Illegale Uploads
Raubkopien: Universal verklagt Grooveshark (Update)
Die Universal Music Group verklagt den Musikdienst Grooveshark. Angeblich wurden Mitarbeiter dazu angehalten, illegal erworbene Musik online zu stellen. Das Major-Label zieht nun vor das Bezirksgericht in Manhattan und fordert eine Einstweilige Verfügung. Update: Grooveshark hat in einer Stellungnahme auf die Anschuldigungen von Universal reagiert.

Das Update vom 23. November finden Sie am Ende des Artikels.
Bisher hatte sich Grooveshark beziehungsweise die Escape Media Group, die hinter der Online-Community steht, stets darauf berufen, nicht für die Raubkopien auf dem Portal verantwortlich zu sein. Denn die Titel würden von Nutzern eingestellt und Grooveshark selbst stelle lediglich die technischen Mittel bereit. Dieses Vorgehen ist unter dem Digital Millennium Copyright Act geschützt.
Beweise aus Datenbank
Wie das Online-Magazin Cnet.com berichtet, legten die Anwälte der Universal Music Group nun vor dem New Yorker Bezirksgericht jedoch dar, dass sie über E-Mails und andere Beweise verfügten, die belegen, dass Mitarbeiter der Escape Media Group illegale Raubkopien selbst online stellten. Die Belege fanden die Ermittler in den Datenbanken Groovesharks. Aufgrund eines Urteils in einem vorangegangenen Prozess zwischen den beiden Parteien musste die Escape Media diese herausgeben.
Universal gilt als Major-Label mit den größten Anteilen am Musikmarkt weltweit. Sollte die Einstweilige Verfügung von dem New Yorker Gericht bestätigt werden, würde dies die sofortige Schließung von Grooveshark bedeuten. Außerdem fordert Universal die höchstmögliche Schadenssumme von 150.000 US-Dollar pro hochgeladener Raubkopie. Die Plattenfirma kann angeblich beweisen, dass alleine Grooveshark-CEO Samuel Tarantino über 1.700 illegale Titel hochgeladen hat. Eine Verurteilung würde die Escape Media Group also Hunderte Millionen Dollar kosten.
Update vom 23. November: Grooveshark reagiert in einer Stellungnahme
Wie das Blog Hypebot berichtet, hat sich Marshall Custer, General Counsel von Grooveshark, in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen von Universal geäußert. Seiner Meinung nach basieren die Anschuldigungen fast vollständig auf einem "anonymen und falschen Blogeintrag im Internet". Außerdem habe die Plattenfirma die Materialien aus der Grooveshark-Datenbank, die nun als Beweise dienen sollen, falsch interpretiert. Custer ist sich daher sicher, dass Grooveshark den Prozess gewinnen wird.
Hypebot zufolge befindet sich der angeblich "anonyme und falsche Blogeintrag" auf Digital Music News. Ein Nutzer, der sich als Grooveshark-Mitarbeiter ausgibt, betont dort, dass alle in dem Unternehmen eine bestimmte Anzahl an Musikuploads pro Woche tätigen müssten und einen Bonus erhalten, wenn sie das Minimum überschreiten.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Musikdienst hier.

Wenn Universal mit Verkäufen keinen Umsatz schafft, dann verklagen sie einfach die Musikdienste. Ist nicht besonders kundenfreundlich.
Und ich dachte immer gs hätte Verträge mit einigen Verwertungsgesellschaften.