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LG Hom-Bot 2.0: Staubsauger-Roboter im Test
Der leise Kanten-Profi

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Der Hom-Bot von LG kann das Staubsaugen für seinen Besitzer übernehmen und arbeitet angeblich so leise, dass er auch am späten Abend noch eingesetzt werden kann, ohne die Nachbarn zu stören.

Staubsauger-Roboter versprechen ihren Besitzern ein saugfreies Leben. Mit Timer und Auto-Modus ausgestattet, hat auch der VR6170LVM Hom-Bot 2.0 von LG das Potential, die Bodenreinigung zu übernehmen, während der Nutzer selbst die Füße hochlegt. Dank der geringen Arbeitslautstärke kann er auch am späten Abend noch zum Einsatz kommen.

Für die Bodenreinigung sind beim Hom-Bot eine Hauptbürstenrolle sowie zwei seitliche Bürsten zuständig. Zusätzlich ist im Lieferumfang des Geräts eine Platte enthalten, an der optional ein mitgeliefertes Mikrofasertuch befestigt werden kann, das noch mehr Staub vom Boden entfernen soll.

Die Verarbeitung des Hom-Bot-Kunststoffgehäuses wirkt auf den ersten Blick solide. Der Deckel des Roboters schließt jedoch nicht immer zuverlässig ab. Will der Nutzer den Roboter auf den Rücken legen, um ihn beispielsweise ein- oder auszuschalten, muss er aufpassen, dass der Schmutzauffangbehälter nicht herausfällt.

Orientierung durch Kamera

Der Roboter von LG ist mit einer Kamera ausgestattet, die eine Karte der Raumdecke erstellt, auf deren Grundlage der Hom-Bot navigiert. Dies macht den Roboter in völliger Dunkelheit jedoch orientierungslos. Zusätzlich sorgen Ultraschall- und Infrarot-Sensoren an der Seite sowie eine zusätzliche Kamera an der Unterseite des Roboters dafür, dass das Gerät nicht an Ecken hängen bleibt und keine Treppen hinunter stürzt. Die Bedienung erfolgt über die Tasten am Hom-Bot selbst oder über die mitgelieferte Fernbedienung.

Zusätzlich verfügt der LG Hom-Bot über einen Timer, der den Roboter aktivieren kann, wenn der Besitzer nicht zu Hause ist. Allerdings lässt sich dieser beim Modell von LG nicht auf eine konkrete Zeit, sondern nur im Stundentakt einstellen. Die Akku-Kapazität von 1.900 Miliamperestunden reicht den Angaben des Herstellers zufolge ungefähr 75 Minuten, bevor der Roboter wieder an der Basisstation laden muss.

Drei Reinigungsmodi

Für die automatische genauso wie die manuelle Reinigung stehen dem Nutzer drei Modi zur Auswahl: Der Zonenreinigungsmodus, in dem der Roboter seine Laufbahn systematisch in Zonen einteilt und verschiebt, der Zick-Zack-Modus, durch den der Hom-Bot einen Raum schneller, aber dafür weniger gründlich reinigt, und der Spiralmodus, der für die Reinigung eines bestimmten Flecks geeignet ist. Automatisch wechselt der Roboter zwischen den Modi nicht.

Zwischen Teppich und glattem Parkettboden macht der LG Hom-Bot keinen Unterschied. Allerdings gibt LG an, dass eine Teppich-Florhöhe ab acht Millimetern den Reinigungsprozess des Roboters stören könnte. Der Aufsatz mit dem Mikrofasertuch kann zudem nur auf glatten Flächen verwendet werden. Auch an Bodenschwellen ab zehn Millimetern - oder mit dem Tuch ausgerüstet ab fünf Millimetern - macht der Hom-Bot halt. Über Lichtschranken, die das Weiterfahren des Roboters in einen bestimmten Bereich verhindern könnten, verfügt das Modell von LG nicht. Alle potentiellen Hindernisse müssen also vor der Verwendung weggeräumt werden.

LG Hom-Bot 2.0

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Im Lieferumfang des Hom-Bot ist der Roboter, die Basisstation und Fernbedienung sowie Extra-Seitenbürsten und Mikrofasertücher sowie Aufsatz enthalten. (Bild: netzwelt)

Leise und schnell

Im Test reinigte der Hom-Bot den Büroraum der netzwelt-Redaktion, besonders im Vergleich zum Konkurrenzprodukt von Philips, ohne dabei viel Lärm zu machen. Die Lautstärke des Hom-Bot lag im Test bei einem Mittelwert von 63 db(A) - also Zimmerlautstärke. Das Philips-Modell erreichte dagegen im Test eine Lautstärke von 75 db(A). Im Zonenmodus verschob der Roboter seine Laufbahn systematisch und benötigte nur 30 Minuten für die insgesamt 20 Quadratmeter große Fläche samt Rückkehr zur Basisstation. Der Hersteller gibt die Geschwindigkeit des Hom-Bot mit 350 Millimetern pro Sekunde an, bei einer Saugleistung von 18 Watt. Während des Test entstand allerdings der Eindruck, dass durch die höhere Geschwindigkeit des Hom-Bot im Vergleich zum Philips-Roboter mehr Krümel liegen bleiben.

