Netzbetreiber verspricht schnellen Ausbau

"Wir sind Einzelfall": O2-Nutzer klagen über schlechte Verbindung

Matthias Bauer platzte der Kragen: Immer häufiger hatte der Unternehmer in Großstädten wie Berlin und Hamburg Empfangsprobleme mit seinem O2-Smartphone. Gespräche brachen ab, Webseiten bauten sich trotz Empfang kaum oder nur schleppend auf. An der Hotline wurde er mit Worten wie "Vorübergehende Störung" oder "Einzelfall" vertröstet - bis er im Web seine Erfahrung schilderte. Rund 700 Nutzer hatten ähnliche Erfahrungen gemacht und schlossen sich seinem offenen Brief an O2 an.

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Am 12. November stellte Bauer seinen Brief online, binnen der ersten 24 Stunden unterzeichneten ihn bereits 180 O2-Nutzer, vier Tage später waren es 700. Sie schilderten auch ihre Probleme, die Bauer akribisch auswertete. Eine langsame oder gar keine Datenverbindung trotz Netzempfang war dabei das Hauptproblem der Unterzeichner. Inzwischen hat Telefónica Germany, das Unternehmen zu dem die Marke O2 gehört, sich mit Bauer in Verbindung gesetzt und versprochen, die Probleme durch einen schnelleren Ausbau des Netzes zu beheben.

Abhilfe bis Ende 2011

Laut O2 handele es sich hierbei um Kapazitätsprobleme, die durch den raschen Anstieg an Smartphones im Telefónica-Netzbedingt seien. Der Datenumsatz ohne SMS sei im Vergleich zum Vorjahr regelrecht explodiert, O2 machte hier eine Steigerung um 53 Prozent aus. Das Unterehmen will nun bestehende Basis-Stationen weiter ausbauen, da dies schneller geht, als neue zu errichten. Bis Ende des Jahres sollen die Ausbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen sein, berichtet Bauer in seinem Blog.

O2 kämpft bereits seit Längerem mit Netzproblemen: Im thüringischen Jena brach Ende Oktober die UMTS-Versorgung zusammen - über 100.000 Menschen konnten daraufhin im 3G-Netz von O2 weder surfen noch telefonieren. 

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