Snow Leopard kann trotzdem virtualisiert werden
VMware Fusion: Rückzieher bei der Mac-Virtualisierung
VMware erregte mit der jüngsten Aktualisierung der Mac-Anwendung Fusion 4.1 großes Aufsehen: Entgegen der bisherigen Vorgehensweise wurde die Möglichkeit eingebaut, die Apple-Betriebssysteme Leopard und Snow Leopard zu virtualisieren. Nun zieht der US-Konzern die praktische Funktion schnell wieder zurück.

Apple gestattet erst seit Lion die Virtualisierung seines Betriebssystems: Nutzer dürfen Mac OS X 10.7 in bis zu vier virtuellen Maschinen betreiben, ohne die Server-Version zu kaufen. Die Virtualisierung der Desktop-Fassung war in Leopard und Snow Leopard noch verboten, was VMware anscheinend nicht bewusst war.
Update für Fusion
Anders ist es nicht zu erklären, dass mit der Aktualisierung von VMware Fusion 4.0 auf Version 4.1 neben Lion plötzlich auch Leopard und Snow Leopard virtualisiert werden konnten. Der Hersteller machte es den Nutzern leicht, gegen die Lizenzbedingungen von Apple zu verstoßen: Sofern eine virtuelle Maschine angelegt wurde, fragte Fusion lediglich danach, ob eine Erlaubnis zur Ausführung vorliegt - mit einem einfachen Klick kann so jeder Otto Normalverbraucher sein angestaubtes Snow Leopard auf einem Lion-Mac weiter verwenden.
Etwas unklar war, ob VMware den Fusion-Anwender etwas Gutes tun wollte oder einfach geschlampt hat - in den Release Notes zu VMware Fusion wurde die Unterstützung für (Snow) Leopard jedenfalls nicht erwähnt, was sehr ungewöhnlich ist. Nun rudert der US-Konzern zurück und veröffentlicht VMware Fusion 4.1.1, das den Betrieb von OS X 10.5 und 10.6 unterbindet. Der Kommentar zum Update fällt knapp aus: "Fusion 4.1.1 corrects an omission from the Fusion 4.1.0 release that affects running Mac OS X in a virtual machine."
Kopie als Lösung
Nutzer können sich durch Klick auf "Diese Version überspringen" die Möglichkeit erhalten, (Snow) Leopard in einer virtuellen Maschine zu betreiben. Auf Dauer ist das natürlich keine sinnvolle Lösung, da dann auch alle kommenden Versionen ausgelassen werden müssten - es gibt jedoch eine Alternative: Da VMware Fusion 4 eine klassische Mac-Anwendung ist, können Nutzer einfach die .app-Datei im Programme-Ordner kopieren - natürlich vor dem Update. Sofern das Duplikat von VMware Fusion 4.1 nur in einem separaten Nutzerkonto ausgeführt wird, sollte der gleichzeitige Betrieb dem Gast-/Host-System keine Schwierigkeiten bereiten.
Übrigens: VMware hat in seiner Knowledge Base einen Artikel veröffentlicht, der weitere Tipps zum Umgang mit bestehenden Snow-Leo-Maschinen in VMware Fusion 4.1.1 gibt. Den Hyperlink zum betreffenden Artikel finden Sie rechts neben diesem Artikel in der Seitenleiste.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Mac OS X hier.
