Drachen, Daedra und Dämonen

Im Kurztest: The Elder Scrolls V: Skyrim

Es gibt nur wenige Grenzen in "Skyrim". Wie seine Vorgänger bietet auch der fünfte Teil der populären Rollenspielreihe "The Elder Scrolls" die ganz große Handlungsfreiheit in einer gewaltigen Fantasywelt, in der hinter jedem Hügel, jedem Wald, jeder Ruine Gefahren und Ablenkungen aller Art warten. Man kann im Lande "Himmelsrand" problemlos 30, 50, 100 Stunden zubringen, ohne auch nur ansatzweise alles gesehen und erlebt zu haben. Ein Spiel, das Entdeckerlust und Neugier voraussetzt und diese mit Eskapismus in seiner schönsten Form belohnt.

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The Elder Scrolls V: Skyrim - Combat Animations Trailer: Bei The Elder Scrolls V: Skyrim setzt Bethesda ein neues Motion-Capturing-System ein. Vor allem Kampfanimationen sollen dadurch deutlich besser aussehen als bisher. Dies will der Hersteller in diesem Trailer unter Beweis stellen. Skyrim erscheint für PC, die PS3 und die Xbox 360. Zum Video: The Elder Scrolls V: Skyrim - Combat Animations Trailer

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Noch bevor der eigene Held einen Namen hat, droht bereits sein Ende. Zusammen mit drei anderen Gefangenen wird er zum Schafott gefahren. Einer der Leidensgenossen - Ulfric Sturmmantel - hat einen Knebel im Mund. Gerüchten zufolge soll er den Großkönig durch bloßes Schreien ins Jenseits befördert haben. Den Kopf schon auf dem Richtblock taucht urplötzlich ein Drache auf. Während alles rennt und flieht, beginnt für den Spieler ein Abenteuer, das ihn die nächsten Wochen an den Bildschirm fesselt.

Ohne zu viel über die packende Hintergrundgeschichte verraten zu wollen: Das Königreich Himmelsrand steht kurz vor einer Revolution. Die Sturmmäntel erheben sich gegen die Kaiserlichen Truppen, weil sie die Unterdrückung satt haben. Zu allem Übel tauchen auch noch Drachen auf. Mittendrin: der Spieler, der sich für eine der Fraktionen entscheiden soll. Als dann aber herauskommt, dass der Held - ganz gleich, für welche der zehn vorhandenen Rassen er sich anfangs entschieden hat - ein sogenanntes Drachenblut ist, das die Seele und Stärke getöteter Drachen in sich aufnehmen kann, mutiert er zum Hoffnungsträger des gesamten Königreichs.

Einfach ist das virtuelle Heldenleben in "Skyrim" nicht. Während die Gegner und herumstreifende Kreaturen im Vorgänger stets auf einem ähnlichen Level wie der Spieler waren, kann es in "Skyrim" vorkommen, dass man auf Widersacher trifft, die drastisch überlegen sind. Zwar lässt es sich nach wie vor zwanglos durch die wunderschönen Landschaften stromern und nach versteckten Höhlen, Minen und Ruinen Ausschau halten. Ungefährlich ist das aber nicht. Taucht ein Schneeleopard, ein Bär oder ein Troll auf, hilft anfangs nur die Flucht. Erst wenn der Held seine Magiefähigkeiten verbessert hat, über verzauberte Waffen und Rüstungen verfügt und sich sogenannte "Schreie" angeeignet hat, kann er die Konfrontation wagen.

Überhaupt sind diese "Schreie", die nach und nach erlernt werden, für die Hauptaufgabe des Spiels von größter Bedeutung. Mit diesen mächtigen Zaubern lassen sich etwa Feinde wegstoßen und vereisen. Der Held kann sich aber auch unsichtbar machen oder pfeilschnell bewegen.

