Gute Lösung, aber kein Ersatz für Microsoft Project
Planner: Die Projektverwaltung in Gnome Office
Das Open-Source-Werkzeug Planner ist Teil des Büropakets Gnome Office und primär für Rechner mit Linux entwickelt worden, läuft heute aber auch problemlos unter Windows. Im Bereich der Projektverwaltung kann es das teure Microsoft Office Project zumindest teilweise ersetzen, wie der netzwelt-Kurztest gezeigt hat.

Inhaltsverzeichnis
- 1Die Windows-Version
- 2Ein Projekt beginnen
- 3Menschen und mehr
- 4Drucken und Export
- 5Fazit
Im Gegensatz zu LibreOffice, KOffice und Co. ist Gnome Office kein monolithisches Büropaket, sondern aus mehreren unabhängigen Komponenten zusammengesetzt. Neben den Kernprogrammen Abiword, Gnumeric und Evolution spielt Planner eine große Rolle, da es für die Organisation von Projekten verantwortlich ist.
Die Windows-Version
Planner ist nicht nur für geschäftliche Nutzer geeignet, die damit professionelle Projekte abwickeln möchten - auch im privaten Umfeld leistet das Programme gute Dienste, zum Beispiel wenn der Neubau der Garage in Eigenregie übernommen werden soll. Wer eine gängige Linux-Distribution einsetzt, muss lediglich in seiner Paketverwaltung das entsprechende Objekt markieren, damit Planner installiert wird. Windows-Nutzer haben es da etwas schwerer: Sie müssen sich den Setup-Assistenten manuell aus dem Netz laden, der aber zum Glück nur knapp zehn Megabyte auf die Waage bringt. Planner unterstützt aktuell Windows XP und neuer.
Ein Projekt beginnen
In der Regel ist Planner nach einer halben Minute erfolgreich installiert und dann sofort einsatzbereit. Die Oberfläche der Anwendung ist erheblich sinnvoller gegliedert als zum Beispiel in OpenProj: Die Symbolleiste am oberen Bildschirmrand beherbergt nur die grundlegenden Werkzeuge für Drucken, Speichern und Zoom, um den Nutzer nicht zu verwirren. Mit Hilfe der Knöpfe am linken Rand lässt sich die Anzeige zwischen dem Gantt-Diagramm, der Aufgabenplanung, den Ressourcen und dem Ressourcen-Verbrauch umschalten. Alle Nutzer, die das erste Mal mit Planner arbeiten, sollten sich zunächst mit dem Gantt-Bereich anfreunden.

Menschen und mehr
Dort spielt sich nämlich die meiste Arbeit ab: Der Nutzer kann die Verbindung zwischen Ressourcen und den hinterlegten Aufgaben sowie die Abhängigkeiten zwischen einzelnen Prozessen herstellen. Im Klartext bedeutet das, dass sich zum Beispiel definieren lässt, dass zunächst das Fundament der Garage gegossen werden muss und dafür mindestens zwei Personen sowie bestimmte Materialien wie Zement nötig sind. Wie alle anderen Projektverwaltungen berücksichtigt Planner, welche Arbeitszeiten ein bestimmter Mitarbeiter hat und wie hoch seine Auslastung mit anderen Prozessen bereits ist. Eine Überlastung ist sofort ersichtlich.
Drucken und Export
Im Gegensatz zu anderen Open-Source-Werkzeugen für die Projektverwaltung haben die Entwickler in das Programm Planner eine solide Druckfunktion eingebaut, die aus Gantt-Charts oder Aufgabenlisten ein recht gut lesbares Dokument erzeugt, die sich zum Beispiel öffentlich aushängen lassen. Außerdem existiert eine Funktion zum HTML-Export, mit deren Hilfe jeder Nutzer sein Projekt im Internet freigeben kann. Mit Bluefish oder anderen Webdesign-Anwendungen lässt sich das unspektakuläre Layout nachträglich bearbeiten. Nur auf eine Export-/Import-Funktion von Projekten aus Microsoft Project müssen Nutzer leider verzichten.

Fazit
Planner ist eine solide Projektverwaltung, die zusammen mit den anderen Komponenten aus GNOME Office ein solides Büropaket bildet. Unter Windows wirkt die Oberfläche etwas veraltet, aber trotzdem übersichtlich. Einzig die fehlende Möglichkeit zum Austausch von Dateien mit Microsoft Project fällt negativ ins Gewicht.