Selbst wenn der Putzvorgang unterbrochen wird, beispielsweise durch das Versetzen des Geräts, gelingt es dem Roboter, zurück zur Basisstation zu finden oder wahlweise den Putzvorgang fortzusetzen. Lediglich der Wechsel in einen anderen Raum führte mitunter dazu, dass das Modell von LG am Rückkehrversuch scheiterte.

Ecken und Kanten

Genau wie beim Modell von Philips sind die Seitenbürsten des LG Hom-Bot zu kurz, um die Staubflocken in den Ecken eines Raumes erreichen zu können. Allerdings fuhr der LG Hom-Bot im Test grundsätzlich die Ecken und Kanten sehr viel präziser aus als sein Konkurrent. Speziell der Rückwärtsgang sorgt für eine große Beweglichkeit des Modells, durch den es Bereiche erreicht, die für den Philips HomeRun unerreichbar waren.

Im Testzimmer mit Teppich und mehreren Möbeln machte sich diese Fähigkeit des LG Hom-Bot bezahlt. In einer Viertelstunde reinigte das Modell von LG die 14 Quadratmeter und erreichte jeden Winkel, der ihm nicht durch seine Größe oder die zu kurzen Seitenbürsten verwehrt blieb.

Problemfall Haare

Genau wie beim Konkurrenzprodukt von Philips sind auch für einen Besitzer des LG Hom-Bot lange Haare ein Dorn im Auge. Die Reinigung des Geräts, die der Hersteller nach jedem Putzvorgang empfiehlt, gestaltete sich im Test angesichts der verhedderten Haare schwierig und zeitaufwendig. Zeiteinsparungen durch den automatischen Putzvorgang können so verlorengehen.

Positiv ist jedoch, dass sich zusätzliche Säuberungstipps in der Anleitung des Hom-Bot befinden - zu denen übrigens gehört, den Staubsauger-Roboter mit einem Staubsauger zu reinigen. Die Mikrofasertücher können beispielsweise ausgewaschen werden, wodurch nicht ein sofortiger Neukauf erforderlich wird. Als Extra sind zudem zwei Ersatz-Seitenbürsten im Lieferumfang enthalten.

Fazit

Nutzer, die glauben, dass die Anschaffung eines Staubsauger-Roboters sie für immer von der Last des Staubsaugens befreit, werden auch bei dem Modell von LG enttäuscht. Ecken bleiben aufgrund der zu kurzen Seitenbürsten schmutzig zurück und die erhöhte Geschwindigkeit des Geräts erweckte im Test den Eindruck, dass mehr Fussel liegen bleiben als beim direkten Konkurrent von Philips.

Im Gegensatz zum Philips HomeRun fährt der LG Hom-Bot jedoch geschickter an Kanten entlang, nutzt jeden Millimeter seiner Wendefähigkeit aus und erreicht dadurch viele schwer zugängliche Bereiche, selbst in einem Zimmer mit vielen Möbeln. Darüber hinaus überzeugt der leise Motor des Modells.

Um das Problem der langen Haare und der damit verbundenen anschließenden Reinigung sowie die unsauberen Ecken und gelegentlichen Schmutzrückstände kommt jedoch auch das LG Modell nicht herum. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 799 Euro sollten Kaufinteressierte vor dem Erwerb des Hom-Bot also überlegen, ob einem gründliche Sauberkeit oder die Aussicht, seltener selbst staubsaugen zu müssen, mehr am Herzen liegt. Einen umfangreichen Roboter-Staubsauger Vergleichstest inklusive Testsieger finden Sie hier auf netzwelt.

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LG Hom-Bot 2.0: Staubsauger-Roboter im Test
LG Hom-Bot 2.0: Staubsauger-Roboter im Test
Der Staubsauger-Roboter Hom-Bot von LG will seinen Besitzer von lästiger Putzarbeit befreien. Er soll dabei so leise sein, dass er auch am späten Abend noch saugen kann.
http://www.netzwelt.de/news/89825-lg-hom-bot-2-0-staubsauger-roboter-test.html
2011-12-08 17:26:23
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/android-ios-unterschiedlich-haeufig-groessten-deutschen-staedten-genutzt-bilder-madvertise-montage-netzwelt6432.png
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