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Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle
Mitdenkender Assistent

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Die legendäre Razr-Serie meldet sich zurück. Das aktuelle Modell Motorola Razr hat zwar nur noch wenig mit den Vorgängern gemein, bietet im Test aber den Platzhirschen Apple iPhone 4S und Samsung Galaxy S2 ordentlich Paroli.

Der Name ist geblieben, sonst hat das neue Motorola Razr aber nicht mehr viel mit den legendären Klapp-Handys von Motorola gemein. Der Dual-Core-Bolide glänzt dafür mit einer überarbeiteten Motoblur-Oberfläche sowie mitdenkenden Assistenten, die dem Nutzer lästige Aufgaben abnehmen.

Beim 2011er Razr-Modell handelt es sich zwar um ein reines Touchscreen-Smartphone ohne physikalische Tastatur, dennoch hat Motorola sich beim Design an den früheren Modellen orientiert. Diese zeichneten sich vor allem durch ihr flaches Gehäuse aus. Gegenüber dem letzten Modell Motorola Razr V9 aus dem Jahr 2007 hat Motorola die Gehäuse-Tiefe um fast die Hälfte, von 13 Millimetern auf sieben Millimeter, reduziert, damit ist das Motorola Razr das aktuell dünnste Smartphone am Markt. Dank der dünnen Bauweise trägt das Razr trotz seiner Größe nicht auf.

Allerdings ist das Gehäuse nicht durchgehend so dünn, an der Oberseite beult das Razr aufgrund der verbauten Kamera aus. Es misst hier in etwa 9,3 Millimeter, ist also so "dick" wie Apples iPhone 4S.

Kevlar-Rücken

Beim Gehäuse greift Motorola zum Teil auf für Handys ungewöhnliche Materialien zurück. Die Rückseite hat der Hersteller mit lasergeschnittenen Kevlar-Fasern verstärkt, die sonst in schusssicheren Westen zum Einsatz kommen. Das soll das Smartphone robuster machen. Im Test präsentierte sich das Razr auch äußerst kratzfest.

Die verwendete wassser- und schmutzabweisende Beschichtung leistete im Test ganze Arbeit. Abdrücke von fettigen Fingern werden Sie auf der Rückseite des Razr nicht so schnell sehen. Die Schutzschicht soll selbst die Platinen schützen. Ein Tauchgang wie beim Motorola Defy ist mit dem Razr aber nicht möglich.

Motorola Razr

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Das Motorola Razr misst 4,3 Zoll. (Bild: netzwelt)

Apps optimieren Akku-Laufzeit

Laut Motorola soll das Razr eine maximale Gesprächszeit von bis zu zehn Stunden liefern. Dabei fällt der Akku mit einer Kapazität von 1.780 Milliamperestunden kleiner aus als beim ersten Dual-Core-Handy Motorola Atrix, dessen Akku eine Kapazität von 1.930 Milliamperestunden besitzt und knapp neun Stunden Gesprächszeit bieten soll. Im Test schaffte das Razr etwas mehr als vier Stunden Videowiedergabe am Stück, im AnTuTu-Batterietest erzielt das Modell 571 Punkte und lag damit deutlich vor den Dual-Core-Konkurrenten LG Optimus Speed und Samsung Galaxy S2. Alles in allem dürfte das Razr aber bei normaler Nutzung maximal zwei Tage ohne Stromzufuhr auskommen.

Gewechselt werden kann der Akku nicht, er ist fest verbaut. Motorola hat sich dem Thema Akku-Laufzeit dennoch intensiver gewidmet: So genannte intelligente Aktionen (Smart Actions) sollen helfen, die maximale Leistung abzurufen. So kann der Nutzer festlegen, dass das Handy alle Akkufresser wie Bluetooth, GPS und WLAN abschaltet, wenn der Akkustand unter einen gewissen Wert fällt.

