Keynote auf Googles Datenschutz-Kongress
DatenDialog: Peter Schaar kritisiert Selbstregulierungsansatz
Der Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar hat auf der von Google ausgerichteten Konferenz DatenDialog strengere Datenschutz-Gesetze gefordert. Selbstregulierungs-Initiativen der Branche hält Schaar für nicht zielführend.
In seiner Keynote auf der eintägigen Konferenz in Berlin forderte Schaar laut den Twitter-Beiträgen einiger Konferenzteilnehmer unter anderem, international festzuschreiben, dass in Datenschutz-Fragen jeweils die am jeweiligen Ort des Verbrauchers gültige Rechtssprechung Anwendung findet. Die Idee der Selbstregulierung durch die Branche sieht Schaar dagegen eher kritisch. Er bezeichnete entsprechende Absprachen wie bei dem umstrittenen Geodaten-Dienst Google Street View als "sinnlos", wenn die deutschen Datenschutzbeauftragten nicht in die Absprachen mit einbezogen werden. In diesem Zusammenhang kritisierte Schaar auch das Bundesinnenministerium (BMI), das sich damals gegen ein "Lex Street View" ausgeprochen hatte. "Wer nichts macht, macht auch keine Fehler, so denkt das BMI", sagte Schaar den Konferenzteilnehmern zufolge.
Veranstaltung als Botschaft von Google
Lobende Worte hat er dagegen für den Ausrichter des DatenDiaologs Google übrig. "Dass Google einen Datenschutz-Kongress veranstaltet, ist allein schon eine Botschaft", sagte Schaar laut Google-Pressesprecher Kay Oberbeck zu Beginn der Keynote. Vor allem in der Street View-Frage hatten Schaar und Kollegen sich lange eine Auseinandersetzung mit Google geliefert. Die Verhandlungen zogen sich über zwei Jahre hin - in anderen europäischen Ländern waren sie binnen weniger Wochen abgeschlossen.
Der gebürtige Berliner Schaar ist seit 2003 der Bundesbeauftragte für Datenschutz und seit 2006 auch zuständig für Informationsfreiheit. Seine Amtszeit wurde bislang einmal verlängert und dauert noch bis zum Jahr 2013.


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