Mit USB-Aufnahme
Kathrein UFS 932SW/HD+: Sat-Receiver für 220 Euro im Test
Für die nicht besonders beliebte Plattform HD+ kommen immer mehr Satelliten-Receiver auf den Markt, darunter auch der 220 Euro teure Kathrein UFS 932SW/HD+. Netzwelt hat den Receiver aus dem bayerischen Rosenheim genau unter die Lupe genommen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Umstritten: HD+
- 2Ausstattung
- 3Handhabung
- 4Bildqualität
- 5Fazit
Umstritten: HD+
An HD+ scheiden sich die Geister. Das liegt vor allem daran, dass nach den ersten zwölf kostenlosen Monaten eine jährliche Servicepauschale von 50 Euro fällig wird. Böse Zungen behaupten deshalb, dass es sich dabei um ein verstecktes Pay-TV-Angebot handele, auch wenn Sender und Betreiber das von sich weisen. Aber auch die Einschränkungen bei der Wiedergabe und Aufnahme von HD+-Sendungen stoßen manchen Zuschauern sauer auf.

So ist es zum Beispiel bei keinem HD+-Receiver möglich, beim Betrachten einer aufgezeichneten HD+-Sendung vorzuspulen, um Werbeblöcke zu umgehen. Da nicht auf eine integrierte Festplatte aufgenommen wird, sondern via USB-Recording, wird es unmöglich, die Übertragung später als 90 Minuten nach der eigentlichen Sendung anzusehen. Diese zeitliche Einschränkung kann den Spaß an der Sache richtig vermiesen.
Ausstattung
Selbstverständlich liegt eine zwölf Monate gültige HD+-Karte bei, wobei die Betonung - siehe oben - auf den zwölf Monaten liegt. Bemerkenswert findet netzwelt, dass der Kathrein - neben den bislang bei Sat-Receivern gängigen Auflösungen - auf Wunsch auch 1080p wiedergeben kann. Interessant ist auch, dass er Aufnahmen, die auf einem USB-Speichermedium abgelegt wurden, auch bei der Einstellung 1080p zeigen kann.
Denn die Bedienungsanleitung behauptet, dass dies nicht möglich sei. Aber auch exotische Auflösungen wie 480i oder 480p, die in Europa so gut wie nicht vorkommen, lassen sich auf Wunsch einstellen. Wirklich empfehlenswert ist hingegen die "Auto"-Einstellung, in der der Sat-Receiver das native, vom Sender ausgestrahlte Format ausgibt.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass während einer Aufzeichnung ein anderer Kanal angesehen wird, was keine Selbstverständlichkeit ist. Eine Einschränkung gibt es dabei allerdings: Die beiden Sender müssen auf dem gleichen Transponder liegen, sonst funktioniert es nicht.
Neben Aufzeichnungen lassen sich über USB-Speichermedien nur noch Fotos im JPEG-Format abrufen. Musik- und Videodateien ignoriert der Sat-Receiver. Immerhin zeigen Fotos eine saubere Skalierung und können auch als Diaschau dargestellt werden.
Handhabung
Die Aufnahmefunktion fällt leider nicht besonders umfangreich und komfortabel aus. Denn Sofortaufnahmen durch Druck auf die Record-Taste müssen immer durch einen zweiten Knopfdruck bestätigt werden. Zudem laufen die Aufzeichnungen immer exakt zwei Stunden lang, falls der Nutzer nicht manuell eingreift.
Die Senderliste glänzt durch eine sinnvolle Vorsortierung und vier bereits vorhandene Favoritenlisten. Zusätzlich können Nutzer noch zehn eigene Favoritenleisten anlegen. Auch am Bildschirmmenü gibt es nichts auszusetzen: Die Schrift ist gut lesbar, die Gestaltung übersichtlich.
Bildqualität
So schön die Ausgabe von 1080p in der Theorie auch klingen mag: In der harten Realität flimmern die SD-Bilder, die auf 1080p hochskaliert werden. Deshalb empfiehlt es sich, die Ausgabe lieber auf 1080i umzustellen, dann übernimmt der Fernseher das De-Interlacing. Bei HD-Sendern ist es hingegen völlig egal, ob die Ausgabe mit 1080i oder 1080p erfolgt - das Bild sieht in beiden Fällen hervorragend aus.
Fazit
Vor allem bei HDTV-Sendern macht das Bild eine sehr gute Figur - und das ist immer noch die Hauptsache. Auch bei der Bedienung sammelt der Kathrein im Großen und Ganzen Pluspunkte, wenngleich Sofortaufnahmen nur ziemlich umständlich realisierbar sind. Unter dem Strich ist den Rosenheimern mit dem UFS 932SW/HD+ ein überdurchschnittlich guter HD+-Sat-Receiver gelungen, der im Internet bereits für 160 Euro zu finden ist.
