Peter Schaar, Jeff Jarvis und weitere Gäste diskutierten
DatenDialog: Google-Kongress zu Datenschutz-Fragen
Google lud Datenschützer und Internet-Experten zum ersten DatenDialog nach Berlin. In der Kalkscheune diskutierten unter anderem der Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar und Autoren wie Jeff Jarvis oder Cory Doctorow und versuchten einen Konsens zwischen Privatssphäre und Informationsverfügbarkeit im Internet zu finden.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Milena Bonse (ZDF). Die Diskussion wurde von Google nach dem Vorbild britischer "Big Tent"-Debatten organisiert. Dementsprechend prallten die verschiedensten Meinungen aufeinander. Peter Schaar forderte beispielsweise mehr Initiative seitens des Gesetzgebers und erklärte dem Ansatz der reinen Selbstregulierung des Marktes eine Absage. Der aus den USA zugeschaltete Internet-Experte und Autor Jeff Jarvis fragte dagegen: "Ist eine Gesellschaft, in der 'Privat' die Standardeinstellung ist, noch eine Gesellschaft?"
Mündige Nutzer gefordert
Der kanadische Netzaktivist Cory Doctorow warnte ebenfalls davor, in der Datenschutzfrage zu sehr auf Gesetze als Lösung zu setzen: "Kein Datenschutzgesetz kann die Selbstkontrolle der Nutzer über ihre Daten ersetzen", sagte Doctorow und erntete hierbei auch Zustimmung von Peter Schaar: "Beim Datenschutz geht es nicht um die Bevormundung der Menschen und eine Beschneidung ihrer eigenen Kontrollrechte, sondern um deren Stärkung. Der Datenschutz selbst entwickelt sich auch weiter und muss die dafür nötigen Instrumentarien bereitstellen", sagte der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
Die Reden von Peter Schaar, Cory Doctorow, Jeff Jarvis und Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin des Innenministeriums und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, sollen in den nächsten Tagen auch auf dem zu Google gehörenden Video-Portal YouTube zugänglich sein.
