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Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test
Für rund 280 Euro ohne Festplatten

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Netzwerkspeicher bieten großes Speichervolumen und ermöglichen auch den Zugriff von unterwegs. Netzwelt hat sich sechs aktuelle Systeme angeschaut und startet mit der DS212+ von Synology.

Alle reden von Cloud Computing - dabei lässt sich die persönliche Datensammlung auch zu Hause speichern und ist trotzdem von überall zugriffsbereit. Dies ermöglichen Netzwerkspeicher, auch NAS genannt. Netzwelt testet sechs Systeme verschiedener Hersteller, beginnend mit der DiskStation 212+ von Synology.

Der taiwanische Hersteller hat eine Reihe seiner NAS-Systeme aufgefrischt, darunter auch die DiskStation 212+. Die Zwei-Schacht-Lösung kommt jetzt mit Wake-on-LAN-Funktion und USB-3.0-Anschlüssen; sie soll weniger Strom verbrauchen und Laufwerksgeräusche besser dämpfen.

Mit der DS212+ richtet sich der Hersteller an kleine und mittelgroße Unternehmen. Im Handel ist das NAS-System für rund 280 Euro erhältlich. Wie bei Synology üblich, werden die Netzwerkspeicher des Herstellers ohne Festplatten ausgeliefert.

Vielseitige Speicherstation: NAS-System Synology DS212+ im Test

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Der 1,25 Kilogramm schwere Netzwerkspeicher kommt im schwarzen Kunststoffgehäuse daher. (Bild: netzwelt)

Gehäuse 

Das DS212+ kommt im schlichten schwarzen Kunststoffgehäuse daher. Festplatten sind dank ausziehbarer Laufwerkschächte leicht austauschbar. Eine kleine Blende in Klavierlackoptik schützt die HDDs nach außen ab.

Praktisch: Dank Hot Swappable-Technik kann der Nutzer die Festplatten auch im laufenden Betrieb entnehmen. Angeraten wird dies vom Hersteller aber nicht.

Hardware

Im Inneren treibt eine Marvell-CPU die Hardware an. Der Prozessor ist mit seinen 2,0 Gigahertz deutlich schneller als die anderen NAS-Systeme im Test. Dies trifft auch auf den Arbeitsspeicher zu, der 512 Megabyte beträgt.

Auf der Vorderseite zeigen vier LED den Betriebszustand an (Status, LAN, Disk 1, Disk 2), zwei Tasten dienen zum Ein- und Ausschalten des Systems. Zudem stehen ein SD-Kartenslot und ein USB-2.0-Port für externe Speichermedien zur Verfügung.

Auf der Rückseite verbaut Synology zwei USB-3.0-Schnittstellen, je einen Gigabit-Ethernet- und eSATA-Port sowie den Netzteilanschluss. Den Großteil der Rückseite nimmt aber der Lüfter zur Kühlung der Festplatten ein.

Anleitung und Installation

Die meisten Hersteller legen ihren NAS-Systemen nur noch eine Schnellstartanleitung in Papierform bei, die ausführliche Dokumentation inklusive Software befindet sich auf beiliegenden CDs. Synology bietet die Anleitung für seine DiskStation 212+ sogar nur noch digitalisiert an: Zur Installation dient der sogenannte Disk Station Assistant für Windows-, Mac- und Linux-Betriebssysteme, der entweder von der beiliegenden CD-ROM oder von der Webseite heruntergeladen werden kann.

Für den Installationsvorgang des NAS-Sstems sollte man rund zehn Minuten einrechnen. Im Test nutzten wir die Setup-Datei von der Webseite, der fällige Firmware-Patch zur Installation des DiskStation befindet sich in einer Extra-Datei und muss daher gesondert heruntergeladen werden.

Software

Nach der Installation liegt der Synology Assistant als Verknüpfung auf dem Desktop, der auch der Verbindung zum NAS-System dient. Im Gegensatz zu anderen Netzwerkspeichern im Test setzt der Hersteller mit dem DiskStation Manager auf ein echtes, auf JavaScript basierendes Serverbetriebssystem zur Konfiguration des Netzwerkspeichers.

Vorteilhaft ist vor allem ein Schnellstartmanager, der etwa mit Erläuterungen zur Einrichtung von Festplatten-Volumes hilft. Weitere Unterstützung liefert ein ausführliches Handbuch in deutscher Sprache. Wie bei einem Betriebssystem üblich, erstellt man Verknüpfungen zu wichtigen Funktionen einfach per Drag-and-Drop auf dem Desktop der Web-Oberfläche.

Protokolle und Serverdienste

Die Synology DS212+ bietet eine umfangreiche Unterstützung an Netzwerkprotokollen wie CIFS, FTP, AFP, NFS, WebDAV, Telnet, SSH oder SNMP. Auch eine Aktivierung von mehreren Medienservern ist möglich: Als DLNA/UPnP-Server reicht der Netzwerkspeicher zum Beispiel Dateien an Konsolen weiter. Bei aktiviertem iTunes-Server spielt man seine auf dem NAS gelagerte Musik mit der Apple-Software ab. Sehr schön: Auch die Erstellung von Playlisten ist möglich - für Inhaber großer Musikbibliotheken eine dankbare Funktion.

Die Vielseitigkeit der Synology-Software lässt sich hier kaum abbilden: So kann man die DiskStation per Webcam zum Überwachungssystem umrüsten, Download-Dienste aktivieren zum Herunterladen von Dateien aus dem Internet oder auch webbasierte Audio- und Fotostationen installieren, die zudem den Zugriff von Mobilgeräten ermöglichen.

