Entscheidung möglicherweise erst im Sommer

Wikileaks: Assange legt Berufung gegen Auslieferung ein

Wikileaks-Gründer Julian Assange geht erneut in Berufung. Der gebürtige Australier will erwirken, dass sein Fall vor den britischen Supreme Court kommt. Eine mögliche Auslieferung des 40-Jährigen an Schweden, wo gegen ihn wegen sexueller Vergehen ermittelt wird, könnte sich daher bis Sommer 2012 hinziehen.

Julian Assange bei seiner Anhörung vor dem High Court in London im Juli. (Bild: Screenshot Sweden vs. Assange via Vimeo)
Julian Assange bei seiner Anhörung vor dem High Court in London im Juli. (Bild: Screenshot Sweden vs. Assange via Vimeo)
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Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian unter Berufung auf Rechtsexperten. Ein Verfahren vor dem Supreme Court würde demnach mindestens drei Monate dauern. Allerdings muss Assange den Londoner High Court zunächst am 5. Dezember davon überzeugen, dass sein Fall von öffentlichem Interesse ist, andernfalls ist eine Berufung vor dem Supreme Court nicht möglich und Assange würde binnen weniger Tage an Schweden überstellt. Der Supreme Court wäre die dritte Instanz, die Assange anruft, bislang war der Wikileaks-Chef mit seinen Gesuch, ihn nicht auszuliefern, gescheitert.

Fast ein Jahr unter Hausarrest

Assange steht in Großbritannien seit knapp einem Jahr unter Hausarrest. Er wohnt in London und trägt eine elektronische Fussfessel, mit der er überwacht wird. Die schwedischen Behörden werfen ihm vor, zwei Frauen zumindest sexuell bedrängt zu haben, zeitweise war auch von Vergewaltigung die Rede. Assange hatte einige Zeit nach den Vorfällen Schweden verlassen und sich so den dortigen Behörden für Befragungen entzogen.

Sein Angebot, sich einer Befragung via Videotelefonie zu stellen, lehnte die schwedische Justiz ab und ließ international nach Assange fahnden. Der Wikileaks-Chef wurde daraufhin von Scotland Yard verhaftet und wehrt sich seitdem mit allen juristischen Mitteln gegen die Auslieferung. Die Arbeit der Enthüllungsplattform Wikileaks selbst ruht derzeit, der Grund hierfür ist aber nicht die Verhaftung von Assange, sondern Geldprobleme.

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