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Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test
Exzellente Kantenführung

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Auch das traditionsreiche Unternehmen Vorwerk schickt mit dem Kobold VR100 einen neuen Staubsauger-Roboter ins Rennen. Der Kobold zeigte im Test vor allem beim Ausfahren der Kanten und Umfahren von Hindernissen seine Stärken.

Als der erste Vorwerk Kobold-Staubsauger in den 1930er Jahren auf den Markt kam, dachten die Ingenieure sicherlich nicht daran, dass die Zukunft des Geräts so aussehen würde wie der Kobold VR100. Der Staubsauger-Roboter navigiert durch Laser- und Bodensensoren und übernimmt die Bodenreinigung so vollautomatisch. Besonders beim Ausfahren von Kanten und Umfahren von Hindernissen zeigte das Modell seine Stärken.

Vorwerk setzt mit dem Kobold VR100 auf die Technologie des kalifornischen Unternehmens Neato Robotics, das bereits im Juni 2010 mit dem Neato XV-11 ein vergleichbares Modell auf den Markt brachte. Genau wie der Neato navigiert auch der Kobold nicht über Kameras, sondern verfügt über Laser und Bodensensoren, durch die er den Raum erkennt und systematisch aufteilt. Daher ist auch Dunkelheit kein Problem für den Roboter. Die Technologie ermöglicht es dem Kobold zudem, Treppen und vergleichbare Hindernisse zu vermeiden.

Schlanke Basisstation

Die Verarbeitung des Kobold von Vorwerk ist überzeugend. Klappernde oder brüchig erscheinende Elemente sind nicht zu finden. Neben der Hauptrolle besitzt das Modell allerdings nur eine kleine Seitenbürste, deren Borsten zudem sehr kurz ausfallen.

Durch das präzise Ausfahren der Raumkanten gelingt es dem Kobold dennoch, für Sauberkeit an schwer erreichbaren Stellen zu sorgen. Überzeugend ist zudem die Basisstation des Geräts, die sehr flach und platzsparend ausfällt und überdies die Kabel des Netzteils verbirgt.

Keine Fernbedienung

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten verfügt der Kobold lediglich über zwei unterschiedliche Reinigungsmodi, den Auto- und den Spot-Modus. Letzterer ist für die manuelle Reinigung einer begrenzten Fläche geeignet, da der Roboter in diesem Modus eine 1,5 x 1,2 Meter große Fläche abfährt.

Hier fiel im Test störend auf, dass das Modell von Vorwerk keine Fernbedienung besitzt und daher der Nutzer das Gerät selbst an den Ort setzen muss, an dem er es einsetzen will. Dies könnte insbesondere zu Problemen führen, wenn sich der Roboter beispielsweise unter dem Bett festfährt. Vom Nutzer kann der Kobold lediglich nach Beginn des Putzvorgangs und einer Dauer von ungefähr 10 bis 15 Minuten über den entsprechenden aufpoppenden Menüpunkt am Gerät selbst zur Basisstation zurückgeschickt werden.

Vorwerk Kobold VR100

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Das Zubehör des Vorwerk besteht aus einer schlanken Basisstation und einem zusätzlichen Begränzungsband. (Bild: netzwelt)

Starker Auto-Modus

Der Auto-Modus ist die absolute Stärke des Geräts. In diesem fährt der Kobold zunächst die Kanten des Raumes ab und teilt das Zimmer anschließend in 4 x 4 Meter große Bereiche ein, die er systematisch versetzt abfährt.

Besonders das Umfahren von Gegenständen und das Ausfahren der Kanten gelang dem Roboter im Test überzeugend. Reicht die Akku-Kapazität von 4.500 Milliamperestunden nicht aus, um den Raum komplett zu reinigen, kehrt das Gerät zur Basisstation zurück und setzt das Putzen nach dem Ladevorgang weiter fort.

Raumerkennung

Einen Büroraum mit ungefähr 20 Quadratmetern reinigte der Roboter in 30 Minuten und das private 14-Quadratmeter-Zimmer mit vielen Möbeln in 20 Minuten. Auch die anschließende Rückkehr zur Basisstation gelang in den meisten Fällen problemlos. Außerdem erkennt das Modell von Vorwerk bei geöffneten Türen den Anfang eines neuen Raumes und befährt diesen in der Regel erst, wenn die Reinigung des ersten Zimmers abgeschlossen ist. Lediglich wenn sich die Energie des Kobold dem Ende neigt, die dem Hersteller zufolge bei Volladung für 90 Minuten reicht, lässt die Navigation des Modells hin und wieder zu wünschen übrig.

