Handy-Schnüffelsoftware
Hersteller und Netzbetreiber versichern: Kein CarrierIQ-Einsatz in Deutschland
Die umstrittene Mobilfunk-Analysesoftware CarrierIQ kommt in Deutschland nicht zum Einsatz, das versichern Handy-Hersteller und Netzbetreiber einvernehmlich. In den USA haben mehrere Hersteller den Einsatz mittlerweile eingeräumt, dieser erfolge aber nur, da dies von den dortigen Providern verlangt werde.

HTC bestätigte gegenüber netzwelt, dass Smartphones des Herstellers in Europa, dem mittleren Osten und Afrika nicht mit der CarrierIQ-Software ausgeliefert werden. In den USA würden einige Netzbetreiber dagegen den Einsatz der Software verlangen. Der Hersteller betont aber, dass "HTC kein Kunde oder Partner von Carrier IQ ist und Daten weder von der Anwendung und Firma noch von irgendwelchen Mobilfunkanbietern, die mit Carrier IQ zusammenarbeiten, erhält."
Via Facebook und Twitter dementierte auch LG den Einsatz der Software für den deutschen Markt. Nokia erklärte gegenüber netzwelt, dass CarrierIQ keine Produkte für Nokia-Endgeräte anbiete, insofern seien Nokia-Handys von der Thematik nicht betroffen. Anderslautende Berichte bezeichnete das Unternehmen als falsch. BlackBerry-Hersteller Research in Motion versicherte ebenfalls, dass man die Software nicht auf den eigenen Geräten installiere. Auch habe man Netzbetreibern dieses untersagt. Man wolle den Berichten über angeblich mit CarrierIQ versehenen BlackBerrys nachgehen. Stellungnahmen von Samsung und Apple stehen noch aus.
Netzbetreiber verneinen Einsatz ebenfalls
Auch die führenden deutschen Provider bestreiten den Einsatz der Software: Telefónica Germany (O2) erklärte gegenüber netzwelt "keinerlei Beziehungen zu CarrierIQ zu haben und die Software nicht zu verwenden." Auch eine vergleichbare Software komme nicht zum Einsatz. Die Qualitätssicherung des Netzes basiere rein auf Rückmeldung von Kunden. Ähnlich äußerten sich Medienberichten zufolge auch die Deutsche Telekom und Vodafone.
So scheint der Datenskandal auf die USA beschränkt zu bleiben. Hier haben inzwischen die Provider Sprint und AT&T den Einsatz der Software eingeräumt. Der Hersteller CarrierIQ versucht mit einer neuerlichen Pressemitteilung die Gemüter zu beruhigen. Man speichere keine Bildschirminhalte oder Nachrichteninhalte, heißt es darin.
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