White Label Office als neue Version der beliebten Office Suite
OpenOffice: Erstes Lebenszeichen nach langer Pause
OpenOffice.org wird nicht mehr federführend durch Oracle entwickelt, sondern ist mittlerweile ein Projekt der Apache Software Foundation - und von dort gibt es nun ein erstes Lebenszeichen. Während die Entwicklung dort noch stockt, haben ehemalige Unterstützer eine neue Version als White Label Office freigegeben.

Inhaltsverzeichnis
- 1Neueste Version
- 2Das ASF-Projekt
- 3Fazit
OpenOffice galt jahrelang als einziger ernstzunehmender Konkurrent für Microsoft Office - bis der IT-Konzern Oracle den Konkurrenten Sun Microsystems übernahm und enttäusche Entwickler das Schwesterprojekt LibreOffice aus der Taufe hoben. Es liegt heute in vielen Bereichen klar vor OpenOffice.
Neueste Version
Die meisten freiwilligen Entwickler, die früher an OpenOffice gearbeitet haben, unterstützen jetzt LibreOffice - das ist mit Sicherheit einer der Gründe dafür, dass alle großen Linux-Distributionen inklusive Ubuntu auf das neue Projekt umgestellt haben. Allerdings gibt es durchaus noch Entwickler, die OpenOffice die Treue gehalten haben - sie nennen sich "Team OpenOffice" und arbeiten fleißig an dem Büropaket. Vor einigen Tagen ist mit der neuen Version 3.3.1 die erste Zusammenstellung erschienen, die in Eigenregie entwickelt wurde. Sie ist als direkter Nachfolger für OpenOffice 3.3.0 konzipiert und soll als solide Arbeitsgrundlage für die Zukunft dienen. So weit, so gut - wären da nicht die markenrechtlichen Probleme rund um die Aktualisierung.
Das ASF-Projekt
Die Apache Software Foundation, der Oracle offiziell das Projekt OpenOffice inklusive aller damit verbundenen Rechte gespendet hat, besteht rigoros auf dem Schutz der eigenen Marken. Daher kann Team OpenOffice sein Büropaket nicht unter dem bekannten Namen herausgeben, sondern muss es anders bezeichnen - im konkreten Fall haben sich die Entwickler für "White Label Office" entschieden. Damit existieren nun ganze drei Programme, die auf dem ehemaligen Büropaket aus dem Hause Sun basieren - OpenOffice, LibreOffice und das neue White Label Office. Die Apache Software Foundation hat die Freigabe des letzteren Projekts in ungewöhnlich scharfer Weise kritisiert: Statt an einem weiteren Schwesterprojekt zu arbeiten, sollten sich die Entwickler besser der ASF anschließen und die nächste "offizielle" Version der Software unterstützen.

Fazit
Die Position der Apache Software Foundation ist zwar durchaus verständlich, aber nicht wirklich zielführend: Seit jeher lebt die Open-Source-Community davon, dass sich Projekte abspalten und deren Ideen auch wieder dem Mutterschiff zukommen. Die Strategie, die Entwicklung von OpenOffice zu stark zu kontrollieren, hat schon bei Oracle nicht funktioniert - und LibreOffice einen fast unüberwindbaren Vorsprung verschafft.