Razr denkt mit

Doch die "intelligenten Aktionen" können noch mehr. Je nach Standort oder Uhrzeit kann das Razr bestimmte Apps starten, die Klingeltonlautstärke reduzieren und noch viel mehr. Der Nutzer kann neben vordefinierten Regeln dem Smartphone auch eigene Anweisungen mitteilen. Er kann dabei zehn verschiedenen Auslöser und 16 mögliche Aktionen kombinieren. Natürlich können auch vorgefertigte Regeln abgeändert werden.

Für das Ganze braucht es keinerlei Programmierkenntnisse, mit wenigen Fingertipps entwerfen auch unerfahrene Anwender Regeln, die das Smartphone übersichtlich im Ablaufdiagrammstil anzeigt. Motorola macht das Razr damit ähnlich wie Apple das iPhone 4S mit Siri zum persönlichen Assistenten. Per Sprache bedienen kann der Nutzer das Smartphone allerdings nur bedingt mit den Apps Sprachbefehl und Sprachsuche.

Rechenmonster

Dank des verbauten 1,2-Gigahertz-Dual-Core-Prozessors ist das Motorola Razr eine echte Rechenmaschine. Im AnTuTu-Benchmark schlug es mit 6.031 Punkten sogar das Samsung Galaxy S2. Auch beim Browserbenchmark Browsermark von Rightware ließ es das Samsung-Flaggschiff mit 52.251 Punkten gegen 42.342 Punkten hinter sich. Nur beim Sunspider-Test war das Motorola Razr mit 3.512,2 Millisekunden einen Tick langsamer als das Galaxy S2.

An Apples iPhone 4S reichte das Razr in den Benchmarks zwar nicht heran - einen spürbaren Unterschied wird der Nutzer im Alltag aber nicht bemerken. Tippt er auf Standard-Apps wie SMS, Kamera oder E-Mail öffnen sich die Programme praktisch ohne Verzögerung - noch nicht mal für ein Augenblinzeln ist hier Zeit. Selbst bei Spielen wie Dungeon Defenders kommt es praktisch zu keinen Wartezeiten.

Unboxing Motorola Razr

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Das Motorola Razr ist in der netzwelt-Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)

Top-Kamera

Über fast jeden Zweifel erhaben ist auch das Super-AMOLED-Advanced-Display. Es liefert brillante und kräftige Farben - selbst rein weiße Flächen stellt das Razr gut dar, eigentlich eine große Schwäche der Super AMOLED-Displays. Je nach Blickwinkel weist es aber einen leichten Blaustich auf. Die Auflösung fällt zudem mit 960 x 540 Pixeln deutlich geringer aus als beispielsweise beim Samsung Galaxy Note. Dennoch ist die Darstellung äußerst scharf. Überzeugen konnte im Test auch die verbaute 8-Megapixel-Kamera. Sie lieferte gute und detaillierte Aufnahmen, die im Test jedoch einen Tick zu dunkel waren. Auch eine Kamera-Taste fehlt dem Modell leider.

Videoaufnahmen sind in Full-HD möglich, an der Qualität gab es im Test nichts auszusetzen. Über eine Micro-HDMI-Schnittstelle kann der Nutzer Bilder und Videos auch direkt auf Fernseher oder Monitor übertragen. Ein entsprechendes Kabel legt Motorola dem Gerät jedoch nicht bei. Ein mit dem Motorola Razr aufgenommenes Foto in Original-Auflösung finden Sie hier, ein mit der Kamera aufgenommenes Video hier.

Kraftvoller aber mäßiger Klang

Der Klang ist sowohl über den externen Lautsprecher als auch über die Kopfhörer sehr kraftvoll. Das Klangbild wirkt aber nicht so sauber wie auf dem HTC Sensation XE - vor allem bei der Wiedergabe über den externen Lautsprecher: Dieser scheppert sehr stark.

Dafür glänzt der Media Player mit großem Funktionsumfang - selbst an einen Sleep Timer hat Motorola gedacht. Die Sprachqualität ist befriedigend. Im Test trat ein leichtes Rauschen auf, zudem klangen die Gesprächspartner auf der Gegenseite recht leise.

