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Vergleichstest: Das bieten aktuelle NAS-Systeme
Testergebnisse im Überblick

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Klein, leistungsstark, viel Speicherplatz: NAS-Systeme schicken sich als flexible Datenzentralen im Heimnetzwerk an. Netzwelt testete sechs Geräte - und kürte einen Testsieger und ein weiteres NAS-System zum Spartipp.

Netzwerkspeicher qualifizieren sich als Datenzentralen im Heimnetzwerk. Das Siegergerät im netzwelt-Test empfiehlt sich vor allem mit großem Leistungsumfang und ausgewachsenem Betriebssystem. Wer es billiger mag, kann unseren Spartipp in Betracht ziehen.

Teilen von Inhalten in Netzwerken ist mittlerweile kein Problem mehr, selbst Mac- und Windows-Rechner kommunizieren weitgehend reibungsfrei miteinander. Wenn es aber nicht nur das Album der Lieblingsband ist, das der Mitbewohner freigeben soll, sondern eine Partizipation an umfangreichen Datenmengen gefragt ist, muss eine Alternative zur bilateralen Rechnerverbindung her. Die externe Festplatte scheidet aus, weil umständliches Hin- und Hertragen nervt.

Besser gelingt die Datenteilung mit sogenannten NAS-Systemen. NAS steht für Network Attached Storage - das sind Dateiserver, die abhängig von der Gerätevariante mit unterschiedlichen Festplatten ausgeliefert und per Ethernetbuchse an den Router im Haus angeschlossen werden. Auf diese Weise können alle ans Heimnetzwerk angekoppelten Geräte auf Dokumente, Musik, Videos oder Fotos des zentralen Datenspeichers zugreifen.

Netzwelt hat sechs dieser NAS-Systeme getestet. Darunter befanden sich größtenteils Zwei-Schacht-Systeme, aber auch der D-Link DNS-345 mit vier Einschüben für Festplatten. Drei der überprüften Lösungen liefern die Hersteller komplett mit HDDs aus - besonders interessant für Anwender, die Geld sparen und sich keine Gedanken über den Zukauf und die Formatierung von Festplatten machen wollen.

Vielseitige Speicherstation: NAS-System Synology DS212+ im Test

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Der 1,25 Kilogramm schwere Netzwerkspeicher kommt im schwarzen Kunststoffgehäuse daher. (Bild: netzwelt)

Festplattenaustausch

Systeme ohne Festplatten haben aber ihre Vorteile. Gegenüber All-In-one-Lösungen sind der Leistungsumfang und damit die Einsatzmöglichkeiten größer. Bei den meisten Fertiglösungen sollte man sich zudem schon vor dem Kauf im Klaren über die benötigte Festplattenkapazität sein, denn ein Austausch ist bei diesen Systemen meist nicht möglich. Das galt im netzwelt-Test für das LG N2A2 und den iomega StorCenter ix2-200 Cloud Edition.

Die Buffalo Link Station Pro Duo wird zwar mit Festplatten geliefert, die Laufwerke können aber auch ausgetauscht werden. Hot Swappable-fähig ist das System aber nicht, für einen Austausch muss das NAS also erst heruntergefahren werden. Auffällig war der klapprig wirkende Mechanismus für den Festplattenwechsel.

Auch beim D-Link DNS-345 ist ein HDD-Austausch im Betrieb nicht möglich. Die einzigen Netzwerkspeicher mit Hot Swappable-Laufwerken im Test waren das Synology DS212+ und das QNAP TS-219 II.

Der Testsieger im netzwelt-Test: Synology DS212+.

Design und Gehäuse

NAS-Systeme dienen der zentralen Datenverwaltung im Heimnetzwerk, eine Aufgabe als Designobjekte haben die Geräte nicht zu erfüllen. Entsprechend schlicht in Schwarz kommmen alle Systeme bis auf das N2A2 im Test daher. Das LG-System fällt durch das weiße Gehäuse und die gebürstete Front in Grau auf.

Die meisten Netzwerkspeicher im Test besitzen ein robustes Gehäuse aus Kunststoff. Ausnahmen waren das iomega- und D-Link-NAS, die im Metall-Look etwas stabiler wirken. Das Gehäuse des iomega-Gerätes wurde im Test aber sehr schnell heiß. Beim Netzwerkspeicher von D-Link fiel das Frontdisplay positiv auf, das über den Betriebszustand des NAS informiert.  

