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Friss Staub, Roboter: Philips HomeRun im Test
Staubsauger-Roboter FC9910

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Es gibt nur wenige Personen, die sich auf Haushaltsarbeiten wie das Saugen in den eigenen vier Wänden freuen. Für diejenigen, für die dies eine sich ständig wiederholende Qual darstellt, eignet sich die Anschaffung eines Staubsauger-Roboters wie dem Philips HomeRun FC9910. Im netzwelt-Test zeigen wir Ihnen, was der Roboter drauf hat.

Durch den integrierten Auto-Modus eignet sich der HomeRun von Philips ideal, um ihn saugen zu lassen, wenn man selbst gerade nicht im Haus ist. Dies empfiehlt sich auch wegen der Lautstärke des Geräts, die mit ungefähr 75 db(A) einem normalen Staubsauger in nichts nachsteht.

Die eingebaute Kamera des Roboters filmt dabei die Decke des Raumes und berechnet auf Basis dessen die eigene Laufbahn. Dafür muss jedoch genug Licht im Zimmer vorhanden sein. In völliger Dunkelheit kann sich HomeRun kaum oder nur sehr schwer orientieren. Zusätzliche Infrarot-Sensoren sorgen dafür, dass HomeRun Hindernisse umfährt und Treppen nicht hinunter stürzt.

Auswahl zwischen vier Modi

Das Gerät besteht überwiegend aus Kunststoff, wirkt dabei jedoch sehr robust. Keine klappernden Geräusche oder ähnlichen Mängel machten sich im Test bemerkbar. Der Nutzer sollte jedoch besonders bei der Reinigung der Bürstenrolle darauf achten, dass keine tragenden Kleinteile im Müll landen. Die Hauptrolle wird von zwei Seitenbürsten an der linken und rechten Seite des Roboters unterstützt, die den Schmutz in den Behälter des HomeRun fegen.

Neben dem Auto-Modus verfügt das Modell von Philips über drei weitere Modi. Zu diesen gehören ein spezieller Carpet-Modus für das Saugen von hochflorigen Teppichen und ein Spot-Modus, der für das gezielte Reinigen einer begrenzten Fläche von 1,5 x 1,5 Metern zum Einsatz kommt. Ein zusätzlicher Klettermodus lässt den Roboter Bodenschwellen von bis zu 15 Millimeter Höhe überwinden.

Nur der Auto- und Climb-Modus gewährleisten jedoch die systematische Säuberung des Raumes und sorgen dafür, dass HomeRun auch wieder zur Basisstation zurück findet. Im Teppich-Modus agiert der Roboter weniger strukturiert und fährt in Zickzack-Linien umher. Er erreicht zwar dennoch viele Ecken, lässt aber auch einige Bereiche ungeputzt. Einen Teppich mit einer Florhöhe bis zu 20 Millimeter kann er den Angaben von Philips zufolge auf diese Weise reinigen.

Selbstständig wechseln zwischen den Modi kann HomeRun allerdings nicht. Die Auswahl erfolgt über das Display des Geräts oder die dazugehörige Fernbedienung. Befindet sich also ein Teppich mit zu hoher Florhöhe im zu säubernden Raum, muss dieser vor dem Saugvorgang entfernt werden, damit der Roboter nicht hängen bleibt - unpraktisch. Dies gilt übrigens auch für zerbrechliche Gegenstände in Bodennähe, denn es gibt im Zubehör des Roboters keine aufstellbaren Lichtschranken, die ihn an der Weiterfahrt in bestimmte Bereiche hindern könnten.

Ein normaler kurzfloriger Teppich kann jedoch ohne Probleme im Auto-Modus gereinigt werden. Den Angaben von Philips zufolge sorgt der 2.200 Miliamperestunden-Akku beim HomeRun für eine maximale Laufzeit von 100 Minuten. Danach muss der Roboter auf der Basisstation neu laden.

Problemlose systematische Säuberung

Im Test gelang die systematische Säuberung eines etwa 20 Quadratmeter großen Büroraumes im Auto-Modus und mit Timer in 40 Minuten ohne Probleme. Der Hersteller gibt die Geschwindigkeit des Modells mit 40 Quadratmetern pro Stunde an. Zentimeter für Zentimeter verschob der Roboter seine Bahn und reinigte so die geraden Flächen gründlich. Auch das Zurückfinden zur Basis gelang auf Anhieb, solange der Putzvorgang nicht durch ein Hochheben des Roboters oder Drücken der Stopp-Taste unterbrochen wurde. Auch der selbstständige Wechsel in einen anderen Raum sorgt dafür, dass HomeRun nicht in jedem Fall zurück zu seinem Ausgangspunkt findet.

Ein Problem stellten zudem Ecken und Kanten dar, denn die Seitenbürsten sind nicht lang genug, um den Dreck aus der Ecke in die Bahn des Roboters zu fegen. Außerdem fährt der HomeRun entsprechende Problemzonen nur unsauber aus. Wer es gründlich sauber haben will, kommt also um ein nachträgliches Ausbessern nicht herum.