Ice Cream Sandwich kommt 2012

Ab Werk liefert Motorola das Gerät mit Android 2.3.5 aus, im Frühjahr 2012 soll das Handy aber ein Update auf die nächste Android-Version 4.0 erhalten. Da Google zudem dabei ist, Motorola Mobility zu übernehmen, dürften Motorola-Nutzer künftig als mit als erste in den Genuss neuer Android-Updates kommen.

Überzogen hat Motorola das Google-Betriebssystem mit seiner eigenen Nutzeroberfläche Motoblur. Diese präsentiert sich optisch runderneuert. Mit MotoCast bietet der Hersteller dabei auch eine Alternative zu Cloud-Diensten. Nutzer können über die App Dokumente, Videos, Fotos und Musik von ihrem PC oder Mac auf das Handy streamen. Einzige Voraussetzung: Auf dem Rechner muss die MotoCast-Software installiert sein und er muss über eine dauerhafte Internet-Verbindung verfügen. Die Einrichtung ist mit wenigen Klicks durchgeführt.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Motorola Razr lautet 549 Euro. Der Straßenpreis liegt derzeit bei rund 485 Euro. Aktuell führen auch die Netzbetreiber Deutsche Telekom und O2 das Gerät in ihrem Portfolio.

Fazit

Das Motorola Razr muss sich vor Samsungs Galaxy S2 und Apples iPhone 4S nicht verstecken. Mit den Smart Actions kann der Nutzer das Handy zum persönlichen Assistenten machen, MotoCast stellt eine clevere Alternative zu iCloud, Skydrive und Co. dar. Mit seinem ungewöhnlichen Design und der edlen Verarbeitung ist es zudem ein echter Hingucker. Kurzum: Das Modell hat das Potential, die Erfolgsgeschichte der Razr-Serie fortzuführen. Größtes Manko sind der scheppernde externe Lautsprecher und die durchwachsene Sprachqualität.

Kommentare zu diesem Artikel

Die legendäre Razr-Serie meldet sich zurück. Das aktuelle Modell Motorola Razr hat zwar nur noch wenig mit den Vorgängern gemein, bietet im Test aber den Platzhirschen Apple iPhone 4S und Samsung Galaxy S2 ordentlich Paroli.

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  • berthu schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    jetzt nach 2 Jahren funzt es noch immer gut. Die schielenden Augen auf die Updates stören am ehesten.
  • seba182 schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    vorsicht bim einstecken der kopfhörer, nachdem ich diese nämlich wieder rauszog habe ich weder freizeichen, noch gesprächspartner über den telefonlautsprecher gehört. ist nach 2 monaten jetzt bereits in reperatur...sonst finde ich es ok. für 142,- € novp.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    Unser Test-Redakteur Jan Kluczniok war von der Kamera eigentlich recht angetan. Bis auf die etwas zu dunkle Bild-Ausgabe hatte er nichts zu bemängeln. Was stört dich denn genau an der Kamera der neuen Razr?
  • Flo98 schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    Also ich finde die Lautsprecher jetzt nicht so schlecht, ich finde eher die Kamera ist ein größeres Manko...
  • TMaxmen schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    Accu fest verbaut? Für mich schon tot.. Stimmt,ist ein Kritikpunkt. Das hält mich zur Zeit auch noch von einem Kauf ab! Mal die Langzeittests abwarten. Gruss Sam
  • franz´l schrieb Uhr
    AW: Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

    Accu fest verbaut? Für mich schon tot..
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Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle
Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle
Mit dem neu aufgelegten Motorola Razr will der Hersteller an die Erfolge früherer Razr-Modelle anknüpfen. Die Chancen dafür stehen gut.
http://www.netzwelt.de/news/89769-motorola-razr-test-hochleistungs-smartphone-kevlar-huelle.html
2011-12-05 16:58:34
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/tagesschau-app-gibt-anderem-ipad-bild-ard-aktuell6329.jpg
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