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Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test
6-Zoll-Touchscreen

von Lisa Bruness Uhr veröffentlicht

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Fürs Lesen belohnt werden? Mit dem Kobo eReader Touch Edition ist dies möglich, denn dem Nutzer werden Auszeichnungen vergeben. Darüber hinaus zeichnet sich der E-Book-Reader durch einen Touchscreen und die strukturierte Rückseite aus.

Leicht, mobil, viel Lesestoff auf einmal: E-Book-Reader bieten einige Vorteile gegenüber dem gedruckten Buch. Der Kobo eReader Touch Edition zeichnet sich durch einen Touchscreen, eine strukturierte Rückseite sowie ein Belohnungssystem für fleißige Leser aus. Wie sich das digitale Lesegerät in der Praxis schlägt, zeigt der netzwelt-Test.

Der Kobo eReader Touch Edition bietet auf der Vorderseite ein schlichtes Design. Lediglich das Hersteller-Logo und eine einzige physikalische Taste - die zum Startbildschirm führt - sind vorne angebracht. Oben rechts ist noch der An-/Ausschalter in das Gehäuse eingelassen. Die Rückseite des E-Book-Readers fällt dagegen direkt ins Auge: Sie ist mit einer Wabenstruktur versehen, die für einen besseren Griff sorgen soll. Der E-Book-Reader ist in vier Farben erhältlich: Weiß mit lilafarbener, blauer oder silberner Rückseite sowie komplett in Schwarz.

Display und Setup

Der Kobo eReader Touch Edition besitzt einen sechs Zoll großen Touchscreen, der mit der E-Ink-Pearl-Technologie arbeitet. Dadurch wird eine Beschaffenheit wie die von Tinte auf Papier simuliert, sodass das Lesen mit einem E-Book-Reader dem Lesen eines Buchs sehr nahe kommt. Der Bildschirm verfügt über große Blickwinkel und die Schrift ist auch bei hellem Licht gut lesbar.

Der Kobo eReader Touch Edition liegt gut in der Hand, die mit Waben strukturierte Rückseite erhöht die Griffigkeit ein wenig. Durch das geringe Gewicht und die Bedienung per Touchscreen, die sich für Rechts- und Linkshänder einstellen lässt, kann der E-Book-Reader auch mit einer Hand bequem gehalten und bedient werden.

Schaltet der Nutzer den Kobo-Reader zum ersten Mal ein, so wird er aufgefordert, ein Setup durchzuführen. Hierfür muss zunächst die Software für den Rechner heruntergeladen und der E-Book-Reader anschließend über das beigelegte USB-Kabel mit dem PC verbunden werden. Dann erstellt der Nutzer ein Konto bei Kobo. Bis jetzt erfolgten im Test die Anweisungen auf Englisch. Die Sprache lässt sich aber nach dem Setup einfach über die Einstellungen des Readers auf Deutsch ändern.

Als erstes fällt auf, dass kleinere Schrift teilweise etwas ungleichmäßig wirkt - als ob beim traditionellem Druck die Tinte bei einigen Buchstaben vom Papier nicht gut aufgenommen wurde. Allerdings tritt dies nicht bei größerer Schrift auf, wie sie bei den E-Books voreingestellt ist. Der Eindruck variiert zudem ein wenig je nach ausgewählter Schriftart. Der Touchscreen reagiert schnell auf Berührung und Eingaben. Mit der virtuellen Tastatur kann sehr gut getippt werden, Tippfehler kommen so gut wie nicht vor.

Die Bedienoberfläche

Die Startseite beim Kobo eReader Touch Edition bietet am oberen Bildschirmrand insgesamt drei Menüpunkte für die Navigation. Der Nutzer kann die Bibliothek, den Shop oder sein Reading Life ansteuern - was sich hinter Letzterem verbirgt, wird später genauer erklärt. Über die Bibliothek gelangt der Nutzer zu seinen gekauften Büchern, zu Zeitungen und Magazinen (in Deutschland werden aktuell noch keine angeboten), sowie zu den Leseproben und zu seinen Favoriten.

Laut Angabe von Kobo stehen im hauseigenen E-Book-Shop über 80.000 deutsche Bücher zur Verfügung. Damit der Nutzer in den Shop gelangt, benötigt er eine WLAN-Verbindung. Auf der Startseite des Shops werden sechs Kategorien angezeigt, die zu den Leseempfehlungen führen. Eine genauere Auswahl an Themengebieten und Genres findet sich im Shop unter dem Menüpunkt Kategorie. Insgesamt 22 unterschiedliche Kategorien werden angezeigt - von Belletristik & Literatur über Computer bis hin zu Reisen.

