Mit dem Hosenboden voraus in die Tiefe
Im Kurztest: Super Mario 3D Land
"Super Mario 3D Land" soll Nintendos bislang eher glücklosen Stereoskopie-Handheld 3DS den dringend nötigen Verkaufs-Boost bescheren. Dafür kombiniert man die Geradlinigkeit eines klassischen Horizontal-Hüpfers mit dem Blickwinkel eines modernen 3D-Marios: Der kleine Klempner erkundet wie in alten Zeiten einen Level nach dem anderen, die bereits aus der NES-Ära gewohnte Übersichtskarte offenbart außerdem viele Bonus-Abschnitte - vorausgesetzt, man hat zuvor genug Münzen gesammelt.
Keine Frage: Mario ist und bleibt Mario - schließlich hat der kleine Klempner das Genre, das er seit drei Jahrzehnten hartnäckig Spiel für Spiel abfeiert, höchstselbst etabliert. Kein anderes Jump&Run fühlt sich so ausgereift und präzise an. Und keiner hat so viel Routine darin, immer wieder dasselbe Spielkonzept und dieselben Stilmittel zu bemühen, ohne dabei angestaubt zu wirken.
Das Geheimnis sind vorsichtige, aber wohldosierte und perfekt platzierte Innovationen sowie Detailverbesserungen: So nehmen Verwandlungen in dieser Episode eine gewichtigere Rolle ein als gewohnt. Das Gros der Level ist darauf ausgelegt, entweder als Feuerball-Werfer oder im schicken Waschbär-Kostüm bestritten zu werden. Besonders Letzteres leistet bei den zahllosen luftigen Spring-Exkursen unschätzbare Dienste: Beherztes Rudern mit dem pelzigen Sterz lässt Mario nach einem Sprung länger in der Luft verharren und auf diese Weise größere Distanzen überbrücken, außerdem darf man noch während des bärigen Hopsers die Sprungrichtung ändern.
Unschätzbar sind aber auch die kämpferischen Talente mit Bären-Outfit: Eine Schweifattacke fegt beinahe jeden Widersacher von den Beinen und ist im Nahkampf wesentlich berechenbarer als der Feuerball oder der altbewährte Hosenboden-Hupfer.
Der Stellenwert von Marios Verwandlungskünsten wird überdeutlich, sobald man einen Blick auf den unteren 3DS-Bildschirm wirft: Der fungiert als eine Art 'Verwandlungs-Inventar' und lagert eines von insgesamt zwei Kostümen, die Mario zu jeder Zeit dabei haben darf: Das eine trägt er, das andere verstaut er im Gepäck. Bei Bedarf zieht sich der schnauzbärtige Italiener um: Dann verschwindet der Pelztier-Chique im Koffer, und stattdessen schlüpft Mario flink in ein nicht minder kleidsames Schildkröten-Kostüm. Mit Rückenschild und Panzerhelm fühlt man sich gleich sicherer. Vor allem der coole Bumerang ist es, der dieses Outfit so attraktiv macht und mit dessen Hilfe man in der Wüstenwelt etwa die altbekannten Kaktusball-Kreaturen aus sicherer Entfernung zerlegen kann.
Testbericht: Nintendo 3DS
Nach dem Misserfolg mit dem Virtual Boy in den 90ern, wagt Nintendo einen neuen Versuch mit 3D-Technik. Der Nintendo 3DS kann 3D-Bilder wiedergeben, ohne dass hierfür eine Brille benötigt wird. Doch der Handheld bietet noch weitaus mehr als Bilder mit Tiefgang. ~ Jan Kluczniok
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