funktion durchaus in sich: Einmal installiert, lassen sich damit viele Unix- und Linux-Programme unter Windows kompilieren und ausführen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Subsystem
- 2Installation
- 3Im Einsatz
- 4Fazit
Steve Ballmer, Vorstandsvorsitzender von Microsoft, ist im Open-Source-Lager nicht sehr beliebt - vor allem, weil er 2001 Linux als "Krebsgeschwür" bezeichnet hat. Auch sonst gilt Microsoft nicht gerade als sehr freundlich, was den Umgang mit konkurrierenden Plattformen betrifft. Insbesondere Unix und dessen freier Abkömmling Linux sind davon betroffen.
Subsystem
Eine Ausnahme gibt es aber: Das hauseigene Betriebssystem Windows bietet seit Jahren eine Funktion, um Unix-basierte Anwendungen einfacher ausführen zu können - genannt "Subsystem für Unix-basierte Anwendungen", kurz Microsoft SUA. Neben Windows Server 2003 und Server 2008 ist es seit Windows Vista auch Bestandteil der Client-Version. Allerdings liefert Microsoft das Subsystem nicht in allen Versionen aus, aktuell steht es nur in der Ultimate- und Enterprise-Variante zur Verfügung. Das ist zwar etwas schade, aber durchaus nachvollziehbar. Schließlich richtet sich Microsoft SUA primär für an anspruchsvolle Profi-Nutzer.

Installation
Die Installation des Subsystems für Unix-basierte Anwendungen ist einfach: Im ersten Schritt muss die entsprechende Windows-Funktion installiert werden, was über die Systemsteuerung in wenigen Minuten erledigt ist. Anschließend befindet sich Microsoft SUA noch nicht vollständig auf dem PC, sondern nur dessen Dokumentation sowie ein Link, der zum eigentlichen Download auf der Microsoft-Website führt - beide findet der Nutzer erwartungsgemäß im Start-Menü. Nachdem er die über 400 Megabyte große Setup-Datei für sein System (32- oder 64-Bit-PC) heruntergeladen hat, kann er Microsoft SUA endlich installieren. Der Setup-Assistent bedarf keiner weiteren Erklärung, nach dessen Ende sollten Nutzer ihren PC aber neu starten.
Im Einsatz
Gewöhnlich ist die Installation in wenigen Minuten abgeschlossen, selbst wenn alle optionalen Komponenten eingerichtet werden. Microsoft SUA kann dann jederzeit über das Start-Menü aufgerufen werden: Nutzer haben die Wahl zwischen mehreren Shells, auf denen sie Unix-Befehle und -Anwendungen ausführen können. Dort können sie auf über 350 Befehle zurückgreifen, die sie von anderen Unix-/Linux-Systemen kennen - sie werden durch die GNU-Tools bereitgestellt. Neben grep, kill und anderen sind der Editor vi und der gcc verfügbar. Letzterer sorgt dafür, dass beliebige andere Unix-/Linux-Anwendungen in Microsoft SUA übersetzt und ausgeführt werden können. Mit dem Subsystem für Unix lernt das Betriebssystem Windows 7 außerdem das NFS-Protokoll, sodass Nutzer auf freigegebene Ordner auf einem NFS-Server zugreifen können.

Fazit
Microsoft pflegt das Subsystem für Unix-basierte Anwendungen seit Jahren aktiv - und zeigt damit, dass die Nutzer alternativer Betriebssysteme dem Konzern wichtiger sind, als es manchmal erscheint. Auch wenn Unix und Linux in einer virtuellen Maschine bequem unter Windows ausgeführt werden können, ist SUA weiterhin eine leistungsfähige Arbeitsumgebung.