NAS-System D-Link DNS-345 im Test

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Platz für vier Festplatten: Der DNS-345 kann im RAID10-Verbund betrieben werden. (Bild: netzwelt)

Geschwindigkeit

Eine der wichtigsten Größen bei einem Netzwerkspeicher ist das Tempo, in dem Daten auf den Server geschrieben und von diesem gelesen werden. Am besten schnitt dabei das System von QNAP ab, gefolgt von den Geräten von D-Link und Synology. Anzumerken ist, dass im QNAP- und Synology-NAS eine Marvell-CPU mit 2,0 GHz und 512 Megabyte Arbeitsspeicher verbaut sind, im D-Link dreht der Marvell-Prozessor hingegen mit 1,6 Gigahertz und greift ebenfalls auf einen Arbeitsspeicher von 512 Megabyte zurück.

Der Buffalo-Netzwerkspeicher fiel im Durchsatz-Test deutlich ab und belegte den letzten Platz. Allerdings rüstet der Hersteller das NAS auch nur mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher und einer 1,6 GHz schnellen CPU aus. In den Netzwerkspeichern LG N2A2 und iomega StorCenter ix2-200 konnten wir unsere Test-Festplatte von Seagate nicht verbauen - die gemessenen Geschwindigkeitswerte sind daher im Vergleich nur wenig aussagekräftig. Allerdings erzielten wir mit den integrierten HDDs sehr zufriedenstellende Ergebnisse. In beiden Netzwerkspeichern dreht ein 1 GHz schneller Prozessor, der Arbeitsspeicher im iomega-NAS ist mit 256 Megabyte doppelt so groß wie der des LG-Systems.

Im Test schlossen wir die Netzwerkspeicher direkt an den Rechner an, um den Durchsatz nicht verfälscht durch andere Einflussgrößen wie Hubs zu messen. In der Praxis erzielen Nutzer gleichwohl andere Werte, auch abhängig von den zugeschalteten Protokollen und Serverdiensten.

Installation 

Die Hersteller legen ihren Geräten nur noch Schnellstartanleitungen in Papierform bei, eine ausführliche Dokumentation ist aber über die mitgelieferten CD-Roms abrufbar. Meist reicht die Kurzanleitung für eine Installation aus, da eine Software die Arbeit erledigt. Hängt man den Netzwerkspeicher direkt ins Netzwerk, findet das Programm das Gerät ohne Probleme und der Anwender muss nicht lange warten, bis ein Zugriff per Weboberfläche möglich ist. Dies galt zumindest für unsere Tests auf einem Windows-System. Grundsätzlich arbeiten die Netzwerkspeicher aber auch unter Mac und Linux.

Auf den NAS-Systemen von QNAP und Synology wird ein umfangreiches Mini Linux-Betriebssystem installiert. Die Inbetriebnahme dauert daher etwas länger als bei den anderen Netzwerkspeichern im Test - etwa zehn bis 20 Minuten müssen Anwender einrechnen. Dafür steht dann ein bedienerfreundliches OS zur Verfügung, das besonders beim Synology DS212+ durch die elegante HTML5-Nutzeroberfläche, basierend auf dem JavaScript-Framework Ext JS, auffällt.

QNAP TS-219P II im Test

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Das schwarze Gehäuse ist aus Kunststoff. Die Laufwerkschächte kommen im Hot-Swappable-Design(Bild: netzwelt)

Web-Oberfläche

Zur Vergabe der IP-Adresse und Einbindung ins Netzwerk legen alle Hersteller eine Software bei. Auch zum Aufruf der Web-Oberfläche eignet sich das Programm. Im Test gefiel das Konfigurationsinterface der Synology DS212+ eindeutig am besten: Das NAS-Betriebssystem wirkt wie aus einem Guß, ist übersichtlich und leicht zu bedienen.

Die Webmenüs der anderen Geräte fallen demgegenüber in Sachen Komfort leicht ab. Besonders die Steuerung beim Buffalo-NAS zeigt sich im Vergleich zum Synology als recht lieblos gestaltet. Sicher, man findet auch hier das, was man sucht, und vergibt entsprechende Parameter oder aktiviert Dienste. Hübscher und komfortabler leistet dies aber der Netzwerkspeicher von Synology.