Zudem unterstützt der Netzwerkspeicher auch das Hosten von Webseiten, E-Mail- und Drucker-Servern. Von vielen Konkurrenzsystemen ebenfalls unterstützte Anwendungen wie die Möglichkeit zum Kopieren von Dateien angeschlossener USB-Geräte sowie eine Datensicherung via Time Machine bietet das System ebenfalls. Dank Wake-on-LAN kann man die DiskStation zudem aus dem Ruhestand aktivieren, was viele andere NAS-Systeme nicht beherrschen.

Apps

Für den mobilen Zugriff stellt Synology eine umfangreiche Sammlung an Miniprogrammen für Smartphones zur Verfügung. Der Abruf von Audio- und Bilddateien ist etwa von Telefonen wie dem iPhone, Android-Geräten oder auch Symbian-Clienten möglich. Der Dateimanager DS File und die App DS Finder zur Status-Überprüfung und zum Remote-Start stehen ebenfalls zur Verfügung.

Stromverbrauch und Geräuschpegel

Als Stromverbrauch gibt Synology 18,7 Watt im Betrieb für die DS212+ an. Im Test maßen wir nur geringfügige Abweichungen mit Werten von maximal 21 Watt. Im ausgeschalteten Zustand verbrauchte das NAS-System nur 0,1 Watt.

Bei der Schallpegelmessung außen am Lüfter zeigte unser Messgerät durchschnittliche Werte von 17 dB(A). Synology selbst gibt einen Geräuschpegel von 19,8 dB(A) an. Auffällig war der relativ leise Lüfter, der gelegentlich vom Festplattengeräusch übertönt wurde.

Ob die DS212+ wirklich Verbesserungen beim Stromverbrauch und bei der Geräuschdämpfung bringt, konnten wir wegen fehlender Messwerte der Vorgängermodelle nicht überprüfen.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit

Zum Messen der Lese- und Schreibgeschwindigkeit schlossen wird das NAS-System direkt an den Rechner an, um Verfälschungen durch Hubs und andere mögliche Verteilpunkte zu vermeiden. Auf eine Aufteilung der Festplatte in mehrere Volumes zur Messung verzichteten wir allerdings.

Der Hersteller gibt Übertragungsraten von bis zu 872 Megabit pro Sekunde beim Lesen und bis zu 456 Megabit beim Schreiben von Dateien an. Diese Werte konnten wir im Test nicht nachvollziehen: Bei der Überprüfung maß netzwelt beim Lesen eine Geschwindigkeit von 320 MBit/s und beim Schreiben von 308 MBit/s. Insgesamt aber sehr gute Werte, nach denen ein drei Gigabyte großer HD-Film in weniger als zwei Minuten auf dem Netzwerkspeicher landet.

lklk

Fazit

Die DiskStation DS212+ überzeugt mit dem einfachen Server-Betriebssystem DiskStation Manager, das Bedienoberflächen anderer Hersteller um Längen voraus ist. Hinzu kommen vielseitige Schnittstellen und iPhone- sowie Android-Apps für den Zugriff von unterwegs.

Der Aufpreis für zwei Festplatten, den man im Vergleich zu NAS-Systemen inklusive HDDs hinzurechnen muss, lohnt sich: Man erhält eine Speicherzentrale fürs Netzwerk, die kaum Wünsche offenlässt.

Kommentare zu diesem Artikel

Netzwerkspeicher bieten großes Speichervolumen und ermöglichen auch den Zugriff von unterwegs. Netzwelt hat sich sechs aktuelle Systeme angeschaut und startet mit der DS212+ von Synology.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test

    Hier findest Du eine Liste mit den vom Hersteller empfohlenen - bzw. offiziell unterstützten - Festplatten: www.synology.de/support/hd.php?lang=deu&product_id=90
  • Mike20000 schrieb Uhr
    AW: Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test

    Hallo! Welche Festplatten werden für die Synology DS212+ empfohlen - 6 GB in Summe würde ich gerne einbauen! LG Mike
  • matrix79 schrieb Uhr
    AW: Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test

    Ihre gemessenen Geschwindigkeitswerte erscheinen mir als nicht wirklich plausibel... Besitze selbst eine DS209 und überlege den Wechsel auf die 212+... Bei der 209 hab ich selbst Datenraten jenseits der 500MBit beim Lesen, dies aber sogar über 2 Switches (zwar von CISCO aber immerhin), glaub kaum dass da Rückschritte gemacht wurden. Hängt wohl sehr stark von der verwendeten HDD ab, welche Werte man da bekommt... Nur so schlecht wie von ihnen beschrieben sollte der Wert eig. nicht sein ;)
  • Schlaubi schrieb Uhr
    NAS-System Synology DS212+ im Test

    Vielen Dank, super Bericht. Entscheidung ob 211+ oder 212+ ist eindeutig für das 212+ gefallen. ;-)
  • DevilDriver schrieb Uhr
    AW: Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test

    danke, netter Bericht! aber bitte die read/write werte in MB/s angeben und nicht Megabit!

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Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test
Vielseitige Speicherzentrale: NAS-System Synology DS212+ im Test
Netzwelt hat sich sechs NAS-Systeme unter die Lupe genommen. Den Anfang macht die DS212+ von Synology.
http://www.netzwelt.de/news/89524-vielseitige-speicherzentrale-nas-system-synology-ds212-test.html
2011-11-18 16:20:09
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2011/4553/34347.jpg
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