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PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten
Schlanker Editor für ambitionierte Webdesigner

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Open-Source-Anwendungen sind das Schmieröl des Web - insbesondere die Programmiersprache PHP hat es in wenigen Jahren zur beliebtesten Plattform für dynamische Inhalte geschafft. Wer sich nicht mit großen Entwicklungsumgebungen wie Eclipse oder NetBeans abmühen möchte, sollte sich PhpStorm ansehen.

PhpStorm ist ein solider Kompromiss aus Texteditor und PHP-IDE. (Quelle: Screenshot)

Dynamische Webseiten sind aus dem Web nicht mehr wegzudenken, weshalb selbst die Hosting-Pakete für Privatpersonen meist eine PHP-Unterstützung besitzen. Leider gibt es aber nur wenige Programme, die sich für Einsteiger und angehende Webdesigner eignen, Eclipse und NetBeans richten sich primär an Profis. Eine angenehme Ausnahme bildet hier das Programm PhpStorm, das kürzlich in Version 3.0 erschienen ist.

Nicht ohne Java

Es stammt vom Software-Hersteller Jetbrains, der eigentlich eher für seine Profi-Programme bekannt ist, mit dem Editor aber primär Einsteiger und semiprofessionelle Nutzer ansprechen möchte. Allerdings müssen sie für PhpStorm relativ tief in die Tasche greifen: Das Programm kostet derzeit 99 US-Dollar, für Unternehmen existiert eine Volumenlizenz zu 199 Dollar. Für interessierte Nutzer steht zumindest eine Testversion bereit, die sich einen Monat lang ausprobieren lässt. PhpStorm 3.0 unterstützt Windows, Linux und Mac OS X.

PhpStorm ist perfekt für dynamische Webseiten geeignet.

Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass PhpStorm in Java geschrieben ist. Daher benötigen Nutzer eine entsprechende Laufzeitumgebung auf ihrem Rechner: Jetbrains selbst empfiehlt das JDK 6, obwohl das Java Runtime Environment (JRE) eigentlich völlig ausreicht - es sei denn, der Nutzer will selbst Programme in Java schreiben. Unter Mac OS X 10.7 alias Lion ist das JRE nicht mehr ab Werk vorhanden, kann aber problemlos nachgerüstet werden - Apple bietet es als eigenständigen Download an. Mit einigen OpenJDK-Varianten kommt PhpStorm 3.0 unter Linux nicht zurecht, daher wird grundsätzlich der Einsatz des offiziellen JRE von Sun/Oracle empfohlen.

Projekt beginnen

Hat die Installation erfolgreich geklappt, kann der Nutzer das Programm zum ersten Mal starten - und erlebt dabei leider eine unangenehme Überraschung: PhpStorm liegt auch in Version 3 nur auf Englisch vor, was für deutschsprachige Nutzer natürlich sehr unschön ist, zumal sie das Programm teuer bezahlt haben. Immerhin macht das Willkommens-Fenster den ersten negativen Eindruck wieder ein wenig wett, da es dem Anwender einen guten Einstieg in PhpStorm ermöglicht und alle Funktionen übersichtlich gegliedert sind. Selbst an eine Dokumentation haben die Entwickler gedacht, die ist ebenfalls direkt von der Startseite aus erreichbar.

Neulinge sollten sich im ersten Schritt mit der Projektverwaltung von PhpStorm 3.0 anfreunden: Dies ist nicht so kompliziert wie in Eclipse, NetBeans und Co. und ermöglicht es im Grunde nur, mehrere Dateien in einem gemeinsamen Ordner abzulegen. Dieser kann überall auf der Festplatte liegen, einen festen Arbeitsbereich gibt es aber auch. Sobald das Projekt erstellt ist, sollte der Nutzer seinen Ordner nicht manuell umbenennen, da PhpStorm dann eventuell die Projekteigenschaften nicht mehr zuordnen kann. Eine Rename-Funktion im Datei-Menü erledigt das ohne Probleme. PhpStorm 3.0 kann sogar auf Subversion-Projekte zugreifen.

Neben PHP unterstützt PhpStorm auch CSS, JavaScript, HTML und viele andere Webtechnologien. (Quelle: Screenshot)

Funktionsumfang

Auch die Oberfläche von PhpStorm ist überhaupt kein Vergleich zu einer großen Entwicklungsumgebung, da sie im Wesentlichen nur aus zwei Spalten besteht: Links zeigt das Programm den Inhalt des gerade offenen Projekts, Favoriten und Strukturelemente. In der rechten Spalte erfolgt die eigentliche Bearbeitung von PHP- und HTML-Dateien, die selbst für Einsteiger sehr angenehm ist: PhpStorm kann nicht nur Strukturelemente aller wichtigen Web-Sprachen hervorheben, sondern auch PHP-/HTML-Code automatisch ergänzen: Sobald die ersten Buchstaben einer Funktion eingegeben wurden, erscheint schon der Vorschlag für den Rest.

