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W statt S: Samsung Galaxy W im Test
Samsungs neue Mittelklasse

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Samsung tauft seine Galaxy-Handys um. Statt Zusätze wie Gio, Ace und Co. tragen die Smartphones künftig wie das Flaggschiffmodell Galaxy S einen Buchstaben im Namen. Die Modelle der W-Klasse sollen dabei einen Kompromiss aus Performance, Design und Preis bieten. Beim Samsung Galaxy W ist dieser Balanceakt dem Hersteller weitestgehend gelungen.

Nach S kommt W - zumindest im Samsung-Produktalphabet. Die Modelle mit dem Buchstaben W im Namen sollen künftig die Lücke zwischen Einsteiger-Produkten und hochpreisigen Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S und dem Samsung Galaxy S2 schließen. Das gelingt dem Samsung Galaxy W im Test relativ gut.

Das Samsung Galaxy W bildet zusammen mit dem Samsung Galaxy R die neue Mittelklasse des Smartphone-Herstellers. Ein Blick auf die Ausstattungsliste offenbart: Bis auf einen Dual-Core-Prozessor, ein paar Megapixel bei der Kamera und die Super-AMOLED-Display-Technik hat der Hersteller keine größeren Abstriche im Vergleich zum laut Liste fast 300 Euro teureren Flaggschiff Samsung Galaxy S2 gemacht.

Blasse Farben

Allerdings müssen Nutzer einen etwas kleineren Touchscreen bei dem Modell in Kauf nehmen. Das Display des Samsung Galaxy W misst in der Diagonalen 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter). Es ist also einen Tick größer als das von Apples iPhone 4S (3,5 Zoll), aber deutlich kleiner als die Bildschirme der Flaggschiff-Modelle von Samsung (4 beziehungsweise 4,3 Zoll). Dank der Displaygröße lässt sich das Galaxy W noch gut in der Hosentasche transportieren ohne aufzutragen, gleichzeitig ist das Display groß genug, damit der Nutzer beim Surfen im Web nicht ständig scrollen und zoomen muss.

Die Auflösung des Displays beträgt 800 x 480 Pixel, dementsprechend scharf ist die Darstellung. Allerdings ist der Bildschirm im Vergleich selbst bei voller Helligkeit dunkler als andere Handy-Displays. Die Farben wirken dadurch leicht blass und wenig kraftvoll. Besonders weiße Flächen wirken eher gräulich.

Dicker Bauch

Beim Transport in der Hosentasche stört das "dickbäuchige" Gehäuse des Galaxy W etwas. Auch optisch fällt die Gehäusetiefe von 11,55 Millimetern negativ auf. Im Vergleich zu anderen preislich ähnlich angesiedelten Modellen wirkt das Galaxy W klobig, dafür aber robust. Die Verarbeitung ist insgesamt wertig. Die Rückseite hat Samsung ähnlich wie beim Flaggschiffmodell Galaxy S2 leicht angeraut, wodurch das Galaxy W nicht so leicht aus der Hand rutscht wie manches andere Smartphone.

Ebenfalls gut: Die USB-Schnittstelle ist durch einen Schiebe-Mechanismus vor Schmutz und Staub geschützt. Abzüge gibt es aber für die verwendeten Sensortasten. Sie erlöschen sehr schnell, und sind kaum noch vom Rest des Gehäuses zu unterscheiden, bei Dunkelheit erschwert dies die Bedienung des Galaxy W. Der Home-Button weist zudem einen unpräzsien Druckpunkt auf, dank einer leicht erhöhten oberen Kante ist der Knopf aber auch im Dunkeln gut mit den Fingern zu ertasten.

Im Web schneller als Galaxy S und iPhone 4

Unter der Haube des Samsung Galaxy W werkelt ein mit 1,4 Gigahertz getakteter Single-Core-Chip. Das Gerät bietet damit genug Rechenpower, um die alltäglichen Aufgaben problemlos zu bewältigen. Aber auch aufwendige Spiele wie Dungeon Defenders waren auf dem Galaxy W spielbar. Für den Browserbenchmark Sunspider benötigte es 4.277,2 Millisekunden und ließ damit sowohl das Samsung Galaxy S als auch das Apple iPhone 4 hinter sich. Auch im Browsertest Browsermark setzte sich das Smartphone gegen beide hochpreisigen Konkurrenten durch.

