Virtualisierung von Windows 7 übers Netzwerk
Kurz vorgestellt: Virtualisierung für Profis mit Citrix XenDesktop
Citrix XenDesktop ist ein Programm, mit dem andere Betriebssysteme auf dem Rechner virtualisiert werden können. Es basiert auf dem Open-Source-Projekt Xen, das sich im Server-Umfeld seit vielen Jahren etabliert hat. Das Programm richtet sich primär an Profis, ist aber durchaus auch von Normalsterblichen zu bedienen.

Inhaltsverzeichnis
- 1XenDesktop
- 2Die Protokolle
- 3Desktop Studio
- 4Fazit
Noch vor wenigen Jahren waren Dual-Boot-Umgebungen die einzige Möglichkeit, mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner gleichzeitig zu verwenden. Heute ermöglicht die allgegenwärtige Virtualisierung für jeden Nutzer den parallelen Betrieb von Microsoft Windows, Linux und Mac OS auf einem einzigen Computer.
XenDesktop
Die bei den meisten Anwendern hinlänglich bekannten Programme wie zum Beispiel Oracle VirtualBox oder Parallels Desktop sind sich grundsätzlich recht ähnlich. Nur der US-amerikanische Softwareproduzent Citrix fällt mit einem Produkt namens XenDesktop etwas aus der Reihe: Eigentlich deutet der Name an, dass es in der Anwendung auch um die Virtualisierung von Windows- und Linux-Installationen geht - allerdings mit einem großen Unterschied: Die virtuellen Maschinen liegen dabei nicht auf dem Desktop-System selbst, sondern auf einem Server im Netzwerk. Trotz des professionellen Anspruchs ist der Ansatz nicht nur für Firmen interessant.
Die Protokolle
Die Idee hinter XenDesktop ist relativ einfach erklärt: In einer Umgebung mit mehr als fünf Rechnern möchte es Citrix ermöglichen, dass jeder Nutzer unabhängig vom physisch genutzten System immer auf eine eigene Windows-Umgebung zugreifen kann. In der Praxis bedeutet das, dass jeder Nutzer eine persönliche virtuelle Maschine erhält, deren VDI-Datei auf dem Server vorliegt. Sobald er sich an einem Client anmeldet, der mit XenDesktop ausgerüstet ist, wird die virtuelle Maschine auf dem Server ausgeführt und der Bildschirminhalt über das Netzwerk übertragen. Grundlage für das "HDX" genannte Konzept ist das sogenannte Citrix ICA-Protokoll.
Desktop Studio
Auf dem Server kann entweder der Citrix XenServer laufen, alternativ aber auch ein Konkurrenzprogramm - zum Beispiel Microsoft Hyper-V. Für die Isolierung der virtuellen Maschinen sorgt die Open-Source-Software Xen, die längst Bestandteil des Linux-Kernel ist und federführend von Citrix selbst vorangetrieben wird. Auf dem Client sorgt eine Erweiterung für die Microsoft Management Console dafür, dass die Konfiguration von XenDesktop auch Einsteigern gelingt. Sie trägt den klangvollen Namen "Desktop Studio". Erwähnenswert ist, dass Citrix XenDesktop ganz besonders auf die Virtualisierung von Windows 7 getrimmt hat - sicher auch, weil der Anbieter Partner von Microsoft ist.
Fazit
Die Sicherung einer virtuellen Maschine im Netzwerk hat den großen Vorteil, dass sich Nutzer nicht mehr nur von einem bestimmten Betriebssystem unabhängig machen, sondern auch von einem festen Host-System. Zwar ist XenDesktop eher für anspruchsvolle Nutzer gedacht, kann aber theoretisch auch schon in einem kleinen Netzwerk eingesetzt werden. Interessierte Nutzer können sich eine Testversion kostenlos herunterladen.