Nichtsdestotrotz sorgen Zimmer mit vielen Möbeln und verwinkelten Ecken auch bei dem Modell von Vorwerk dafür, dass Schmutz zurückbleibt und - wenn gründliche Sauberkeit gewünscht ist - separat zum herkömmlichen Staubsauger gegriffen werden muss. Genau wie bei der Konkurrenz bringen zudem lange Haare für den Besitzer eines Kobold gewisse Schwierigkeiten mit sich. Diese wickeln sich so stark um die Hauptbürste des Geräts, dass eine gründliche Reinigung mitunter die ganze Zeitersparnis durch den automatischen Saugvorgang vergessen lässt.

Hohe Saugleistung

Die vergleichsweise hohe Saugleistung sorgt jedoch dafür, dass die Stellen, die der Roboter erreicht, gründlich sauber werden. Dabei sind eine Florhöhe und Türschwellen von bis zu 20 Millimetern kein Problem für den Kobold.

Zusätzlich liegt im Zubehör ein 4,5 Meter langer Begrenzungsstreifen bei, der verhindert, dass der Roboter von Vorwerk gefährliche Bereiche wie beispielsweise Kabelecken oder zerbrechliche Gegenstände erreicht. Grundsätzlich funktionierte die Erkennung von Hindernissen im Test jedoch sehr gut. Das Gerät stoppte rechtzeitig vorher ab und vermied meist jeglichen Kontakt durch geschicktes Umfahren.

Timer für jeden Wochentag

Die Timer-Funktion des Kobold VR100 ermöglicht es, den Roboter an jedem Wochentag zu einer anderen Uhrzeit starten zu lassen. Das Modell in eigener Abwesenheit saugen zu lassen, empfiehlt sich dabei vor allem durch die hohe Lautstärke des Geräts, die im Test bei durchschnittlich 75 db(A) lag und einem gewöhnlichen Staubsauger in nichts nachsteht.

Fazit

Der Kobold VR100 überzeugt auch im Vergleich zu seinen Konkurrenten - wie dem Philips HomeRun, dem Hom-Bot 2.0 von LG und dem Deebot D76 von Vort - durch seine Saugleistung und seine Laser- und Bodensensoren, die ihn Hindernisse geschickt umfahren und Kanten präzise ausfahren lassen. Das Fehlen der Fernbedienung ist allerdings störend, besonders wenn der Kobold tatsächlich einmal unter dem Sofa stecken bleiben sollte.

Durch die bei langen Haaren mitunter langwierige Reinigung des Geräts und die Tatsache, dass auch beim systematischen Auto-Modus des Kobold ungereinigte Stellen zurückbleiben, sollte jedoch der Nutzer selbst entscheiden, ob er bei einem Preis von 649 Euro nicht doch lieber selbst zum Staubsauger greift. Einen umfangreichen Staubsauger-Roboter Vergleichstest finden Sie hier auf netzwelt.

Der Vorwerk Kobold VR100 hat sich im Test gegen die Konkurrenz durchgesetzt.
Kommentare zu diesem Artikel

Auch das traditionsreiche Unternehmen Vorwerk schickt mit dem Kobold VR100 einen neuen Staubsauger-Roboter ins Rennen. Der Kobold zeigte im Test vor allem beim Ausfahren der Kanten und Umfahren von Hindernissen seine Stärken.

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  • Ray Blue schrieb Uhr
    AW: Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test

    Der Roboter ist das beste Teil was ich je von Vorwerk hatte!
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test

    ... Nachfolgemodell? ...

    Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Sicht - aber dafür hat der aktuelle Kobold VR100 jetzt ein Update erhalten: kobold.vorwerk.de/de/service/software-updates/saugroboter/
  • Jasmin Sander schrieb Uhr
    AW: Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test

    Wann kommt denn ein Nachfolgermodell? Ich durfte ihn einige Tage testen und werde ihn mir auf jeden Fall zu Weihnachten schenken!
  • Gerhard Kirsch schrieb Uhr
    AW: Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test

    Der VR 100 ist noch nicht ausgereift, arbeitet häufig nur, wenn er Lust hat, streikt, wie der ÖD

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Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test
Vorwerk Kobold VR100: Staubsauger-Roboter mit Laser-Vermessung im Test
Der Kobold VR100 von Vorwerk ist ein Staubsauger-Roboter, der besonders beim Ausfahren von Kanten und Umfahren von Gegenständen im Test seine Stärken zeigte.
http://www.netzwelt.de/news/90000-vorwerk-kobold-vr100-staubsauger-roboter-laser-vermessung-test.html
2012-01-04 16:39:37
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