Einführung in das Paketsystem von Linux
Netzwelt-Wissen: Paketverwaltung mit RPM und DEB
Linux gilt nicht ohne Grund als besonders robust: Neben der modularen Architektur schätzen viele Anwender die Möglichkeiten einer Paketverwaltung, die für eine reibungslose Installation und rückstandsfreie Löschung von Programmen sorgt. Die beiden derzeit vorherrschenden Paketverwaltungen sind DEB und RPM.
Inhaltsverzeichnis
- 1Red Hat Package Manager
- 2Debian Software Package
- 3Fazit
Jeder Windows-Nutzer kennt das Problem, dass bei der Deinstallation eines Programms dieses nicht ganz vom PC gelöscht wird - nicht nur in der Windows-Registry bleiben Informationen zurück. Für Linux-Nutzer ist dieser Effekt kein Problem, da Ubuntu und Co. über eine professionelle Paketverwaltung verfügen.
Red Hat Package Manager
Eines der beiden großen Paketverwaltungssysteme nennt sich RPM und wird zum Beispiel in Red Hat Linux, Fedora, Suse Linux und OpenSUSE oder auch Mageia eingesetzt. Die Abkürzung RPM steht für "Red Hat Package Management", was auf die Herkunft der Software hinweist: Die Firma Red Hat suchte nach einer leistungsfähigen Software für die Verwaltung von Programmen in der hauseigenen Linux-Distribution, die sich primär ans Geschäftskunden richtete. Da andere Lösungen nur begrenzt tauglich waren, haben die Entwickler kurzerhand ihre eigene Lösung entwickelt. Heute ist der Name der Firma aus der Abkürzung RPM gestrichen, offiziell steht der Name nun für "RPM Package Manager" und ist von Red Hat unabhängig.
Das Konzept einer Paketverwaltung war bei der Entwicklung von RPM nicht neu: Betriebssysteme der Unix-Familie - insbesondere Sun Solaris und HP-UX - verfügten schon lange über eine Paketverwaltung. Da Linux in den Anfangstagen primär als Konkurrent zu kostspieligen Unix-Plattformen und nicht als Ersatz für Windows gesehen wurde, benötigten entsprechende Distributionen natürlich auch eine Paketverwaltung. Heute besitzt jede Distribution ihre eigene Anwendung, um RPM-Pakete zu verwalten - in OpenSUSE ist das zum Beispiel yum, aber auch grafische Lösungen wie Yast2 sind weit verbreitet. In einer .rpm-Datei ist nicht nur das eigentliche Programm enthalten, sondern auch eine Spezifikation, um welche Version es sich genau handelt, woher das Paket stammt und welche Abhängigkeiten es bei der Installation zu beachten gilt.
Debian Software Package
Das zweite große Paketverwaltungssystem nennt sich DEB und ist noch weiter verbreitet als RPM, da es in den beiden führenden Linux-Distributionen Ubuntu und Linux Mint zum Einsatz kommt. Bekannt wurde DEB aber durch das Betriebssystem Debian, das der bekannte IT-Spezialist Ian Murdoch aus der Taufe gehoben hat. Debian besteht seit geraumer Zeit ausschließlich aus freier Software, sodass sich die Nutzer keinerlei Gedanken um die Lizenz machen müssen. Für ein komplett freies Linux war natürlich auch ein freies System zur Paketverwaltung erforderlich, das Murdoch mit dem "Debian Software Package" sehr erfolgreich gestaltet und in dessen Namen, wie bei Debian selbst, seine (heutige Ex-)Frau Debra nebenbei verewigt hat.
In den meisten Distributionen, die auf Debian basieren, sorgt das Advanced Packaging Tool (kurz APT) oder ein verwandtes Programm (aptitude oder dpkg) für die Installation und Deinstallation von .deb-Paketen. Für Nutzer, die eine grafische Anwendung bevorzugen, existieren mit Synaptic, Gdebi und anderen Programmen ebenfalls leistungsfähige Werkzeuge, die auch von unerfahrenen Nutzern bedient werden können. Vergleicht man DEB mit RPM, kommen viele Gemeinsamkeiten ans Licht - besonders bei der Spezifikation abhängiger Pakete und von Meta-Daten über das Programm, insbesondere den Autor. Im Debian-Umfeld ist es meist üblich, Pakete digital zu signieren oder zumindest eine Prüfsumme bereitzustellen, mit der Nutzer die Herkunft und Integrität von Paketen überprüfen können. Grundsätzlich funktioniert das mit RPM aber ganz genauso.
Fazit
Die meisten Nutzer können sich nicht aussuchen, welche Paketverwaltung sie verwenden, da es sich um ein integrales Werkzeug jeder Linux-Distribution handelt. Abseits der beiden Systeme DEB und RPM existieren noch andere Paketverwaltungen, die teilweise etwas mehr Optionen bieten - zum Beispiel in Gentoo.

Im Ubuntu kenne ich zum Beispiel: "synaptic" und das Ubuntueingene "SoftwareCenter" und noch ein paar weitere Kommandozeilenwerkzeuge (apt blahblahblah). Man hat also eine Wahl. Wie Arthur...
Ohne mich besonders gut auszukennen aber im Fazit steht, dass man sich die Paketverwaltung nicht aussuchen kann, da es sich um ein Werkzeug der jeweiligen Distribution handelt.
Du lässt dem Neuuser ein paar Fragen offen die damit zusammenhängen, weshalb der Linuxanwender sich seine Paketverwaltung nicht aussuchen kann oder etwa doch?