E-Mail-Service

Das neue NAS-System stellt man meistens irgendwo in der Büroecke ab oder in den Fernsehschrank, auf jeden Fall dort, wo ein Ethernet-Zugang zur Verfügung steht. Da die Geräte auf diese Weise aus dem Blickfeld geraten, ist es sinnvoll, E-Mail- oder SMS-Dienste zu aktivieren, die jederzeit über den Gerätezustand informieren.

Einen solchen Service bieten alle getesteten Geräte, allerdings nur per E-Mail. Per Kurzmitteilung informieren nur die höherwertigen Netzwerkspeicher von D-Link, QNAP und Synology, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist. Alternativ besitzen sämtliche NAS-Systeme auch LEDs an der Front, die den Betriebszustand darstellen. Beim D-Link DNS-345 klärt wie erwähnt ein Display auf.

Hardware-Schnittstellen

Alle NAS-Systeme im Test kommen mit mindestens einem USB 2.0-Anschluss zum Anschluss externer Speicher oder anderer ansprechbarer Geräte; in der erst jüngst erschienenen Synology DS212+ stehen sogar schon zwei USB 3.0-Ports zur Verfügung. Zum direkten Kopieren von Medien der Peripherie-Geräte besitzen die Netzwerkspeicher in der Regel eine elegante Möglichkeit: An der Vorderseite drückt der Nutzer einfach auf einen Knopf - und schon wird der Datentransfer in einen vordefinierten Ordner angeschoben.

QNAP und Synology bieten in ihren Netzwerkspeichern noch mehr: Beide verbauen auch eSATA-Schnittstellen (QNAP 2x, Synology 1x), im Synology-System steckt zudem ein SD-Kartenanschluss.

Gut und günstig: NAS-System LG N2A2

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Der Hersteller liefert den Netzwerkspeicher im weiß-grauen Kunststoffgehäuse aus. (Bild: netzwelt)

Software-Schnittstellen

Der Software-Leistungsumfang moderner NAS-Systeme kann sich sehen lassen. Selbst die günstigen All-in-one-Speicherlösungen von iomega und LG dienen als Zugriffspunkt für UPnP-fähige Renderer im Netzwerk und schicken bei Abfrage ihre Daten an Fernseher, Smartphones oder Konsolen. Auch als iTunes Server eignen sich alle Geräte: In Apples Musiksoftware erscheint bei Aktivierung ein Laufwerksymbol zum Zugriff auf abgelegte MP3-Songs. Leider ermöglichen nur die Lösungen von QNAP und Synology das Erstellen von Abspiellisten - komfortabel bei großen Musikbibliotheken.

Auch für das Einspielen von Backups sind alle Netzwerkspeicher geeignet, für Mac-Rechner unterstützen die Systeme zusätzlich eine Sicherung via Time Machine. Filesharer freuen sich über eine Schnittstelle für Torrent-Downloads. Eine Unterstützung für IP-Kameras zur Videoüberwachung ist bei den Systemen von Synology, QNAP und iomega mit an Bord. Der Zugriff per AFP, CIFS/SMB und FTP etwa ist bei allen Netzwerkspeichern möglich. Anzumerken ist, dass die höherwertigen QNAP- und Synology-Systeme grundsätzlich besser ausgestattet sind und noch weit mehr bieten, als hier abgebildet werden kann.

App-Zugriff

Im mobilen Zeitalter sollte eigentlich jeder Hersteller auch ein entsprechendes Mini-Programm im Portfolio haben, das den Fernzugriff auf Daten von unterwegs ermöglicht. Besonders löblich ist Synology, die mit insgesamt sechs Apps für iOS und Android aufwarten, darunter eine Software zur NAS-Überwachung und jeweils einzelne Programme zum Streaming-Empfang für Fotos, Musik und Videos auf dem Smartphone.

Die anderen Hersteller bieten demgegenüber weit weniger, ermöglichen aber zumindest Grundfunktionen wie eine Sichtung der NAS-Systeme im Netzwerk und Abspielfunktionen. Das muss nicht zum Nachteil der Übersicht geschehen, wie die zwar schlicht, aber recht übersichtliche App von LG für das N2A2 beweist. Als einziger Hersteller im Test hat D-Link bisher kein Mini-Programm für seine Netzwerkspeicher veröffentlicht.