Dies kennt der Nutzer vielleicht schon von SciTE und anderen Editoren. PhpStorm bietet besonders im PHP-Bereich aber einen größeren Funktionsumfang, der selbst Profis zufriedenstellen dürfte: So können Projekte anhand eines UML-Diagramms entworfen werden, das die Beziehung zwischen Objekten, Funktionen und Eigenschaften einer (Web-)Anwendung festlegt. Mithilfe der Unterstützung für PHPUnit kann PHP-Quelltext darauf überprüft werden, ob er sich wie gewünscht verhält und fehlerfrei ist. Der Advanced JavaScript Editor ermöglicht es, dynamische Inhalte für den Browser zu erstellen, die sich in PHP nicht umsetzen lassen.

Fazit

PhpStorm ist der wohl beste Kompromiss aus einem klassischen Texteditor und einer großen PHP-IDE, den es derzeit gibt. Das Programm fühlt sich trotz der Umsetzung in Java äußerst flüssig an und kann auf allen großen Betriebssystemen eingesetzt werden, selbst die Vollbildanzeige von Lion ist nutzbar. Einzig der hohe Preis und die fehlende deutschsprachige Übersetzung sind im netzwelt-Kurztest negativ aufgefallen.

Kommentare zu diesem Artikel

Open-Source-Anwendungen sind das Schmieröl des Web - insbesondere die Programmiersprache PHP hat es in wenigen Jahren zur beliebtesten Plattform für dynamische Inhalte geschafft. Wer sich nicht mit großen Entwicklungsumgebungen wie Eclipse oder NetBeans abmühen möchte, sollte sich PhpStorm ansehen.

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  • einfranz schrieb Uhr
    AW: PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten

    @okay: Danke für deinen Beitrag. In der Tat lässt sich mit PHPStorm sicher gut arbeiten - gegen die "Funktionsgewalt" (John Jane Doe) von Eclipse und NetBeans kommt es aber definitiv nicht an.
  • okay schrieb Uhr
    AW: PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten

    Der Bericht spiegelt die Ergebnisse unseres Tests in der professionellen PHP-Entwicklung überhaupt nicht wieder. PHPStorm ist nach dem Vergleich mehrerer Alternativen (u.a. Zend Studio, Eclipse & NetBeans) eine sehr ausgereifte, extrem perfomante IDE. Besonders hervorzuheben sind die gute Umsetzung der Synchronisation zwischen lokalem Verzeichniss und Server sowie die Autovervollstädigung in CSS (bspw. auch auf Verzeichnis- u. Dateinamen) und HTML (CSS-Klassen und -IDs). Das Fazit "der wohl beste Kompromiss aus einem klassischen Texteditor und einer großen PHP-IDE" deckt sich also überhaupt nicht mit unseren Erfahrungen.
  • John Jane Doe schrieb Uhr
    AW: PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten

    Vielen Dank für die Renzension. Leider wirkt sie aber etwas "voreingenommen". Wenn der Schreiber von einer "großen Entwicklungsumgebung" wie Eclipse spricht und den Unterschied auf die zweispaltige Ansicht reduziert, dann zeigt das nicht unbedingt von einer qualifizierten Beurteilung oder Einschätzung. Im PHP-Bereich ist das "Flagschiff" derzeit wohl das ZEND Studio in Version 9.0 basierend auf Eclipse Indigo. Und leider ist dieses Ding eine "Monstrosität", die den Entwickler vor Beginn der Arbeit an einem größeren Projekt vor allem mit einem beschäftigt: Der Konfiguration. Hat man das hinter sich, kann man die Vorzüge dieser IDE relativ gut ausnutzen. Der Preis liegt dann allerdings auch mindestens bei 299 EUR. PHPStorm ab Version 3 überzeugt dann auch weniger mit der Funktionsgewaltigkeit eines Eclipse als vielmehr mit einem sehr spezialisierten Funktionsumfang - und der ist in vielen Bereichen inkl. bei der Code-Darstellung dem (übrigens ebenfalls auf Java angewiesenen) Eclipse haushoch überlegen. Gleichwohl ist eine IDE nur dann gegenüber einem Texteditor mit Syntax-Coloring überlegen, wenn sie den Entwickler durch intelligente Hilfestellungen und Debugging-Optionen sowie Refactoring-Werkzeuge unterstützt. Im Bereich Debugging krankt hier PHPStorm leider etwas. So vermisse ich bei meiner Installation eine Unterstützung für den InternetExplorer, der nun einmal noch immer berücksichtigt werden muss und seine Macken auch in den neuesten Versionen hat. Unter dem Strich ist PHPStorm jedoch eine sehr gute Wahl. Denn bis auf den Abzug bei Debugging und ggf. beim Workspace-Management schlägt sich dieses Tool sehr taff - auch der Preis ist mit nur 99 EUR sehr attraktiv für jene, die mit PHP & Co. auch Geld verdienen. Ein Ultraedit, Coda, Textmate kostet auch Geld und das bei weit weniger Komfort.

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PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten
PhpStorm im Test: Schlanke Umgebung für dynamische Webseiten
Wer eine Webseite mit dynamischen Inhalten ausstatten möchte, nutzt dafür meist die Sprache PHP. Allerdings sind die meisten Entwicklungsumgebungen groß und kompliziert - ganz anders als der kleine Editor PhpStorm.
http://www.netzwelt.de/news/89864-phpstorm-test-schlanke-umgebung-dynamische-webseiten.html
2011-12-10 09:15:52
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/phpstorm-solider-kompromiss-texteditor-php-ide-bild-screenshot10451.jpg
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