Sieben Klassen für Energieeffizienz
EU-Verordnung: Energielabels für Fernseher werden zur Pflicht
Kühlschrank, Waschmaschine, jetzt Fernseher: Ab dem 1. November müssen neue Fernseher mit einem Kennzeichen versehen werden, das den Energieverbrauch angibt. Das sieht eine neue EU-Verordnung vor. Was den Verbrauchern mehr Überblick über stromhungrige TV-Geräte verschaffen soll, wird von Umweltschützern kritisiert.

Die Hersteller müssen ab dem 1. Dezember ihre neuen Geräte mit einem Energieeffizienzlabel versehen, das die Verbraucher über den Energiehunger der Geräte aufklärt. Bisher geschah die Kennzeichnung freiwilllig. Die Einteilung sieht die sieben Klassen A bis G vor. A steht dabei für niedrigen Energieverbrauch, G für besonders hohen Bedarf an Energie.
Wie das Gerät klassifiziert wird, hängt auch von der Größe des Fernsehers ab. Auf dem Etikett sind auch weitere Angaben ablesbar, etwa der Verbrauch in Betrieb und Standby-Modus. Zudem informiert ein Symbol darüber, ob ein Ausschalter zur Verfügung steht, der das Gerät vom Stromnetz trennt.
BUND hält Label für wenig aussagekräftig
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert die Kennzeichnungsverordnung. "Das neue Label zur Verbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte entspricht nicht der realen Marktentwicklung", sagt die Energieexpertin Irmela Benz von dem Lobbyverband. Nach einer Untersuchung des BUND verfügen bereits 25 Prozent der TV-Geräte über die Bestnote A in Sachen Energieffizienz. In die schlechtesten Klassen D bis G würden hingegen nur die wenigsten Fernseher einsortiert. Aufgrund der "schnellen technischen Entwicklung" sei damit zu rechnen, dass schon bald fast alle TV-Geräte in die besseren Klassen einsortiert werden würden. "Damit verliert das Label seine Aussagekraft. Die Unterscheidung zwischen Geräten mit höherem und solchen mit sehr niedrigerem Stromverbrauch wird dann schwierig", sagt Benz.
Die Kritik des BUND wiegt allerdings weniger schwer, wenn man den Blick in die Zukunft richtet: 2014 plant die EU die Einführung der Energieklasse A+; drei Jahre später folgt dann das Label A++, 2019 die Klasse A+++. Die schlechteren Energielabels fallen dann sukzessive weg.
Geräte, die noch kein Label besitzen, weil sie vor dem 30.11.2011 den Handel erreichten, dürfen übrigens auch ohne Energiekennzeichnung und ohne Zeitbeschränkung verkauft werden. Darauf weist der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hin.

Man sollte vor allem immer im Hinterkopf behalten, dass diese Label NICHTS über den Stromverbrauch eines Gerätes aussagen, sondern nur über die Effizienz. Den Leuten wird somit gar nicht gezeigt, was ihr 50"-TV...