Die Sprachqualität ist leider nur befriedigend. Die Gesprächspartner kommen ausreichend laut rüber, Störgeräusche wie Rauschen treten nicht auf. Die Stimmen klingen aber blechern. Der Akku bietet eine Kapazität von 1.500 Milliamperestunden. Die maximale Gesprächszeit liegt laut Samsung in einem 3G-Netz bei maximal sechs Stunden. Je nach Nutzungsintensität sind ein bis zwei Tage Gebrauch ohne Stromzufuhr möglich.

Samsung Galaxy W

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Das Galaxy W ist 3,7 Zoll groß. (Bild: netzwelt)

Android und TouchWiz

Als Betriebssystem kommt Android 2.3.5 zum Einsatz, das Samsung mit seiner eigenen Nutzeroberfläche TouchWiz überzogen hat. Auf Gimmicks wie die vom S2 bekannte Bewegungssteuerung hat Samsung hier aber verzichtet.

Ein Update auf Android 4.0 hat der Hersteller bislang nur für die Flaggschiff Modelle Galaxy Note und Galaxy S angekündigt. Samsung hat aber zuletzt auch seine Mittelklasse-Modelle mit einem Android-Update ausgestattet, allerdings mussten die Nutzer darauf zumeist einige Zeit warten.

Kamera liefert gute Bilder

Auf der Rückseite verbaut Samsung eine 5-Megapixel-Kamera inklusive einer LED-Fotoleuchte. Die Bildqualität der Kamera ist für die Preisklasse außerordentlich gut - selbst feine Detailverläufe sind zu erkennen. Bildrauschen und andere störende Effekte treten kaum auf. Videos kann der Nutzer maximal in 1.280 x 720 Pixeln aufnehmen, die Bildqualität ist hier aber nur befriedigend.

Ein mit dem Samsung Galaxy W aufgenommenes Testbild finden Sie hier, ein Video hier.

Die Klangqualität kann dagegen nicht mit höherpreisigen Modellen mithalten. Beim Musik hören über die beiliegenden Kopfhörer und dem Lautsprecher übersteuert das Galaxy W bereits bei mittleren Lautstärken. Der Klang ist insgesamt sehr kräftig. Selbst mit geringer Lautstärke kann man hier problemlos die Umgebung über den externen Lautsprecher beschallen.

Fazit

Mit dem Galaxy W präsentiert Samsung ein empfehlenswertes Mittelklasse-Handy, dessen Straßenpreis sich aktuell nur knapp über dem Niveau von Einsteiger-Handys bewegt. Große Schwächen offenbarte das Modell im Test nicht, zu bemängeln ist lediglich die mittelmäßige Sprachqualität.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lautet 379 Euro. Im Netz ist das Gerät aber bereits ab 245 Euro inklusive Versandkosten erhältlich. Netzbetreiber haben das Modell aktuell nicht im Angebot.

Eine Alternative zum Samsung Galaxy W ist das Sony Ericsson Xperia Neo.

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Samsung tauft seine Galaxy-Handys um. Statt Zusätze wie Gio, Ace und Co. tragen die Smartphones künftig wie das Flaggschiffmodell Galaxy S einen Buchstaben im Namen. Die Modelle der W-Klasse sollen dabei einen Kompromiss aus Performance, Design und Preis bieten. Beim Samsung Galaxy W ist dieser Balanceakt dem Hersteller weitestgehend gelungen.

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W statt S: Samsung Galaxy W im Test
W statt S: Samsung Galaxy W im Test
Samsung bringt mit dem Galaxy W ein Mittelklasse-Handy auf den Markt, das das einstige Flaggschiff Galaxy S und Apples iPhone 4 leistungstechnisch überflügelt.
http://www.netzwelt.de/news/89807-w-statt-s-samsung-galaxy-w-test.html
2011-12-06 16:22:51
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/iphone-4-wurde-sommer-letzten-jahres-vorgestellt-herbst-nachfolger-praesentiert--bild-apple6353.png
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