Erste deutsche Städte stehen online
Panorama gestartet: Microsoft Bing Maps StreetSide
Google hat mit seinem Panorama-Dienst StreetView für Unmut bei Datenschützern gesorgt, während Microsoft das Konkurrenzangebot Bing Maps StreetView weitgehend ohne große Beschwerden aufbauen konnte. Nach mehreren Monaten Vorbereitung geht der Kartendienst nun auch in Deutschland an den Start.

Inhaltsverzeichnis
- 1Kaum Beschwerden
- 2Bayern für den Start
- 3Plugin und Markierung
- 4Fazit
Google Maps hat sich zu einem bedeutenden Bestandteil der Internet-Infrastruktur entwickelt, selbst Konkurrenten wie Apple setzen auf den Kartendienst. Der einzige ernsthafte Konkurrent für die Plattform nennt sich Bing Maps und schließt mehr und mehr zum Marktführer auf, was insbesondere für Panoramen gilt.
Kaum Beschwerden
Nachdem Google StreetView bereits im November 2010 gestartet wurde, folgt mehr als ein Jahr später jetzt StreetSide: Microsoft veröffentlicht Panorama-Ansichten in diesen Tagen ohne besondere Ankündigung, was in die gesamte bisherige Strategie des Konzerns passt. Anstatt auf StreetSide in großen Kampagnen hinzuweisen und den Unmut unterschiedlichster Interessengruppen zu riskieren, wie es Google getan hat, üben sich die Manager aus Unterschleißheim bei München in vornehmer Zurückhaltung. Offensichtlich scheint die Strategie aufzugehen: Während bei Google 244.000 Einsprüche gegen bestimmte Abbildungen von Wohnungen und Häusern eingegangen waren, zählte Microsoft nur knapp 80.000 derartige Beschwerden.
Bayern für den Start
Grund für die Zurückhaltung der Nutzer ist offenbar, dass zahlreiche Bedenken im Vorfeld ausgeräumt werden konnten und sich Microsoft an einen öffentlich einsehbaren Datenschutz-Kodex hält, der gemeinsam mit dem Branchenverband BITKOM entwickelt wurde. Der Start von Bing Maps StreetSide in Deutschland bringt für bayerische Surfer einige Vorteile: Zunächst gehen die Städte München und Augsburg an den Start, der Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen soll bald folgen. Auch in Ingolstadt und Würzburg sind die Kamerafahrten bereits abgeschlossen, was auf einen baldigen Start schließen lässt. Andere Regionen werden ebenfalls bis Ende Dezember verfügbar sein - insbesondere Berlin wird Bing Maps sicher bald abdecken.
Plugin und Markierung
Die Verwendung von Bing Maps StreetSide hat einen großen Vorteil gegenüber Google StreetView: Die Aufnahmen der Kameras sind deutlich jünger, was insbesondere in Regionen mit reger Bautätigkeit ein deutlich realistischeres Bild von einer Stadt liefert. Google plant derzeit nicht, seine Aufnahmen durch neue Fahrten mit den Google-Autos zu aktualisieren - insofern ist hier Microsoft deutlich im Vorteil. Allerdings müssen Nutzer für den Zugriff auf StreetSide die Erweiterung Microsoft Silverlight in ihrem Browser installiert haben, was bei Google StreetView nicht notwendig ist. Beide Dienste nutzen übrigens eine ausgefeilte Software, die Gesichter und Kennzeichen unkenntlich machen soll. Sofern Surfer trotzdem ein Problem entdecken, haben sie die Möglichkeit, das Panorama zu markieren - ein Mitarbeiter von Microsoft überprüft es dann zeitnah.

Fazit
Mit StreetSide schließt Microsoft zu Google auf, dessen Dienst StreetView große Aufmerksamkeit erregt hat und täglich Zehntausende Nutzer anzieht. Beide Plattformen sind die Grundlage für eine ganze Reihe innovativer neuer Anwendungen, die Entwickler in den nächsten Jahren entwerfen werden.
