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Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test
Ab rund 250 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Netzwelt hat sich sechs aktuelle NAS-Systeme angeschaut. Zweites Testgerät nach der Synology DiskStation DS212+ ist die Link Station Pro Duo von Buffalo.

Die Link Station Pro Duo von Buffalo fällt gegenüber der kürzlich von netzwelt getesteten DiskStation DS212+ von Synology in Sachen Funktionsumfang und Bedienung deutlich ab. Dafür wird das System aber mit Festplatten ausgeliefert. Sparfüchse können so eine Menge Geld sparen.

Buffalo verkauft seine kleine, schwarze Link Station Pro Duo in drei Versionen mit zwei, vier oder sechs Terabyte Speicherkapazität. Die günstigste Variante ist zu einem Straßenpreis ab rund 250 Euro erhältlich. Ohne Festplatten ist das System leider nicht zu haben.

Allerdings nehmen die beiden eingebauten HDD-Schächte auch zwei Festplatten im Austausch mit jeweils ein, zwei oder drei Terabyte an. Der Einbau ist allerdings wenig komfortabel: Buffalo verbaut in der Link Station Pro Duo einen klapprig wirkenden Blechmechanismus zum Ein- und Ausschub der Platten. Kabel im Gehäuse muss man glücklicherweise nicht anschließen.

Hardware 

Ausgestattet ist die 1,7 Kilogramm schwere Link Station Pro Duo mit einer 1,6 Gigahertz schnellen Marvell 6282 CPU sowie 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Auf der Vorderseite zeigen drei LEDs den Betriebszustand des Netzwerkspeichers an.

Einen Gigabit-Ethernet-Anschluss und einen USB 2.0-Port zur Einbindung weiterer Festplatten im LAN verbaut Buffalo auf der Rückseite. Der Ein-und Ausschalter lässt sich bei Bedarf in den Modus "Auto" stellen, sodass sich das NAS-System zusammen mit dem angeschlossenen Rechner ein- und wieder ausschaltet.

NAS-System Buffalo LinkStation Pro Duo im Test

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Der Hersteller liefert die LinkStation Pro Duo mit zwei Festplatten aus. (Bild: netzwelt)

Anleitung und Installation

Eine kurze Anleitung in Papierform erläutert die Installation des Netzwerkspeichers, per Link Navigator-Programm von der beiliegenden CD-ROM geht dies einfach und schnell von der Hand. Vorkenntnisse sind nicht erfoderlich.

Eine ausführliche Dokumentation für die Buffalo Link Station Pro Duo liegt ebenfalls (nur) auf dem mitgelieferten Silberling bei.

Software 

Nach der Installation dient eine Desktop-Verknüpfung dem direkten Zugriff auf freigegebene Ordner auf der Buffalo Link Station Pro Duo. Das native Gratis-Programm NASNavigator findet darüber hinaus alle Buffalo-Systeme im LAN und dient der schnellen Übersicht über noch vorhandene Festplattenkapazitäten und Einstellungsparameter.

Der Web-Client ist übersichtlich, im Vergleich zur Software konkurrierender Systeme aber recht schlicht aufgebaut. Erläuternde Informationen zu Funktionen sind nur über den eingebauten Verweis auf ein englischsprachiges Handbuch verfügbar. Das machen die Hersteller anderer Netzwerkspeicher besser.

Protokolle und Einsatzmöglichkeiten

Wie die anderen NAS-Systeme im Test unterstützt die Buffalo Link Station Pro Duo Netzwerkprotokolle wie SMB/CIFS, AFP, FTP, HTTP und HTTPS. Ebenfalls möglich ist die Installation von mehreren Typen an Medienservern, Backup-Funktionen (Systembackup und Time Machine) sowie anderen Diensten.

Ein DLNA-Server etwa ist interessant für die Weitergabe von Medien an Hardware wie Konsolen. Installieren lassen sich auch ein Server für Logitechs Squeezebox-Musiksystem sowie ein iTunes-Server. Nutzer der Abspielsoftware können bei Aktivierung dann auf ihre auf dem Netzwerkspeicher abgelegte Musik zugreifen. Leider ermöglicht die Buffalo Link Station im Gegensatz zum Synology DS212+ aber keine Erstellung von Abspiellisten. Bei großen Musiksammlungen wird die zentrale Verwaltung der Songbibliothek via NAS daher recht mühsam.

App-Zugriff für unterwegs

Per USB-Anschluss bindet man bei Bedarf zudem weitere Festplatten ins LAN ein und stellt diese angebundenen Nutzer im Netzwerk zur Verfügung. Dazu ist aber die Installation der beiliegenden Network USB Navigator-Software notwendig. Ist ein USB-Gerät angedockt, können auch Medien per Funktionstaste in definierten Zielordnern gespeichert werden. Bei aktiviertem USB-Netzwerk-Dienst funktioniert die "Direkte Kopie" genannte Funktion allerdings nicht. Dies gilt auch für den integrierten Print Server, der es ermöglicht, USB-Drucker im Netzwerk freizugeben.