Iomega StorCenter ix2 Cloud Edition im Test

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Das Metallgehäuse des Netzwerkspeichers von iomega ist zwar robust. wird aber im Betrieb recht schnell warm. (Bild: netzwelt)

Stromverbrauch und Geräuschpegel 

Alle NAS-Systeme im Test verhalten sich im Alltagsbetrieb ruhig: Die Lüftergeräusche stören kaum und werden in der Regel von den Vibrationen beim Festplattenzugriff übertönt. Der gemessene Schalldruckpegel lag im Test der Einzelgeräte zwischen acht und 20 dB(A). Auffallend waren die lauten Festplattenzugriffe beim iomega-NAS: Als einziges Gerät ist der Netzwerkspeicher damit weniger fürs Abstellen im Wohnzimmer oder auf dem Bürotisch geeignet.

Auch der Stromverbrauch der Testgeräte ist erfreulich gering. Maximalwerte lagen bei 53 Watt, wobei kein Gerät deutlich nach oben in Sachen Leistungsaufnahme ausschlug. Im ausgeschalteten Zustand betrug der Bedarf an elektrischer Energie bei den meisten NAS-Systemen 0,1 Watt. Beim iomega-NAS zeigte unser Strommesser Maximalwerte von einen Watt an - der Grenzwert, den die EU für die Leistungsaufnahme im ausgeschalteten Zustand ausgegeben hat. Ab 2014 dürfen die Geräte im Off-Modus nicht mehr als 0,5 Watt verbrauchen.

NAS-System Buffalo LinkStation Pro Duo im Test

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Der Hersteller liefert die LinkStation Pro Duo mit zwei Festplatten aus. (Bild: netzwelt)

Fazit: Ein Testsieger, ein Spartipp

NAS-Systeme sind ideale Speicher für Haushalte mit großer Medienbibliothek, in denen jeder auf den Bestand zugreifen soll. Da immer mehr Endgeräte - Fernseher, Radioempfänger, Smartphones - mit Netzwerkqualitäten zur Verfügung stehen, empfehlen sie sich als universale Datenzentrale für alle Geräte in den eigenen vier Wänden.

In der Gesamtschau geht die DS212+ als Sieger aus unserem Testparcours hervor. Das liegt an dem umfangreichen Leistungsumfang, wobei vor allem das NAS-Serverbetriebssystem glänzen kann. Dafür kostet das System aber auch 280 Euro ohne Festplatten. Unser Spartipp für alle Anwender mit weniger Ansprüchen ist das N2A2 von LG für 180 Euro mit zwei Terabyte Speicher.

Die Geräte im Einzeltest:

NAS-System Synology DS212+

Buffalo Link Station Pro Duo

LG N2A2

QNAP TS-219 P II

D-Link DNS-345

iomega StorCenter ix2-200 Cloud Edition

Kommentare zu diesem Artikel

Klein, leistungsstark, viel Speicherplatz: NAS-Systeme schicken sich als flexible Datenzentralen im Heimnetzwerk an. Netzwelt testete sechs Geräte - und kürte einen Testsieger und ein weiteres NAS-System zum Spartipp.

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  • Firestarter schrieb Uhr
    AW: Vergleichstest: Das bieten aktuelle NAS-Systeme

    Es muss natürlich Terabyte heißen. Bitte den Fehler zu entschuldigen.

    Gruß Firestarter
  • ÜberraschungsPlatte schrieb Uhr
    AW: Vergleichstest: Das bieten aktuelle NAS-Systeme

    "Ein echter Spartipp für alle Anwender mit weniger Ansprüchen ist das N2A2 von LG für 180 Euro mit zwei Gigabyte Speicher." Also ein Spartipp bei 90€/GB? Glaube da ist wohl irgendwo eine 10^3 unter den Tisch gefallen oder? (-;

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Vergleichstest: Das bieten aktuelle NAS-Systeme
Vergleichstest: Das bieten aktuelle NAS-Systeme
Netzwelt hat sechs Netzwerkspeicher (NAS) getestet. Und einen Testsieger und einen Spartipp gekürt.
http://www.netzwelt.de/news/89809-vergleichstest-bieten-aktuelle-nas-systeme.html
2011-12-06 17:02:52
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2011/4553/34347.jpg
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