Im Zentrum stehen die Geschäftskunden
Rückblick: BlackBerry Innovation Forum 2011
Die Zeiten, zu denen BlackBerry als Synonym für mobile Kommunikation stand, sind längst vorbei. Heute hat RIM kaum eine Chance gegen moderne Smartphones und Tablets mit iOS oder Android - mit Ausnahme der Geschäftskunden. Diese sollen jetzt dafür sorgen, dass RIM auch bei Endanwendern wieder stark wird.

Inhaltsverzeichnis
- 1Das Statussymbol
- 2BlackBerry BBX
- 3Perfektes Design
- 4Fazit
Kaum ein Bereich der IT-Branche verändert sich so schnell wie der Markt für mobile Endgeräte, ohne stetige Innovation fällt man als Hersteller schnell zurück. RIM kämpft auf dem BlackBerry Innovation Forum 2011 in Frankfurt gegen die Übermacht von Apple und Google, zielt dabei aber enorm stark auf Profi-Nutzer ab.
Das Statussymbol
Netzwelt war vor Ort auf dem BlackBerry Innovation Forum 2011 dabei. In seiner Keynote machte Sascha Lekic (Director Enterprise Sales bei RIM) deutlich, worum es dem kanadischen Hersteller geht: BlackBerrys sind für Leute gedacht, die "Dinge einfach tun", während andere Plattformen primär für Nutzer sinnvoll sind, die primär nur Inhalte konsumieren. Auf dem Weg versucht RIM, seinen Kunden ein Identifizierungsmerkmal zu liefern und untermauert seine Strategie durch Gastbeiträge prominenter BlackBerry-Nutzer. So outet sich unter anderem der FON-Gründer Martin Varsavsky als leidenschaftlicher Nutzer der E-Mail-Maschine.
BlackBerry BBX
Im Kern der Strategie von RIM stehen "Enterprising Minds" - man richtet sich noch stärker als früher auf die Zielgruppe der Geschäftskunden aus, der Otto Normalverbraucher rückt weiter in den Hintergrund. Mit dem kommenden Betriebssystem BBX wird das besonders deutlich: In dieses hat RIM eine praktische Funktion integriert, mit der sich geschäftliche und private Daten sicher trennen lassen. So müssen Firmen Mitarbeitern die private Nutzung der Firmen-Handys nicht mehr komplett verbieten und neue Angestellte können einfach ihren privaten BlackBerry für berufliche Zwecke weiter verwenden. RIM nennt das BlackBerry Balance.
RIM scheint sich vom bestehenden Betriebssystem BlackBerry OS 7.0 bereits vollkommen verabschiedet zu haben: Auf Nachfrage wollte ein Sprecher des Unternehmens nicht bestätigen, dass es nach der Einführung von BBX noch neue Geräte mit OS 7 geben wird, auch wenn es nicht ganz ausgeschlossen sei. Die Besitzer eines aktuellen Modells müssen sich aber keine Sorgen machen, da OS 7 noch lange unterstützt wird.

Perfektes Design
Obwohl es sich beim Innovation Forum 2011 eigentlich primär um eine Veranstaltung für Geschäftskunden handelt, spielt dort auch das Thema Design eine große Rolle. Gastredner Roland Heiler (Porsche Design) stellte in einem gut besuchten Vortrag die Verbindung zwischen innovativen Endgeräten und ihrem Design her, er kam dabei auch auf die Porsche-Design-Uhr des Apple-Gründers Steve Jobs zu sprechen. RIM scheint stark am Design seiner BlackBerrys zu arbeiten, da die Optik der Geräte in mehreren anderen Vorträgen eine Rolle spielte. Nicht zuletzt war aber auch die neue Verwaltungsplattform "Mobile Fusion" ein großes Thema des Forums.
Fazit
In Deutschland gibt es Firmen mit über 30.000 Mitarbeitern, die voll auf BlackBerry setzen - und das nicht ohne Grund, denn RIM hegt und pflegt seine Geschäftskunden. Genau hier liegt aber auch noch eine deutliche Schwäche des Herstellers, denn ohne Akzeptanz bei Privatkunden fehlt den BlackBerrys der entscheidende Kaufanreiz.
