Hintergrund zur ARM-Architektur
Netzwelt-Wissen: Prozessoren der ARM-Familie
ARM steht für Advanced RISC Machines und beschreibt einen Prozessortyp, der von der gleichnamigen britischen Firma entwickelt wird. Die Zukunft der ARM-Chips sieht glänzend aus: Nachdem Apple bei iPad und iPhone längst auf ARM setzt, wird auch das kommende Windows 8 mit der Architektur zurechtkommen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Die Verwandtschaft
- 2Apple setzt auf ARM
- 3ARM und Windows 8
- 4Fazit
Seit über 20 Jahren beherrscht ein einziger Prozessortyp die ganze IT-Branche: Der x86-Chip ist allgegenwärtig und hat dafür gesorgt, dass sein Urheber Intel zu einer der größten Technologiefirmen der Welt wurde. Nachdem selbst Apple mit dem Mac zu x86 gewechselt ist, existieren praktisch keine Alternativen mehr.
Die Verwandtschaft
Das könnte sich bald ändern: In einem Großteil moderner Smartphones und Tablet-Geräte steckt bereits ein ARM-Prozessor, sodass die Hersteller natürlich auf die Idee kommen, diesen auch in Desktop-Rechnern zu verwenden. Die ARM-Architektur bietet einen gravierenden Vorteil gegenüber klassischen x86-Prozessoren: Die Leistungsaufnahme ist geringer, mit einer Akku-Ladung hält der Prozessor also wesentlich länger durch als die meisten vergleichbaren anderen CPUs. Sofern gewünscht, können die ARM-Chips aber auch auf hohe Leistung getrimmt werden - nicht zuletzt durch die Verwendung mehrerer Kerne in einem Prozessor.
Apple setzt auf ARM
Apple gilt als einer der größten Förderer der ARM-Technologie, da die beiden hauseigenen A4- und A5-Prozessoren im iPhone und iPad auch auf der ARM-Architektur basieren. Das ist nicht ungewöhnlich, da Apple seit Jahren eng mit der ARM Limited verbunden ist: In den 90er Jahren haben die Ingenieure aus Cupertino bereits an der dritten Version der ARM-Architektur mitgearbeitet, als das Entwickler-Team der ARM-Prozessoren gerade von Acom in eine eigene Firma ausgegründet wurde. Der Apple Newton war eines der ersten mobilen Endgeräte überhaupt mit einem ARM-Prozessor. Seit Jahren kursieren Gerüchte, Apple werde ARM bald komplett zu übernehmen und plane außerdem, auch MacBooks mit einer ARM-CPU zu produzieren.
ARM und Windows 8
Der wichtigste Grund für den Erfolg der ARM Limited ist, dass die Firma Lizenzen für ihre Architektur vergibt: Jedes beliebige Unternehmen, das eigene Prozessoren auf ARM-Basis herstellen möchte, kann gegen eine entsprechende Gebühr ARM-Technologie einkaufen. Neben Apple besitzen unter anderem Sony, Samsung, Motorola und andere Branchengrößen eine gültige Lizenz für ARM-Chips. Das dürfte auch einer der Gründe sein, aus denen Microsoft für das kommende Windows 8 eine ARM-Unterstützung angekündigt hat: Das Betriebssystem soll endlich auf der breiten Masse der Tablets laufen, auch wenn normale Windows-Programme nicht automatisch auf ARM laufen werden - die Hersteller müssen sie gesondert für die Architektur übersetzen. Ob Microsoft das auch bei den eigenen Programmen wie Office tun wird, ist bislang noch nicht abzusehen.
Fazit
Glaubt man der Meinung von Analysten wie IHS iSupply, können Systeme mit ARM-Prozessor bis zum Jahr 2015 ein Viertel des Markts für sich gewinnen - vor allem mit Unterstützung durch Windows 8. Die ARM-Architektur hat das Potential, zur einzigen echten Konkurrenz für Intels Core- und Atom-Chips zu wachsen - vor allem, weil sie weniger Strom verbrauchen. Bei mobilen Endgeräten ist die Akkulaufzeit bekanntlich enorm wichtig.

Ich wundere mich schon seit Jahren warum kein Notebookhersteller ein Notebook mit ARM und Intel CPU baut. Man macht sich eben Abhängig von Windows. Das läuft ja leider zur Zeit nur auf x86 Cpus.