Bei jedem Levelaufstieg erhält der Spieler einen Talentpunkt, den er in die Verbesserung diverser Fertigkeiten und Attribute investieren kann. Wer gerne in einer schweren Rüstung durch die Verliese zieht und bevorzugt zu Schwert und Schild greift, ist schon bald in der Lage, Spezialtalente wie "Kampfhaltung", "Kritischer Angriff" und "Pfeile abwehren" zu aktivieren. Spieler, die lieber tief in die Zaubertrickkiste greifen, verstärken ihre magischen Kräfte. Das sorgt nicht nur für enorme Freiheit bei der Charaktergestaltung, sondern auch bei Aufgabenbewältigung und kommt obendrein auch der Motivation zugute. Denn je öfter eine Fähigkeit eingesetzt wird, desto schneller wird sie verbessert.

Unzählige Nebenaufgaben lenken den Spieler nur allzu gerne von seinem eigentlichen Ziel ab. Mal soll man einer Diebesbande das Handwerk legen, mal einer zerstreuten Magierin beim Wiederauffinden ihrer Utensilien helfen. Bereits nach kurzer Zeit ist die Liste der unterhaltsamen und abwechslungsreichen Aufträge lang. Und wer gerade keine Lust hat, den Laufburschen für eine Computerfigur spielen, der kann in der Schmiede seine Rüstungen und Waffen verbessern, an der Werkbank Gegenstände herstellen oder mithilfe des Alchemiebaukastens die unterschiedlichsten Zaubertränke brauen. Die dazu benötigten Zutaten und Rohstoffe findet der Held in Höhlen und Wäldern - oder er erwirbt sie in Dörfern und Städten bei den Händlern seines Vertrauens.

Wer zu viel mitschleppt, hat irgendwann mit der Inventarverwaltung zu kämpfen. Zwar ist es möglich, wichtige Waffen, Zaubertränke und Rüstungen als Favoriten für den Schnellzugriff zu markieren. Doch gerade im späteren Spielverlauf, wenn man Dutzende Zaubertränke mit sich führt, artet die Suche nach dem passenden Gebräu in eine elendslange Aktion aus.

Dennoch ist "Skyrim" für ein Projekt dieser Größe erstaunlich fehlerfrei. Natürlich findet man in den Weiten von Himmelsrand hier und da Gegner, die scheinbar in der Luft schweben oder sich festgerannt haben. Und natürlich gibt es Texturen, die detaillierter hätten ausfallen können. Doch angesichts des enormen Umfangs und der für Konsolenverhältnisse bombastischen Grafik ist das mehr als verzeihlich. Die virtuelle Natur, durch die sich der Spieler absolut frei zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes bewegt, ist wild und urwüchsig, voller saftiger Wiesen, verschneiter Berge, tiefer Wälder, endloser Eiswüsten und modriger Sümpfe. Lachse springen aus dem Wasser, Bären reißen Hirsche, und Mammutherden traben durch die Tiefebenen. Auch die Gestaltung der Dörfer, Städte und Höhlen ist überragend. Während im Vorgänger ein Kerker aussah wie der andere, ist in "Skyrim" Vielfalt oberstes Gebot. Gleiches gilt auch für die deutschen Synchronsprecher, die den Non-Player-Charakteren Leben einhauchen, auch wenn sich die Lippen nicht immer synchron dazu bewegen.

The Elder Scrolls V: Skyrim


Fazit: Mehr geht kaum. Was Größe und Handlungsfreiheit anbelangt, sprengt "Skyrim" Grenzen. Aber auch technisch treibt das Spiel die Konsolen PlayStation3 und Xbox 360 zum Äußersten, was sich leider auch in den ellenlangen Ladezeiten niederschlägt. Dafür ist das Gefühl, wenn man den ersten von 20 riesigen Drachen erlegt hat, schlicht erhaben ...

Datenblatt

The Elder Scrolls V: Skyrim
SpielnameThe Elder Scrolls V: Skyrim
HerstellerBethesda Game Studios
VertriebBethesda
GenreRollenspiel
Erhältlich ab11.11.2011
Preisca. 70 Euro
EAN Code0093155141438
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafiksehr gut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundsehr gut
Bewertung Spielspasssehr gut
Bewertung Gesamtsehr gut
SystemXbox 360
SystemPC
SystemPlayStation3

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