  • Der HomeRun ist mit einem Auto-Modus ausgestattet, in dem er nach der Bodensäuberung selbstständig zur Basisstation zurück findet. (Bild: netzwelt)
  • Im Lieferumfang des HomeRun ist die Basisstation, eine Säuberungsbürste sowie eine Fernbedienung enthalten. (Bild: netzwelt)
  • Bis zu 100 Minuten soll die Akku-Leistung des HomeRun halten. Danach muss der Roboter an der Basisstation laden. (Bild: netzwelt)
  • In einem recht kleinen Behälter fängt der Roboter den Bodenschmutz auf. (Bild: netzwelt)
  • Die Seitenbürsten des HomeRun sind zu kurz, um Schmutz aus Ecken und Kanten in die Bahn des Roboters zu fegen. (Bild: netzwelt)
  • Der Putzvorgang muss an der Basisstation gestartet werden, damit HomeRun wieder zu ihr zurück findet. (Bild: netzwelt)
  • Über die Fernbedienung kann der Roboter nach Wunsch auch manuell gesteuert werden. (Bild: netzwelt)

Problemfall langes Haar

Während des Tests stellte sich heraus, dass der HomeRun bei Räumen mit weniger Möbeln eindeutig ein besseres Ergebnis erzielt, als in einem Zimmer mit vielen Möbeln. In einem entsprechenden Raum mit einer Größe von 14 Quadratmetern benötigte der Roboter 20 Minuten für die Reinigung und je mehr Hindernisse den HomeRun am Ausfahren gerader Linien hinderten, desto eher blieben ungeputzte Bereiche zurück. Vor dem Kauf sollte man sich also überlegen, ob sich die Beschaffenheit der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses für den Einsatz eines solchen Roboters eignet.

Weniger für den Roboter als für den Besitzer sind lange Haare ein Problem. Gelingt die Reinigung des Roboters - die durch den kleinen Behälter leider so gut wie nach jedem Saugvorgang nötig wird - in einem Haushalt ohne lange Haare schnell und einfach, sollten Haushalte mit mehr als einem langhaarigen Bewohner noch einmal über die Anschaffung des HomeRun nachdenken.

Während das Aufsaugen HomeRun im wesentlichen problemlos gelang, nahm die anschließende Reinigung doch einige Zeit in Anspruch. Bis in die Halterung der Bürstenrolle hatten sich die Haare verheddert, wodurch das Entfernen selbiger ungefähr die Zeit in Anspruch nahm, die durch das automatische Staubsaugen eingespart werden konnte.

Fazit

Nie wieder Staubsauger - eine für viele Menschen mehr als verlockende Aussicht. Der HomeRun erfüllt seine Aufgabe gut. Allerdings sollten die Beschränkungen seiner Einsatzfähigkeit vor dem Kauf bedacht werden. So bringt der Roboter in einem Haushalt, in dem lange Haare vorzufinden sind, wenig, denn die Zeit, die die Säuberung des Geräts in Anspruch nimmt, frisst die Zeiteinsparung durch das automatisierte Saugen wieder auf. Ecken und Kanten fährt HomeRun zudem nicht sauber aus, was ein Nachsaugen erforderlich macht, wenn gründliche Sauberkeit gewünscht ist.

Findet der HomeRun viele Hindernisse auf seinem Weg, folgt er seiner Laufbahn weniger systematisch und lässt zunehmend ungeputzte Bereiche zurück. Wer jedoch über gut geschnittene Räume mit wenigen Hindernissen verfügt - oder wem Staubsaugen dermaßen zu wider ist, dass er die kleinen Unsauberkeiten des HomeRun übersieht -, erhält mit dem HomeRun von Philips eine nützliche Putzhilfe, die dafür sorgt, dass man selbst weniger zum Staubsauger greifen muss. Vorausgesetzt man ist bereit, den Preis von 699 Euro zu zahlen, den der Hersteller empfiehlt. Einen umfangreichen Staubsauger-Roboter Vergleichstest inklusive Testsieger finden Sie hier auf netzwelt.

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Der Staubsauger-Roboter HomeRun soll für die tägliche Säuberung des Bodens sorgen. Wie dies dem Modell von Philips gelingt, lesen Sie im ausführlichen netzwelt-Test.

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Friss Staub, Roboter: Philips HomeRun im Test
Friss Staub, Roboter: Philips HomeRun im Test
Der Staubsauger-Roboter HomeRun soll für die tägliche Säuberung des Bodens sorgen. Wie dies dem Modell von Philips gelingt, lesen Sie im ausführlichen netzwelt-Test..
http://www.netzwelt.de/news/89792-friss-staub-roboter-philips-homerun-test.html
2011-12-05 16:35:40
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Friss Staub, Roboter: Philips HomeRun im Test