Gründe für das Ende der mobilen Version

Adobe: Steht auch der Desktop-Flash-Player vor dem Aus?

Letzten Donnerstag, 10. November, wurde bekannt, dass Adobe künftig den Flash-Player für Smartphones und Tablet-PCs nicht mehr aktiv weiterentwickeln wird. Gründe für dieses Vorgehen blieb der Softwareentwickler bisher weitestgehend schuldig. Nun erklärt Mike Chambers, zuständig für die Produktentwicklung der Flash-Plattform, die Motive hinter dem Strategiewechsel. Diese deuten an, dass auch die Tage der Desktop-Version gezählt sein könnten.

?
?


Mike Chambers arbeitet bereits über zehn Jahre bei Adobe. Auf seinem Blog schreibt er, dass die Entscheidung, nicht mehr aktiv an der Weiterentwicklung des Flash Players für Smartphones und Tablets zu arbeiten, mit vielen Faktoren zusammenhänge. Einer davon ist, dass Apple sich weiterhin weigert, den Flash Player in iOS zuzulassen. Dadurch habe Adobe immer eine große Gruppe an Kunden gefehlt, die mit der Software nicht erreicht werden konnten und die durch die Verbreitung von mobilen iOS-Geräten zudem weiter wachse.

Werbung

Siegeszug von HTML5

Darüber hinaus habe die weite Verbreitung der Auszeichnungssprache HTML5 auf mobilen Geräten dazu geführt, dass der Adobe Flash-Player zu keinem Zeitpunkt die Reichweite erreichen konnte, die die Software auf Desktop-PCs inne hatte.

Nutzer von Smartphones und Tablets würden zudem kaum noch über den Browser Games spielen oder Videos anschauen, sondern eher auf entsprechende Anwendungen aus den jeweiligen App Store zurückgreifen, für die sie den Flash-Player nicht brauchten.

Desktop-Version auf der Kippe?

Doch auch auf Desktops hält HTML5 weiter Einzug. Am Ende des Posts lässt Chambers erkennen, das Adobe derzeit Flash-Player für Desktops zwar aktiv weiter entwickelt und auch für die mobile Variante weiterhin Sicherheitsupdates herausbringt, aber auf lange Sicht die Konkurrenz HTML5 auf dem Vormarsch sieht.

"Ich weiß, dass dies für viele Menschen, deren Arbeitsplatz an Flash-Entwicklungen gebunden ist, eine unsichere Zukunft bedeutet, aber dies ist auch eine große Chance." Entwickler, die bisher mit der Flash-Plattform gearbeitet hätten, würden auch in HTML5 großartige Dinge hevorbringen können. Adobe scheint also - ähnlich wie Steve Jobs - die Zukunft eher in der neuen Version der Auszeichnungssprache als in ihren eigenen Software zu sehen.

Mehr zum Thema »

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Mac OS X Kommentar Was Microsoft Linux verdankt

Das Microsoft-Imperium scheint zu schrumpfen. An einer Monopolstellung hält das Unternehmen aber fest: Der Desktop-PC-Markt bleibt in der Hand von...



Forum