Wer unterwegs auf Dateien seines NAS-Systems zugreifen will, kann dafür einen Webdienst auf Buffalo-Servern einrichten. Dafür ist die Vergabe eines Benutzernamens und eines Kennworts nötig. Für den Abruf via iPhone und iPad stellt Buffalo die beiden Gratis-Apps Smart Phone Navigator und WebAccess i zur Verfügung. Die Konfiguration ist zwar mühselig und wenig bedienungsfreundlich, funktionierte aber im Test. Eine kostenlose Android-App für den Webzugriff steht im Android Market ebenfalls zur Verfügung.

Stromverbrauch und Geräuschpegel

Als Werte zur Leistungsaufnahme gibt Buffalo durchschnittlich 17 Watt an, mit Spitzenwerten bei 24 Watt. Erfreulich, dass die Testwerte im Betrieb sogar darunter lagen (durchschnittlich zwölf Watt, maximal 21 Watt). Im ausgeschalteten Zustand verbrauchte die Station 0,4 Watt.

Per SleepTimer-Funktion lässt sich das NAS übrigens in den Standby-Zustand schicken. Per Funktionstaste auf der Rückseite oder Strommodusschalter (AUTO) fährt das System dann wieder hoch - Wake on LAN steht allerdings nicht zur Verfügung.

Im Betrieb erwies sich die Link Station Pro Duo als recht leise, wobei der rauschende Lüfter und vor allem Festplattengeräusche deutlich wahrnehmbar waren. Im Test maßen wir einen Schallpegel zwischen 18 und 20 dBA bei der direkten Abnahme des Wertes am Lüfter.

Hierbei handelt es sich aber um theoretische Vergleichswerte, die in der Praxis anders wahrgenommen werden. Zu bedenken ist auch, dass sich der Anwender meistens in etwas Entfernung zum NAS befindet. Für den Wohnzimmerbetrieb ist die Buffalo Link Station Pro Duo deshalb gut geeignet.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit

Beim Messen der Lese- und Schreibgeschwindigkeit schlossen wird das NAS-System direkt an den Rechner an, um Verfälschungen zu vermeiden. Der Hersteller gibt Übertragungsraten von maximal 480 Megabit im High-Speed-Modus und zwölf Megabit pro Sekunde im Full-Speed-Modus an. Diese Werte konnten wir im Test nicht nachvollziehen: Bei der Überprüfung maß netzwelt beim Lesen eine Geschwindigkeit von 21,81 Megabit pro Sekunde und beim Schreiben eine von 20,97 Megabit pro Sekunde. Kein Vergleich zum gemessenen Durchsatz der Synology LinkStation DS212+.

Fazit

Die Buffalo Link Station Pro Duo ist für rund 250 Euro zusammen mit zwei 2-Terabyte-Platten im Handel zu haben und damit eines der günstigeren NAS-Systeme im Test. Die Installation geht einfach von der Hand und stellt auch unerfahrene Nutzer kaum vor Problemen. Die Web-Oberfläche sollte Buffalo renovieren und intuitiver gestalten, zumal Erläuterungen zu einzelnen Einstellungsparametern fehlen. Auch die mobile iPhone-App bedarf einer Auffrischung - der Zugang funktioniert zwar, die Nutzerführung ist aber alles andere als einfach.

Lüfter und Festplattengeräusche stören kaum, sodass sich das NAS-System auch im Wohnzimmer betreiben lässt. Die Verarbeitung lässt im Vergleich zu den anderen Netzwerkspeichern im Test zu wünschen übrig, dafür ist das Buffalo-System aber um einiges günstiger und wird mit Festplatten ausgeliefert.

Kommentare zu diesem Artikel

Netzwelt hat sich sechs aktuelle NAS-Systeme angeschaut. Zweites Testgerät nach der Synology DiskStation DS212+ ist die Link Station Pro Duo von Buffalo.

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  • Wolfgang B schrieb Uhr
    AW: Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test

    Ich finde die downloadseiten von buffalo extrem schlecht die Software Nas2 funktioniert bei mir unter windows 7 nicht lässt sich gar nicht installieren. ich verschenke die station lieber als das ich mich noch länger darüger ärgere keine installation voreinander zu bekommen auch nicht mit dem service telefonisch
  • 1337moep schrieb Uhr
    AW: Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test

    kennt ihr überhaupt den unterschied zwischen BIT und BYTE????? scheinbar nicht...
  • madseh schrieb Uhr
    AW: Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test

    Geschwindigkeitsangaben von Buffalo bezeihen sich wohl auf die theoretische Datenrate der USB2 Schnittstelle. Andererseits schafft meine Linkstation Live (600MHz CPU) schafft direkt am Rechner jedenfalls bis zu 30MByte/sek

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Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test
Günstiges NAS-System: Buffalo Link Station Pro Duo im Test
Netzwelt hat sechs NAS-Systeme unter die Lupe genommen. Nach der Synology DiskStation DS212+ ist die Link Station Pro Duo von Buffalo an der Reihe.
http://www.netzwelt.de/news/89517-guenstiges-nas-system-buffalo-link-station-pro-duo-test.html
2011-11-21 16:47:45
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