Kostenlose E-Books werden im Shop getrennt aufgelistet. Darüber hinaus kann der Nutzer auch direkt nach einem Autor, dem Titel oder der EAN-Nummer suchen. Leider lässt sich die Sortierung der angezeigten Suchtreffer nicht beeinflussen. Sucht der Nutzer zum Beispiel nach "Beckett" werden zunächst Bücher angezeigt, die diesen Begriff im Titel tragen, und erst anschließend Bücher von einem Autor mit Namen Beckett. Je spezifischer der Nutzer sucht, umso bessere Suchtreffer erhält er somit. Es empfiehlt sich beispielsweise den Vor- und Nachnamen eines Autors zu verwenden. Dadurch dass der Shop per WLAN funktioniert, muss der Nutzer ab und zu kurze Ladezeiten in Kauf nehmen.

Unten auf der Startseite des E-Book-Readers sind noch drei weitere Navigationspunkte angebracht. Zum einen gelangt der Nutzer dadurch zu den allgemeinen Einstellungen des Readers. Hinter dem Fragezeichen-Symbol verbirgt sich die Hilfe und ein Klick auf das Wolken-Symbol startet die Synchronisierung. Diese empfiehlt sich beispielsweise, falls der Nutzer über die Desktop-Software ein Buch gekauft und dieses so auf den Reader übertragen möchte.

Nach und nach füllt sich die Startseite des Lesegeräts mit Covern von den Büchern, die auf dem E-Book-Reader vorhanden sind. So kann der Nutzer auf die zuletzt geladenen und gelesenen Werke direkt per Klick auf das jeweilige Cover von der Startseite aus zugreifen. Befindet sich der Kobo im Ruhezustand, wird wie bei einem zugeschlagenen Buch das Cover des aktuellen Titels angezeigt.

Kobo eReader Touch Edition

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Auf der Startseite des Kobo eReader Touch Edition werden die zuletzt genutzten Bücher angezeigt. (Bild: netzwelt)

Kobo stattet das digitale Lesegerät auch mit einem Browser aus. Aufgrund des E-Ink-Displays erfolgt die Darstellung der Internetseiten allerdings nicht in Farbe. Außerdem können handschriftliche Notizen angelegt werden. Wer mal keine Lust auf Lesen hat, kann sich auch an Sudoku versuchen.

Die Bedienung beim Lesen

Der Kobo eBook Reader Touch Edition kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Dateitypen öffnen: EBUP, PDF, MOBI, TXT, HTML, RTF, CBZ, CBR, JPEG, GIF, PNG, BMP und TIFF. Kobo gibt zudem an, dass Bücher aus anderen Shops geöffnet werden können, sofern sie über einen offenen Standard verfügen.

Während des Lesens fällt auf, dass der Bildschirm immer nach einer gewissen Anzahl an Blättervorgängen kurz schwarz wird. Dies ist ebenfalls dem E-Ink-Display geschuldet. Wenn die Bildschirmseite nicht aktualisiert wird, schimmert die vorherige Seite immer ganz leicht durch. Dies fällt bei reinem Text kaum auf, wurde allerdings zuvor ein Bild angezeigt, kann dies doch ein wenig stören. Voreingestellt ist eine Bildschirmaktualisierung nach sechs Seiten. Der Nutzer kann dies aber selbst festlegen und zwischen einer und sechs Seiten frei wählen.

In den Einstellungen kann der Nutzer auch den Bildschirmbereich bestimmen, den er fürs Umblättern berühren muss. Zu den Einstellungen gelangt der Nutzer, wenn er den unteren Bereich des Bildschirms während des Lesens berührt. Außerdem kann er über das angezeigte Menü unter anderem auch die Schrift anpassen. Es kann zwischen sieben Schriftarten und 17 Schriftgrößen gewählt werden. Auch der Zeilenabstand, die Ränder und die Ausrichtung kann der Nutzer festlegen.

Wenn der Nutzer ein Wort länger berührt, taucht ein weiteres kleines Menü am unteren Bildschirmrand auf. Der Nutzer hat dann die Wahl, den ausgewählten Bereich als Markierung zu speichern, eine Notiz hinzuzufügen, die Bedeutung des Worts nachzuschlagen, das Wort übersetzen zu lassen oder das Buch danach zu durchsuchen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, das Zitat auf Facebook zu veröffentlichen, um es mit Freunden zu teilen.

Reading Life

Durch die Funktion "Reading Life" setzt sich der eReader Touch Edition von anderen E-Book-Readern ab. Kobo bietet damit eine Art Belohnungssystem für fleißige Leser an. So werden für die unterschiedlichsten Lesetätigkeiten Preise vergeben. Den ersten, "Willkommen bei Reading Life", sichert sich der Nutzer einfach darüber, dass er den Kobo besitzt und ihn benutzt. Hier muss also noch nicht viel getan werden. Wurde ein Kobo-Konto erstellt, wird der Nutzer direkt zum "BookLover" ernannt.

Es gibt aber auch Auszeichnungen, die etwas schwerer zu ergattern sind. Wenn der Nutzer zehn Reading-Life-Preise besitzt, darf er sich "Kapitän" nennen. Falls jemand ein besonders gutes Buch entdeckt hat und es die Nacht über nicht weglegen konnte, wird er mit dem Preis "Night Rider" belohnt. Wenn der Nutzer zehn Mal etwas auf Facebook teilt, kann er sich den "sozialen Literaturschmetterling" sichern.

