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Grundlagen: Videos bearbeiten mit Mozilla Popcorn Maker Webbasierte Anwendung für den Videoschnitt

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Mozilla hat sich jüngst des Themas Videos im Web angenommen: Unter der Marke "Popcorn" ist ein neues Projekt gestartet, das neben einer Bibliothek für Entwickler eine Anwendung zum Videoschnitt beinhaltet, die komplett im Browser läuft. Trotz des frühen Entwicklungsstadiums lohnt ein Blick auf "Popcorn Maker".

Popcorn Maker läuft ohne Installation ausschließlich im Browser.

Die Mozilla Foundation ist hauptsächlich für den Webbrowser Firefox und das E-Mail-Programm Thunderbird bekannt, obwohl die Stiftung neben den beiden Anwendungen noch an vielen anderen Projekten arbeitet. In den Mozilla Labs können sich interne und externe Entwickler austoben und ihre Ideen in die Tat umsetzen.

Mozilla Popcorn

Eines der aussichtsreichsten Projekte der Mozilla Labs trägt den Namen Popcorn und hat zum Ziel, statische Online-Videos mit interaktiven Elementen zu verknüpfen. Was etwas kompliziert klingt, ist in der Praxis ganz einfach: Das Werkzeug ermöglicht es zum Beispiel, eine Verbindung zu Google Maps anzubieten, wenn ein bestimmter Ort im Film angezeigt wird. Auch Wikipedia-Artikel und andere Inhalte aus dem Web lassen sich direkt in das Video einbinden. Popcorn besteht aus drei Teilen: Den Kern des Projekts bildet eine JavaScript-Bibliothek, die nur etwa 300 Kilobyte groß und für Entwickler gedacht ist. Sie bildet die wichtigsten Funktionen ab und kann mithilfe von Erweiterungen zum Beispiel um die Anzeige von 3D-Objekten ergänzt werden. Popcorn.js läuft in vielen modernen Browsern, nicht nur im Firefox.

Popcorn Maker ist eine von zwei Komponenten des Popcorn-Projekts. (Quelle: Screenshot)

Editor für Videos

Neben Popcorn.js und seinen zahllosen Erweiterungen hat Mozilla kürzlich den sogenannten Popcorn Maker freigegeben: Hinter dem Namen verbirgt sich ein Programm, das komplett im Browser läuft und für die Arbeit mit Filmmaterial auf Basis der Popcorn-Bibliothek entwickelt wurde. Da Popcorn Maker vollständig in HTML5 umgesetzt wurde, lässt sich die Anwendung auch ohne Adobe Flash oder Microsoft Silverlight-Plugin nutzen - zum Beispiel auf dem iPad. Alle interessierten Nutzer sollten beachten, dass der Popcorn Maker sich derzeit noch im Alpha-Stadium befindet, also eher experimenteller Natur ist und nicht als Produktivsystem eingesetzt werden sollte. Bis zu einer stabilen Version dürfte noch ein Jahr oder mehr Entwicklungsarbeit vergehen. Für Nutzer, die das Programm schon heute einsetzen, ist außerdem ein schneller Online-Zugang empfehlenswert.

Funktionsumfang

Die eigentliche Bedienung des Popcorn Maker ist ganz einfach: Zu Beginn müssen Nutzer einen Namen für das neue Projekt angeben, in dem sie ein Video bearbeiten möchten. Außerdem erfragt Popcorn den Ort, an dem das gewünschte Video gespeichert ist: Es ist derzeit nicht möglich, Material von der eigenen Festplatte hochzuladen, stattdessen müssen Nutzer über den Umweg eines eigenen Servers oder eines Dienstes wie Vimeo oder YouTube einen Film in Popcorn Maker importieren. Sobald ein Video erfolgreich geladen wurde, kann es in einem Editor bearbeitet werden, dessen Aufteilung an klassische Schnittprogramme erinnert: Am unteren Rand des Fensters erscheint eine Zeitleiste, mittels der man sich im Video bewegen kann. Mit praktischen Werkzeugen und der Aufteilung in Spuren ist es möglich, externe Inhalte exakt an der gewünschten Stelle zu platzieren.

Popcorn Maker kann Videos derzeit nur aus dem Web importieren.

Fazit

Zwar gefallen die Möglichkeiten der Anwendung durchaus, die Export- beziehungsweise Speichern-Funktion und viele andere Dinge sind aber noch mangelhaft umgesetzt und bedürfen starker Verbesserungen. Mozilla hat nicht ohne Grund interessierte Programmierer aufgerufen, sich an der Entwicklung des Popcorn Maker zu beteiligen - das Potential der Webanwendung ist aber schon im Prototyp deutlich erkennbar.

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Markus Franz
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