Über Reading Life werden aber nicht nur Preise vergeben, auch Lesestatistiken werden hier erstellt. So erfahren Nutzer zum Beispiel, wie viele Bücher sie schon fertig gelesen haben, wie viele Stunden dafür nötig waren und wie viel Prozent der eigenen Bibliothek schon geschafft wurde.

Aktuelle Preise
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netzwelt
6.2
Kobo Touch
Vorteile
  • gute Steuerung
  • schickes Design
  • Belohnungssystem
Nachteile
  • keine Beleuchtung
  • kein PDF-Reflow-Modus
  • E-Book-Shop führt nicht alle aktuellen Bestseller

Auch ohne Beleuchtung gut

Der Kobo eReader Touch Edition besitzt ein schickes Design und eine nett gestaltete Startseite. Die Bedienung des Readers ist einfach und intuitiv. Der Nutzer kann den Kobo aufgrund seiner Größe von sechs Zoll und seines geringen Gewichts problemlos überall hin mitnehmen. Auch das Bedienen und Halten mit einer Hand klappt tadellos. Mit Reading Life bietet Kobo eine nette Zusatzfunktion an, der Nutzer kann sich immer wieder über Auszeichnungen freuen. Auch die Möglichkeit, Zitate einfach auf Facebook zu teilen, oder die Integration eines Browsers könnte für den ein oder anderen Nutzer interessant sein. Kobo bietet auch kostenlose Apps für iOS und Android an, mit denen der Nutzer auf seinem Smartphone oder Tablet weiter lesen kann. Dabei werden die Lesezeichen zwischen den Geräten synchronisiert, sodass problemlos zwischen ihnen gewechselt werden kann. Das Display stellt kleinere Schrift teils etwas unruhig dar. Der Akku soll für einen Monat reichen, außerdem können Nutzer den internen Speicher per SD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern: genug Platz für rund 30.000 Bücher.


Einzelergebnisse
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Design/Verab.
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Anzeige
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E-Book-Store
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Bedienung
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Software
5
Einsortierung
Kobo Touch von Kobo wurde als E-Book Reader abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle eBook-Reader . Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Digitalkamera, Mobile Computing, E-Book, E-Book Reader, Review, Kobo und Kobo Touch .
Kommentare zu diesem Artikel

Fürs Lesen belohnt werden? Mit dem Kobo eReader Touch Edition ist dies möglich, denn dem Nutzer werden Auszeichnungen vergeben. Darüber hinaus zeichnet sich der E-Book-Reader durch einen Touchscreen und die strukturierte Rückseite aus.

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  • katze_sonne schrieb Uhr
    AW: Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test

    Hallo! Vielen Dank für Ihre Antwort! Ja, das kann gut sein, da ich auch schon von starken (subjektiven) Unterschieden zwischen z.B. dem Sony PRS-T1 in weiß und schwarz (Rahmenfarbe) gelesen habe. Das scheint vermutlich dieser (da ich keine Links posten darf: Google-Suche nach "welches quadrat ist heller") Effekt zu sein ;-) (obwohl es natürlich auch fertigungsbedingte Schwankungen geben kann) MFG, katze_sonne
  • Lisa Bruness schrieb Uhr
    AW: Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test

    Hallo,

    ich beziehe mich bei dem Vergleich in erster Linie auf den Amazon Kindle für 99 Euro. Es ist richtig, dass sowohl der Kobo als auch der Kindle mit der E-Ink-Pearl-Technologie arbeiten. Beim Testen wurde bei mir der subjektive Eindruck hervorgerufen, dass der Kindle einen stärkeren Kontrast besitzt, d.h. der Displayhintergrund wirkt etwas heller, die Schrift etwas dunkler. Ich habe jetzt beide E-Book-Reader noch einmal gegenübergestellt und der Unterschied ist tatsächlich sehr gering und geht auf einen subjektiven Eindruck zurück.

    Grüße aus der Redaktion, Lisa Bruness
  • katze_sonne schrieb Uhr
    AW: Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test

    In dem Video wird davon gesprochen, dass andere Reader teils einen höheren Kontrast bieteten - welche sollen das sein? Haben die nicht eigentlich alle aktuell ein Pearl Eink Display? Oder bezieht sich das auf den iRiver Story HD? Der hat aber eine höhere Auflösung, nicht einen höheren Kontrast...
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Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test
Belohnungen für Leseratten: Kobo eReader Touch Edition im Test
Der eReader Touch Edition von Kobo bietet einen Touchscreen und belohnt fleißige Leser.
http://www.netzwelt.de/news/89638-belohnungen-leseratten-kobo-ereader-touch-edition-test.html
2011-11-25 16:32:00
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/kobo-ereader-touch-edition-produktbild-114945.jpeg
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